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Die 60er Jahre

Die Groupies der Rockstars

1969 kündigte das Rolling Stone Magazine seine Titelstory als "A Special Super Duper Neat Issue" an – also eine ganz besondere Geschichte. In der Titelstory ging es um Groupies – und damit war der Begriff "Groupie" endgültig in aller Munde. Teil dieser Geschichte war auch das Groupie Miss Mercy, die am 27. Juli im Alter von 71 Jahren gestorben ist. Miss Mercy war aber nicht einfach ein Groupie für eine Nacht für die Rockstars der 60er, sie war noch einiges mehr. Ihren Tod hat Till Lorenzen zum Anlass genommen, um eine kleine Geschichte des "Groupietums" zu erzählen.

Der deutsche Regisseur Rudolf Thome und das Fotomodell Uschi Obermaier (Archivbild) [Quelle: Imago, United Archives/Heinz Browers]
Groupie der Stars: Uschi Obermaier, hier mit Regisseur Rudolf Thome. [Quelle: Imago, United Archives/Heinz Browers]

Ein Beitrag von Till Lorenzen:
Die Groupies der 60er [3:33 Minuten]

Uschi Obermaier erzählte 1994 bei Thomas Gottschalk immer noch ziemlich begeistert von Mick Jagger: "So schöne, sexy Lippen...". Die 68er-Ikone Uschi Obermaier ist mit Sicherheit Deutschlands bekanntestes Groupie – mit einer Leidenschaft für den Stones-Sänger. Viele Rockstars wie Robert Plant oder Mick Jagger pflegten intensive Groupie-Bekanntschaften. Dabei kam es immer wieder auch zu Gewalt und Erniedrigung – und ungeklärten Vaterschaften. Die Schauspielerin Liv Tyler ist die Tochter vom Groupie Bebe Buell; dass Steven Tyler von "Aerosmith" ihr Vater ist, wusste sie nicht, bis sie acht Jahre alt war.

Meine Mutter war sehr jung, als ich auf die Welt kam. Es gab etwas Verwirrung darüber, wer mein Vater ist. Aber ich habe es dann selbst herausbekommen, weil er genauso aussieht wie ich.

Liv Tyler

Groupies und Road Wives

Groupies sind weibliche Fans, die die Nähe von Musikern suchen. Und das durchaus in sexueller Hinsicht. Soweit die gängige Definition. Doch es gab auch andere: Groupies wie Barbara Cope oder Cynthia Plaster Caster wurden auch als "Road Wives" bezeichnet; als Managerinnen kümmerten sie sich um große Teile des Tour-Alltags. Manche wie Plaster Caster verwirklichten sich in einer tendenziell frauenfeindlichen Musikwelt zudem selbst als Künstlerinnen: Sie fertigte Gips-Abdrücke von Rockstar-Penissen an. Als erstes stand für sie Jimi Hendrix Modell.

Frank Zappa prägte den Begriff "Groupie"

Der genaue Ursprung des Worts Groupie ist ungeklärt. Frank Zappa behauptete allerdings Ende der 60er, dass er den Begriff Groupie als soziologisches Phänomen zumindest stark geprägt habe:

Ich denke, es war an der Zeit, das mal jemand über die Groupies sprach. Das war ein soziologisches Phänomen, das in der Popwelt existierte. Aber niemand hat darüber gesprochen. Ich war der Erste.

Frank Zappa

Die erste Groupie-Band

Tatsächlich hat Frank Zappa bereits 1965 einen Song geschrieben, der "Groupie Bang Bang" heißt. Auf Zappas Initiative hin hat sich 1968 auch die erste Groupie-Band gegründet: The "GTOs", "Girls together Outrageously". Miss Christine, Miss Cinderella, Miss Lucy, Miss Pamela, Miss Sandra, Miss Sparky und Miss Mercy drehten die Geschlechterrollen schlichtweg um. In der Welt der Groupies waren "The GTOs" etwas Besonderes, und Miss Mercy sei zudem auch innerhalb der Band auffällig gewesen, erinnert sich Band-Kollegin Miss Pamela: Sie war wild und fordernd.

Die Gruppe existierte gerade mal zwei Jahre, die sieben Frauen von "Girls together Outrageously" waren aber sehr begehrt. Doors-Sänger Jim Morrison und Miss Pamela von den "GTOs" waren sich in der Zeit amourös nicht abgeneigt. Wer da jetzt Groupie von wem war – das lässt sich im Nachhinein nicht mehr klären.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 31. Juli 2020, 08:35.

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