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Haydn And The Harp

7. August 2019

Haydn und die Harfe – einerseits ist diese Kombination keinesfalls undenkbar, andererseits verbinden wir den großen Meister der Wiener Klassik eher mit anderen Instrumenten und Werken. Die Nähe Haydns zur Harfe wird von der Harfenistin Chiara Granata in ihrem neuen Album beleuchtet.

Cover: Haydn and the Harp [Quelle: Glossa]
Haydn and the Harp [Quelle: Glossa]

Wenn bei Haydn die Harfe zu hören ist, wird oft auch gesungen – so wie hier in seinen Walisischen Liedern, von denen einige auf "Haydn And The Harp" zu finden sind. Das hat seine Gründe, nicht nur in dem Gebrauch dieses Instruments in der Musik der Britischen Inseln. Nein, die Harfe war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein sehr beliebtes Instrument für die Hausmusik, sie wurde dann später eher durch das Klavier verdrängt. Auch bei Familie Haydn stand so ein Gerät in der Wohnung, und es wurde vor allem von seinem Vater eifrig benutzt – der hatte nämlich das Harfenspiel richtig gelernt. Mutter Haydn war hingegen dem Gesang zugetan, was zu manch schöner Musizierstunde geführt haben muss.

Krumpholtz und Haydn

Einer der ganz großen Harfenisten war Jean-Baptiste Krumpholtz. Er und Haydn hatten sogar eine Weile direkt miteinander zu tun, denn der Harfenist war drei Jahre Angestellter am Hofe des Fürsten Esterházy. Und er tat etwas, das zu seiner Zeit nicht unüblich war: Er arrangierte Themen aus Orchesterwerken von Haydn für die Harfe. Madame Anne-Marie Krumpholtz hingegen befasste sich in eigenen Variationen mit einem der Irischen Lieder, die auch Haydn vertont hatte. Andere wiederum ließen sich von Haydns Musik zu eigenen kompositorischen Experimenten inspirieren, so schildert Nicolas-Charles Bochsa den Beginn von Haydns "Schöpfung" mit erstaunlichen Klangfarben unter Verwendung von Oberton-Klängen.

Chiara Granata: Haydn And The Harp [3:33 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 7. August 2019, 11:38 Uhr.

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