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Verschwörungsideologien

Radikaler Irrglaube

Corona ist eine Erfindung, Menschen bekommen einen Chip zur Überwachung implantiert, der Mund-Nasen-Schutz ist ein Angriff auf die Freiheit – uns wird der Mund verboten. Verschwörungserzählungen dieser Art grassieren. Die Hetze wird stärker und inzwischen wird gegen einzelne Verschwörungsideologen wegen Volksverhetzung ermittelt. Wie entsteht Radikalisierung? Und wie sollte man auf Verschwörungserzählungen reagieren?

Ein kleiner Aluhut auf einer Computertastatur (Symbolbild) [Quelle: DPA, Bildagentur-online/Ohde]
Ein Aluhut bietet Schutz vor Angriffen auf das Gehirn und die Gedanken. Das ist sicher! [Quelle: DPA, Bildagentur-online/Ohde]

"Der Mund-Nase-Schutz ist ein Zwangsmittel des Staates, um uns den Mund zu verbieten." Das wird auf sogenannten "Hygienedemos" behauptet. Schlimmer sind rassistische Hetze, Antisemitismus und sogar Morddrohungen; all das wird inzwischen von radikalisierten Verschwörungsideologen geäußert. Einer von ihnen – gegen den mittlerweile der Staatsschutz ermittelt – ist der Kochbuchautor Attila Hildmann.

Warum wirken Verschwörungsideologien?

In Corona-Zeiten grassieren alle möglichen Verschwörungserzählungen bis hin zu Hetze und Morddrohungen. Wie entsteht diese Radikalisierung? Und wie sollte man auf Verschwörungserzählungen reagieren?

Autor/-in: Anja Goerz
Länge: 4:06 Minuten
Datum: Mittwoch, 22. Juli 2020
Sendereihe: Online | Radio Bremen

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Radikaler Irrglaube

Derartige Verschwörungsideologien sind nicht neu, sagt Giulia Silberberger, Gründerin der Aufklärungsplattform "Der goldene Aluhut". Diese  "Theorien" werden seit Jahren in den sozialen Medien entwickelt. Während der Ebola-Epidemie seien ähnliche Behauptungen verbreitet worden. Dadurch hatten diese Gruppen bei der Corona-Pandemie einen Vorsprung – ihr Weltbild stand, während die Wissenschaft noch darüber nachdachte, was es überhaupt mit dem Virus auf sich hat.

Verschwörungserzählungen seien einfach, sagt Silberberger. Ihre Wirkung entfalten sie, weil Menschen gerade in Krisensituationen nach Erklärungen suchen; sie wollen Sicherheit.

Die echte Welt ist oft komplex, und Verschwörungstheorien bieten einfache Antworten auf schwierige Fragen.

Giulia Silberberger

Aus dem Netz auf die Straße

Verschwörungsideologien boomen. Weshalb wandert die Bewegung so schnell aus den sozialen Medien auf die Straße? Ein Gespräch mit der Medienexpertin Barbara Witte.

Autor/-in: Anja Goerz
Länge: 4:43 Minuten
Datum: Mittwoch, 22. Juli 2020
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Weshalb wandert die Radikalisierung so schnell aus den sozialen Medien auf die Straße? Medienexpertin Barbara Witte meint dazu, es gehe längst nicht mehr um Einzelfälle, sondern "wir sind mit einer Art sozialer Bewegung konfrontiert". Diese Bewegungen setzen die Öffentlichkeit als Hebel ein.

Es gehe um die Sichtbarkeit – im Netz, auf Straßen und Plätzen und in der Berichterstattung der klassischen Medien. Ihre Themen seien immer "gegen den Strich gebürstet". Das zeige auch die Geschichte der sozialen Bewegungen. Bei Morddrohungen und Hetze seien allerdings Grenzen überschritten; Politik und Justiz seien gefordert, es brauche mehr Aufklärung und Bildungsarbeit.

Wie sollte man auf Verschwörungserzählungen reagieren?

Gefordert ist die Gesellschaft – und das heißt jede*r Einzelne.

Wir als Gesellschaft müssen dagegenhalten. Man kann nicht mehr schweigen beim Bäcker. Wenn man krude Ansichten hört, dann muss man gegenhalten. Als Einzelperson, als Mensch der Zivilgesellschaft.

Barbara Witte

Ganz wichtig: Besonnen bleiben. Fakten checken; sich fragen, ob das eventuell Propaganda ist.  Und Selbstreflektion: Warum möchte ich das glauben? Obwohl belegt ist, dass das ein Fake ist?

Giulia Silberberger

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 22. Juli 2020, 7:10 und 8:35

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