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500. Todestag

Der Mythos "da Vinci" bleibt

2. Mai 2019

Von sich selbst behauptete Leonardo da Vinci einmal ein unbelesener Mann zu sein. Offenkundig eine Tiefstapelei, schließlich war der Italiener nicht nur Maler und Bildhauer, sondern auch Architekt, Ingenieur, Naturphilosoph und vieles mehr. Am 2. Mai 1519 starb er im Alter von 67 Jahren.

So genanntes Selbstbildnis Leonardo da Vincis, um 1512 [Quelle: Gemeinfrei]
So genanntes Selbstbildnis Leonardo da Vincis, um 1512. [Quelle: Gemeinfrei]

Geboren 1452 im toskanischen Ort Vinci, eroberte er sich die Welt aber zuerst zeichnend. Natur und Anatomie waren weitere Leidenschaften von ihm. Er beobachtete natürliche Phänomene und leitete daraus Gesetzmäßigkeiten ab, die er auf die Konstruktion von Maschinen aller Art anwandte.

Rastloser Vorreiter

Der Historiker Klaus Rüdiger Mai hat gerade eine Biographie über Leonardo da Vinci vorgelegt. Er sagt, der Künstler sei kein Außenseiter gewesen, aber ein Vorreiter für ein neues Denken:

Man kann da Vinci eigentlich gar nicht einsortieren (…). Es war eine Zeit der Universalgenies, eine Zeit der Menschen, die auf ihre eigene Art etwas Besonderes darstellten und sich nicht um Konventionen kümmerten.

Klaus Rüdiger Mai, Historiker

Da Vinci führte ein rastloses Leben, arbeite unter anderen in Rom, Mailand und Florenz und in Frankreich. Er entwarf Kostüme, modellierte eine Reiterstatue, die aber nie in Bronze gegossen wurde. Auch sein weltbekanntes Bild des letzten Abendmahls blieb unvollendet, da ihn für die Gesichter von Jesus und Judas keine für ihn zufriedenstellende Lösung fand.

Abenteuerliche Funde

Der Mythos da Vinci lebt noch heute. In den Uffizien in Florenz befinden sich drei da Vinci Gemälde und 30 seiner Zeichnung. Der Leiter Eike Schmidt freut sich einerseits, dass der Künstler und Naturwissenschaftler auf ein so breites Interesse noch 500 Jahre nach seinem Tod stößt, aber die Ausmaße seien aber manchmal abenteuerlich:

Vor ein paar Tagen wurde in einer amerikanischen Privatsammlung angeblich eine Socke von Leonardo gefunden. Darüber kann man als Fachmann nur relativ müde lächeln. 

Eike Schmidt, Leiter der Uffizien Florenz

Leonardo da Vinci – ein Porträt [3:37 Minuten] Leonardo da Vinci – vom Hype überfrachtet? [6:51 Minuten] Was macht da Vinci zum Genie? [4:42 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 2. Mai 2019, 8:10 Uhr

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