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Stravinsky und Ravel

29. Januar 2020

Diese Musik kennt man eigentlich besser im Original für großes Orchester. Igor Strawinskys "Feuervogel" ist ein ungeheuer farbenreiches und virtuoses Stück. Dass man es auch auf dem Klavier spielen kann, ist kaum zu glauben, doch die Italienerin Beatrice Rana macht das auf ihrem neuen Album.

CD-Cover: Der Feuervogel/Petruschka/Miroirs/la Valse [Quelle: Plg Classics]
Beatrice Rana: Der Feuervogel/Petruschka/Miroirs/la Valse [Quelle: Plg Classics]

Ihr Landsmann Guido Agosti hat Strawinskys Orchester-Reißer bearbeitet, und Beatrice Rana stürzt sich todesmutig in diese fast unspielbare Partitur. Die jetzt 27-jährige Beatrice Rana ist ein Shooting Star der Klavierwelt und die mit Abstand prominenteste Pianistin aus Italien. Sie hat in den letzten Jahren eine atemberaubende Karriere gemacht mit Konzerten in der Carnegie Hall und den wichtigen Festivals weltweit.

Beatrice Rana kann am Klavier alles – sie ist eine filigrane Bach-Interpretin, fährt am Klavier aber auch mal die Krallen aus. Auf ihrer neuen Platte mit Musik von Strawinsky und Ravel zeigt sie eine weitere herausragende Eigenschaft, die einer Klangfarben-Malerin an den Tasten. Das ist besonders in Maurice Ravels berühmten "Miroirs" zu erleben.

CD unter den 20 besten Klassik-Alben des Jahres

Rana behandelt ihr Instrument mit äußerster Subtilität und hat eine unglaublich breite Palette zwischen einem extremen Piano und einem wahrhaft orchestralen Fortissimo. Dabei bleibt ihr Ton aber immer geschmackvoll und rund, sie hat es einfach nicht nötig, zu donnern.

Mit welcher Souveränität und Intelligenz sie Strawinsky spielt, grenzt an ein Wunder. Für mich ist Beatrice Ranas neues Album schon jetzt eine der herausragenden Klavierplatten der letzten Monate. Das sehen auch die Kollegen der New York Times so – die haben Ranas Ravel-Strawinsky-CD unter die 20 besten Klassik-Alben des Jahres gewählt.

Beatrice Rana: Stravinsky und Ravel [3:22 Minuten]


Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 29. Januar 2020, 11:40 Uhr

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