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Agrarwende – wird 2020 das Schlüsseljahr?

3. Juni 2020

Das unberechenbare Wetter ist zu einer Bedrohung für die Landwirtschaft geworden. Der Klimawandel – zuletzt mit extrem trockenen Jahren – verdirbt den Bauern die Ernten. Hinzu kommen strengere Umweltauflagen der Bundesregierung und der EU, die die Bauern zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft zwingen sollen. Und jetzt noch Corona. Wird 2020 das Schlüsseljahr auf dem Weg zu einer grüneren Landwirtschaft?

Ein trockener Acker in Niedersachsen [Quelle: Radio Bremen, Christian Erber]
Extreme Trockenheit gefährdet die Ernten. Der Klimawandel erfordert veränderte Produktionsmethoden in der Landwirtschaft. [Quelle: Radio Bremen, Christian Erber]

Landwirtschaft in Corona-Zeiten

Die Agrarwende ist beschlossen. Die Landwirtschaft soll grüner und nachhaltiger werden – und das möglichst schnell. Doch viele Bäuerinnen und Bauern protestieren seit Monaten gegen neue Verordnungen, die sie als existenzgefährdend ansehen. Die Einschränkungen durch Corona verschärfen für manche die Lage, berichtet Christina Gerlach.

Landwirtschaft in Corona-Zeiten [3:42 Minuten]

Julia Klöckners Agrarpolitik

Julia Klöckner [Quelle: Imago, photothek]
Julia Klöckner ist seit 2018 Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft. [Quelle: Imago, photothek]

Für viele Landwirt*innen ist klar: Die Wurzel allen Übels sitzt in Berlin – und sie hat einen Namen: Julia Klöckner. Nikolas Golsch hat recherchiert, worauf dieser Frust basiert.

Bisher hat sie nichts Großartiges vorzuweisen, außer, dass sie unter hohem Druck versucht hat, das durchzusetzen, was Brüssel gefordert hat – nämlich die Novellierung der Düngeverordnung. Und somit hat sie ihr Versprechen, eine eher reformorientierte Agrarministerin zu sein, nicht erfüllen können.

Sebastian Lakner, Professor für Agrarökonomie

Julia Klöckner und die Agrarwende [3:47 Minuten]

Die neue Düngeverordnung

Ein Traktor fährt Gülle aus [Quelle: Imago, Geisser]
Zu viel Gülle belastet das Grundwasser. [Quelle: Imago, Geisser]

Mit einer neuen Düngeverordnung will Agrarministerin Julia Klöckner die Agrarwende voranbringen. Seit Mai 2020 gelten scharfe Vorgaben, wie gedüngt werden darf. Das Ausbringen von Gülle wird eingeschränkt. Die Verordnung ist eine Reaktion auf die vielerorts hohe Nitratkonzentration im Grundwasser, besonders betroffen ist der Nordwesten Deutschlands. Wie wirkt sich die Düngeverordnung auf das Geschäft der Agrarbetriebe aus? Justus Wilhelm hat einen konventionell produzierenden Landwirt und einen Biobauern besucht.

Die Auswirkungen der neue Düngeverordnung [4:19 Minuten]

Glyphosat: Fürsprecher und Gegner

ein Feld wird mit Glyphosat gespritzt [Quelle: Imago, Sven Simon]
Womöglich krebserregend, auf jeden Fall giftig: Glyphosat. [Quelle: Imago, Sven Simon]

EU und Bundesregierung wollen erreichen, dass die Landwirt*innen weniger Insektizide und Pflanzengifte einsetzen. Insbesondere geht es um Glyphosat, vertrieben wird es vom Chemiekonzern Bayer/Monsanto. Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Deshalb haben weltweit tausende Landwirte gegen den Konzern geklagt; in den USA läuft derzeit ein milliardenschweres Vergleichsverfahren. In Deutschland soll Glyphosat ab 2024 verboten sein. Monsanto kämpft darum, diesen Termin zu verschieben. Christina Gerlach berichtet.

Glyphosat: Fürsprecher und Gegner [3:40 Minuten]

Grean Deal: neue EU-Agrarpolitik?

Die EU will mit dem European Green Deal auch die Landwirtschaft umbauen. Doch es ist nicht sicher, ob das klappt. In der zweiten Jahreshälfte soll Klarheit geschaffen werden – momentan ist alles möglich: Die neue Agrarpolitik kann nachhaltiger werden – aber sie kann auch nur die alten Strukturen festigen. Dann wäre der Green Deal für die Landwirtschaft europaweit erstmal auf Eis gelegt – und zwar für mindestens sieben Jahre, denn erst dann wird wieder neu über die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) verhandelt.

Der Grean Deal der EU [3:52 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 3. Juni 2020, ab 7:36 Uhr

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