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Deutscher Buchpreis

Eine Shortlist voller Roman-Debütanten

17. September 2019

Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Oktober den deutschsprachigen "Roman des Jahres" aus. Die Jury hat entschieden und die Shortlist bekannt gegeben.

Ein Bücherstapel [Quelle: DPA, Jens Kalaene]

Die Shortlist 2019 [5:01 Minuten]

Jedes Jahr gibt es viel mehr gute Bücher als Plätze auf der Auswahlliste zum Buchpreis. Erstaunlich ist, dass so viele bekannte Autoren es nicht von der Longlist in die Endauswahl geschafft haben.

Sechs Finalisten

Die bekanntesten Namen sind Sasa Stanisic und Norbert Scheuer. Autoren aus zwei Generationen, mit zwei Romanen, die zwar beide von Heimat erzählen und sich auf die großen europäischen Kriege des 20. Jahrhunderts beziehen – dabei aber ganz unterschiedlich sind: Bei Stanisic ist es ein anrührendes Hybrid aus Autobiografie und Erzählung, bei Scheuer eher der ruhige und besonnene Blick in die finstere deutsche Geschichte.

Cover: Jackie Thomae, Brüder, Hanser Verlag [Quelle: Hanser]
Jackie Thomae, Brüder, Hanser Verlag [Quelle: Hanser]

Die restlichen vier Finalisten sind Roman-Debütanten, darunter zwei Österreicher: Raphaela Edelbauer, "Das flüssige Land" (Klett-Cotta, August 2019), erzählt von der Selbstfindung einer Frau. Tonio Schachinger, "Nicht wie ihr" (Kremayr & Scheriau), schreibt über einen Profifußballer in der Lebenskrise. Jackie Thomae aus Halle an der Saale ist dabei mit dem – im Jubiläumsjahr wohl unvermeidlichen – Ost-West-Roman unter dem Titel "Brüder". Der Roman erzählt von zwei deutschen Männern, Halbbrüder, die einen schwarzen Vater haben, den sie nicht kennen. Mick und Gabriel haben zwei komplett unterschiedliche Lebenswege in den 1990er Jahren. Und außerdem noch ein an die japanische Ästhetik und Goethes Wahlverwandschaften angelehnter Roman, der in der Uckermarck spielt, von Miku Sophie Kühmel, "Kintsugi" (S. Fischer Verlag).

Mehr zu den ausgewählten Büchern aus dem Programm von Bremen Zwei

Norbert Scheuer: Winterbienen

Buchcover: Winterbienen [Quelle: C.H. Beck Verlag]
Norbert Scheuer: Winterbienen, C.H. Beck Verlag, 2019 [Quelle: C.H. Beck Verlag]

Der Autor Norbert Scheuer widmet sich schon seit vielen Jahren ganz seiner Heimatregion, der Eifel. Er schreibt an einer literarischen Chronik über diese vermeintlich unscheinbare Gegend und hat dafür auch schon einige Literaturpreise gewonnen. Die Romane bilden ein eigenes Universum, funktionieren aber auch einzeln. Sein neuestes Werk ist ein ruhig und elegant erzählter Heimatroman, der 1944 in der Eifel spielt. Es geht um einen Fluchthelfer, Frauengeschichten und besonders präparierte Bienenstöcke.

Bremen Zwei Buch-Tipp von Esther Willbrandt:
Norbert Scheuer: Winterbienen

Sasa Stanisic: Herkunft

Cover: Heimat [Quelle: Luchterhand Literaturverlag]
Saša Stanišić: Heimat, Luchterhand Literaturverlag, 2019 [Quelle: Luchterhand Literaturverlag]

In seinem neuen Buch schreibt Saša Stanišić über die Bedeutung von Geburtsort, Sprache und Familie anhand seiner eigenen Familiengeschichte. Der 41-Jährige erzählt dabei seine persönliche Geschichte und die seiner von Krieg und Flucht zerrissenen Familie. Auch seine Großmutter spielt eine besondere Rolle darin.

Bremen Zwei Buch-Tipp von Burcu Arslan:
Saša Stanišić: Herkunft

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. September 2019, 13:10 Uhr.

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