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Gold In A Brass Age

12. März 2019

David Gray ist Songwriter, spielt Piano und Gitarre. Er studierte in Liverpool, spielte dort in Punkbands. Später lebte er in Irland, zog dann nach London. Zwar sind Stars wie Bono von "U2" oder auch Joan Baez frühe Fans des Musikers, der kommerzielle Erfolg stellt sich erst 1999 mit dem vierten Album "White Ladder" ein.

Cover: Gold in a Brass Age [Quelle: Iht Records]
David Gray: Gold in a Brass Age [Quelle: Iht Records]

Emazipation mit dem vierten Album

Am Anfang einer Songwriter-Karriere steht häufig das Vorbild. Musiker und Dichter, die mit ihrer Arbeit andere Menschen inspirieren und animieren, kreativ zu werden. David Gray hatte diese Vorbilder. Überlebensgroß schwebten Bob Dylan und Van Morrison über den ersten Platten. Erst mit dem vierten Album "White Ladder" emanzipierte sich Gray von seinen Helden, fand seine eigene Formel, ging seinen eigenen Weg.

"Gold In A Brass Age" bietet spannendes Klangbild

Mehr als ein Vierteljahrhundert ist David Gray jetzt schon musikalisch unterwegs. "Gold In A Brass Age" ist seine elftes Album. Das Thema Zeit zieht sich wie ein roter Faden durch die neuen Lieder. Es geht um Zerbrechlichkeit, um Erneuerung, um Perspektivwechsel. Neben den herrlich assoziativen Texten, die man sich allerdings als nicht gebürtiger Brite erarbeiten muss, haben wir es auch mit außergewöhnlichen Songs zu tun. David Gray nähert sich diesmal den Kompositionen eher über den Rhythmus einzelner Phrasen und Wörter, versetzt und verschiebt dann Lied-Bausteine zu neuen, nicht immer auf den ersten Eindruck gefällige Konstruktionen und erschafft so ein spannendes Klangbild.

Zusammen mit dem noch jungen Produzenten Ben De Vries entwickelt David Gray diesmal moderne Soundlandschaften, ohne sich jedoch bei vermeintlich aktuellen Trends anzubiedern. Die Arrangements wirken luftig und transparent, Songpassagen greifen natürlich ineinander, akustische und elektronische Elemente funktionieren problemlos nebeneinander und auch ungewöhnliche Entscheidungen, wie beispielsweise der Einsatz einer klassischen Opernstimme, verwundern nur kurz.

Nur wer sich verändert, kann sich treu bleiben

"Gold In A Brass Age" von David Gray ist ein erwachsenes Album, ohne auch nur einmal altbacken oder verstaubt zu klingen. Eine mehr als gelungene Mischung.

David Gray: Gold In A Brass Age [3:36 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 12. März 2019, 08:20 Uhr.

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