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Ben There, Done that

3. Dezember 2019

Als Jazz-Hipster alten Schlages präsentiert Ben Sidran der Welt mit "Ben There, Done That" Live-Aufnahmen aus vier Jahrzehnten., aufgenommen in renommierten Clubs der Welt.

Cover: Ben Sidran, Ben There, Done That, Sunset Blvd Records (H'Art) [Quelle: Sunset Blvd Records (H'Art)]
Ben Sidran, Ben There, Done That, Sunset Blvd Records (H'Art) [Quelle: Sunset Blvd Records (H'Art)]

Ein Mann mit vielen Talenten

Der Amerikaner Ben Sidran ist Jahrgang 1943 und ein Mann mit vielen Talenten: Er ist Sänger, Songwriter, Pianist, Radiomoderator, Doktor der Musikwissenschaft und Autor. Seine Doktorarbeit schrieb er einst über die Sprache des afroamerikanischen Jazz. Jetzt gibt es auf drei CDs eine Sammlung seiner Live-Aufnahmen. Aufgenommen in renommierten Clubs – von New York bis London, von Paris bis Tokyo.

Ben Sidran ist ein alter Beatnik und ein Jazz-Akademiker mit viel Humor. Sein von perfektem Timing und souveräner Phrasierung geprägter literarischer Vokalstil ist "old school" und zeitlos. Der Hipster – eine quasi-mythische Figur der amerikanischen Kultur. Heute wieder ein gebräuchlicher Begriff für Zeitgenossen mit ausgeprägtem Bewusstsein für Codes alternativer Kultur.

Lebensentscheidung für individuelle Freiheit

Für die Generation von Ben Sidran war "hipsterism" mehr als nur ein modisches Statement. Eher eine Lebensentscheidung für individuelle Freiheit und gegen konsumorientierte Gleichförmigkeit. Aus vielen der oft ironischen Zeilen, die Sidran im Laufe der Jahrzehnte so gesungen hat, spricht dieses Bewusstsein sowie eine Liebe für den knackigen Einzeiler. Sidran ist der coole Typ, der im Vorübergehen beobachtet und nebenbei notiert. Fast überall gewesen, immer wieder interessiert.

Ben Sidran hat seine Kunst oft an den "Ground Zeros" des Jazz zelebriert – in Clubs wie dem New Yorker "Village Vanguard", dem Londoner "Ronnie Scott’s" oder dem "Sunset" in Paris. Orten jazzmusikalischer Wahrhaftigkeit, in denen der US-Amerikaner seine coole Kunst auch hier verortet. Sie ist ein Destillat aus vielen Jahren Jazzgeschichte und lebt mühelos weiter. Nicht auf großspurige und spektakuläre Art, eher im Kleinen und am Besten im Austausch mit dem Publikum.

Fakt des Lebens

"Hipness ist kein Geisteszustand, sondern ein Fakt des Lebens" sagte der Saxophonist Cannonball Adderley einst nicht ohne Stolz. Ben Sidran hat diese Lebensweisheit sicher gern ernst genommen – und zitiert hier in seinem Jazz-Manifest "The Groove Is Gonna Get You" noch einen weiteren Kollegen, den Saxophonisten Johnny Griffin: "Dies ist Musik für Leute, die sich gut fühlen trotz der Bedingungen – in spite of conditions".  "Ben There, Done That" ist ein Live Jazz-Album, das auf anregend intelligente Art Spaß macht.

Ben Sidran: Ben There, Done That [3:38 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 03. Dezember 2019, 12:38 Uhr.

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