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50. Todestag

Otto Dix

25. Juli 2019

Vor 50 Jahren, am 25. Juli 1969, ist der Künstler Otto Dix gestorben. Seine Motive thematisierten die Zeit des Ersten Weltkriegs und die Schrecken, die damit verbunden waren. Die Wahlheimat von Otto Dix war Dresden, der Maler lebte aber auch am Bodensee. Deshalb waren seine Werke in Ost wie West beliebt. Ein Gespräch mit unserer Kunstexpertin Silke Hennig über den Maler und seine Arbeit.

Der Maler und Graphiker Otto Dix auf seinem Gemälde "Selbstbildnis mit Palette vor rotem Vorhang". [Quelle: DPA, Bilderdienste]
Der Maler und Graphiker Otto Dix [Quelle: DPA, Bilderdienste]

Otto Dix – Realist oder Schandmaler? [3:53 Minuten]

Geboren wurde Otto Dix in der Nähe von Gera. Die Kunstgewerbeschule besuchte er in Dresden. Im Nationalsozialismus galt er als "entartet", viele seiner Werke wurden aus Museen beschlagnahmt. Dix ging in die innere Emigration und zog an den Bodensee, wo er 1969 starb. Heute ist der Name Otto Dix fest mit der Moderne verbunden. Seine Motive waren – neben den Schrecken des Krieges – Menschen am Rand der Gesellschaft.

Eindringlich und detailversessen

Viele Zuschreibungen verengen das Bild von Otto Dix, das wir heute haben, erklärt Silke Hennig, "er hat sich nicht als Pazifist, noch nicht mal als politischen Künstler gesehen". Angesichts seiner Bilder über das Leiden des Krieges mit zerfetzten Leibern, würde leicht übersehen, wie er das, was allgemein als hässlich oder schrecklich gilt,

hingebungsvoll, auf die schönst-mögliche Art und Weise gemalt hat.

Otto Dix habe sich intensiv mit den Alten Meistern beschäftigt, habe in Lasurtechnik auf Holz gemalt, also Feinmalerei betrieben. Und das müsse man in Verbindung bringen zu den Motiven, denn daraus bezögen seine Werke ihre Spannung, so Silke Hennig weiter.

Facettenreicher Malstil

Otto Dix' Hauptwerk entstand in den 1920er Jahren. Er zählt zu den bedeutendsten Malern der Neuen Sachlichkeit. Da wo er bissig oder grotesk malte, ordne man ihn unter Verismus ein. Es gäbe auch Anklänge an den Surrealismus und Symbolismus. Und nach dem Krieg sei ihm das viel zu "spitzpinselig" gewesen,

da wird seine Malerei dann unmittelbarer, gestischer, gröber.

Allerdings sei dieser Dix nach dem Zweiten Weltkrieg auch sehr viel weniger bekannt. Als die Kunst im Ost-West-Blockdenken stark instrumentalisiert wurde,

da hat er sich zwischen alle Stühle gesetzt.

Otto Dix konnte oder wollte weder den einen noch den andern Staat bedienen. Er sei kein Entweder-oder, sondern ein sowohl-als-auch-Künstler. Er machte Gegensätze für sich künstlerisch fruchtbar. Dafür sei er heute beispielhaft, resümiert Silke Hennig.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 25. Juli 2019, 07:10 Uhr

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