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Engine Of Paradise

6. September 2019

Warum Adam Green gerade in Deutschland seine größten Erfolge feiert, lässt sich nur vermuten. Vielleicht funktioniert dieser schräge Typus des Liedermachers mit all seinen ironischen Brüchen im Land der Dichter und Denker am besten. Jetzt gibt's sein neues Album.

Cover: Engine of Paradise [Quelle: 30th Century Records]
Adam Green: Engine of Paradise [Quelle: 30th Century Records]

Adam Green wird Anfang der 80er Jahre im Bundesstaat New York geboren. Der Familie geht es prächtig, dem Jungen fehlt es an nichts. Trotzdem, oder wahrscheinlich gerade deshalb, will er eben nicht in die erfolgreichen Mediziner-Fußstapfen seiner Eltern treten. Sein Berufswunsch? Künstler.

Er gründet The Moldy Peaches, wird Teil der Anti-Folk Bewegung, macht Filme, malt Bilder und veröffentlicht jetzt mit "Engine Of Paradise" sein zehntes Studioalbum. Und da ist sie wieder: diese herrlich sonore Stimme, die uns Texte über zu viel Wein und Champagner und über die Unmöglichkeit der Liebe in Zeiten galoppierender Technologie singt. Wohin uns die wilden Gedankensprünge des New Yorkers treiben sollen, wird uns Nicht-Muttersprachlern nicht klar. Aber ich habe gehört, das geht selbst seinen Landsleuten so.

Texte abenteuerlich, Musik konventionell

Während die Texte abenteuerlich daherkommen, sind die Arrangements und Melodien recht konventionell. Gerne würde Adam Green die Tiefe eines Lee Hazelwood oder gar die Raffinesse eines Burt Bacharach erreichen. Und auch wenn ihm das nicht gelingt, fühlt man sich trotzdem zwischen der souverän aufspielenden Band und den eleganten Streichersätzen sofort wohl. Obwohl das Album keine 30 Minuten dauert, gibt es gewisse Längen. Auf einem Mix-Tape würden die Songs vermutlich den frischesten Eindruck hinterlassen.

Warum Adam Green gerade in Deutschland seine größten Erfolge feiert, lässt sich nur vermuten. Wahrscheinlich funktioniert dieser schräge Typus des Liedermachers mit all seinen ironischen Brüchen im Land der Dichter und Denker am besten. Mit "Engine Of Paradise" ist Adam Green mal wieder ein in sich geschlossenes Album gelungen, das von seinen Fans frenetisch gefeiert und von allen anderen leidenschaftlich ignoriert werden darf.

Adam Green: Engine Of Paradise [3:27 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 6. September 2019, 15:38 Uhr.

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