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Paderewski & Chopin: Piano Concertos

4. September 2019

Sie war in ihren jungen Jahren ein extremes Wunderkind am Klavier. Mittlerweile ist Claire Huangci 29 und gehört zu den herausragenden Virtuosinnen ihrer Generation. Auf ihrer ersten Orchester-CD spielt sie nun ein Stück, das nur wenige Pianisten im Repertoire haben, das Klavierkonzert des polnischen Pianisten und Komponisten Ignaz Paderewski.

Cover: Paderewski & Chopin – Piano Concertos [Quelle: Berlin Classics]
Claire Huangci: Paderewski & Chopin – Piano Concertos [Quelle: Berlin Classics]

Einst galt sie als die "Frau mit den schnellsten Fingern der Welt". Zum Glück hat die amerikanische Pianistin Claire Huangci den Ruf des gefeierten Wunderkindes mittlerweile ablegen können. Die schon lange in Hannover lebende Künstlerin ist nicht nur eine Virtuosin mit sprühendem Temperament und rasanter Technik, sie ist auch eine neugierige Musikerin mit guten Ideen. So spielt sie auf ihrer ersten Orchester-CD nicht nur Chopins berühmtes erstes Klavierkonzert, sondern auch das a-moll Konzert des Polen Ignaz Paderewski. Der war einer der großen Pianisten des "goldenen Klavierzeitalters" und wurde 1919 auch Polens erster Ministerpräsident. Sein einziges Klavierkonzert schrieb Paderewski 1888, ein saftig-romantisches Stück, dessen erstes Thema ein bisschen nach Brahms klingt.

Das a-moll-Klavierkonzert von Ignaz Paderewski ist eine echte Rarität, und es gibt davon nur wenige Einspielungen. Dass Claire Huangci ausgerechnet dieses Stück für ihr Orchester-Debüt ausgewählt hat, zeugt von Intelligenz und Charakter. Sicherlich gibt es berühmtere und dankbarere Konzerte, doch die Amerikanerin spielt das Stück so überzeugend und mitreißend, dass man als Zuhörer automatisch mitgenommen wird. Claire Huangcis Partner auf diesem Album sind die Deutsche Radio Philharmonie und die koreanischen Dirigentin Shiyeon Sung. Die macht ihre Sache hervorragend, und Orchester und Solistin ziehen hier hörbar an einem Strang.

CD ist mehr als gelungen

Die jetzt 29-jährige Claire Huangci ist eine ideale Solistin für das enorm anspruchsvolle Paderewski-Konzert. Sie ist ziemlich genauso alt wie Ignaz Paderewski zum Zeitpunkt der Entstehung. Das Stück strahlt eine positive Aufbruchs-Stimmung aus und ist pianistisch brillant – kurzum: Hier herrschen "Sturm und Drang". Das vermittelt auch das energetische Spiel der jungen Amerikanerin, die technisch aus dem Vollen schöpfen kann und sich auch klanglich bestens in das Orchesterbild integriert. Diese CD ist nicht nur vom Repertoire her spannend, sondern auch interpretatorisch mehr als gelungen.

Claire Huangci: Paderewski & Chopin: Piano Concertos [3:28 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. September 2019, 13:40 Uhr.

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