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Superfood Wildkräuter

Rotklee, Giersch und Gundermann

21. Juli 2020

Giersch kann zur Plage werden, Gundermann wächst überall, auch im Winter unter Schneedecken, und die Brennnesseln erst ... Wer seinen Garten frei von diesen Pflanzen haben will, hat immer zu tun. Meist vergeblich. Das muss aber auch nicht sein, denn diese Kräuter sind allesamt sehr gesund. Reporterin Kerstin Burlage hat ausprobiert, was man damit zubereiten kann.

Giersch im Beet [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]
Giersch: eine Plage? Nein! Ein sehr gesundes Wildkraut! [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]

Giersch-Quiche

Giersch wächst fast überall, und wo die Pflanze einmal Wurzeln geschlagen hat, da bleibt sie und breitet sich aus. Sie überwuchert den Boden in schattigen Gartenecken, unter Hecken und Sträuchern. Giersch ist eine unscheinbare Pflanze – aber auch ein heimisches Superfood. Denn Giersch enthält vier Mal so viel Vitamin C wie Zitronen, außerdem Vitamin A, Calcium, Magnesium und Eisen. Und die Pflanze hat einen hohen Eiweißgehalt.

eine Quiche mit Giersch  [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]
Vitaminbombe: die Giersch-Quiche. [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]

Rezept

  • Giersch gründlich waschen, klein hacken und mit Zwiebeln in der Pfanne andünsten.
  • Quicheform mit Blätterteig auslegen.
  • 5 Eier mit etwas Sahne, Parmesan, einem Päckchen Frischkäse, Salz und Pfeffer verrühren.
  • Den gedünsteten Giersch auf dem Teig verteilen und die Eiersahne darüber gießen.
  • Im Ofen bei 180 Grad 45 Minuten backen.

Superfood Giersch [3:03 Minuten]

Mehr Wildkräuter-Rezepte:

Pesto aus Knoblauchrauke

Nicht  nur essbar, sondern extrem lecker ist die Knoblauchrauke. Sie wächst an sonnigen Stellen, häufig auch an Waldrändern. Sie enthält Senföle, aus den Samenkörnern in den Schoten kann man Senf herstellen. Außerdem enthält sie sehr viel Vitamin C und Vitamin A. Knoblauchrauke sollte man roh genießen, um die Vitamine zu erhalten. Außerdem verliert sie beim Kochen das Knoblaucharoma.

eine Schüssel mit Pesto aus Knoblauchrauke [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]
Pesto: mal nicht mit Basilikum, sondern mit Knoblauchrauke. [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]

Rezept

  • Zwei Handvoll Knoblauchrauke sehr fein hacken
  • Eine Handvoll gehäutete Mandeln fein mahlen
  • 80 Gramm Bergkäse reiben
  • alles in eine Schale füllen,
  • 1 gestrichener Teelöffel Salz dazu, alle Zutaten vermischen.
  • Soviel Olivenöl dazu, dass ein sämiges Pesto entsteht.

Knoblauchrauke: würzige Schärfe [3:37 Minuten]

Brennnessel-Omelette

Brennnesseln zu finden ist nicht schwer, sie wachsen überall. Vor dem Essen muss allerdings geerntet werden. Das geht bei Brennnesseln nur mit festen Handschuhen. Geerntet werden die jungen Blätter und die Blüten. Damit man die Brennnesseln weiter verarbeiten kann, dürfen sie nicht mehr brennen. Dafür wäscht man sie gründlich, dabei brechen die kleinen Stacheln ab. Die Mühe lohnt sich, denn die Brennnessel ist sehr gesund. Sie enthält sehr viel Eiweiß – ähnlich wie Hülsenfrüchte, außerdem Vitamin C, Eisen, Kalium und Magnesium. Es gibt viele Möglichkeiten, sie zuzubereiten: als Pesto, gekocht wie Spinat oder als Kräuteromelette. Das Aroma erinnert an Spinat, es schmeckt aber etwas kräftiger und sehr frisch.

jemand schneidet Brennnesseln, an den Händen gelbe Gummihandschuhe [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]
Kaum zu glauben: Brennnesseln sind sehr nahrhaft und lecker. Und sie brennen nicht beim Essen. [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]

Rezept für 2 Omelettes

  • 1 Handvoll Brennnesselblätter (von ca.5 Stängeln) grob hacken
  • 3 Eier, 6 EL Sahne, Salz und Pfeffer verrühren
  • Brennnesseln unterheben
  • 1 Teelöffel Butter in der Pfanne erhitzen, die Ei-Brennnessel-Masse dazugeben und das Omelette goldbraun werden lassen

Vielseitiges Superfood: die Brennnessel [3:17 Minuten]

Salat mit Rotklee-Blüten

Den Roten Wiesenklee muss man etwas suchen. In Gärten mit gemähtem Rasen wächst er nicht, eher – wie der Name schon sagt – auf Wiesen. Der Klee enthält viel Vitamin C, die winzigen braunen Samen sind sehr eiweißreich. Man kann sie ins Müsli mischen oder vitaminreiche Keimlinge daraus ziehen. Die Blätter schmecken bitter, aber die runden lila Blütenköpfe haben einen süßlichen, etwas nussigen Geschmack. Und sie peppen viele Gerichte auf – geschmacklich, aber auch optisch.

eine Schüssel mit Salat, obendrauf rote Kleeblüten [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]
Sieht schön aus und schmeckt gut: Kleeblüten im Salat. [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]

Rezept

  • Blattsalat putzen,
  • 1 Avocado und etwas Schafskäse in Würfel schneiden, zum Salat geben
  • geröstete Sonnenblumenkerne und Cranberries darüber streuen
  • Aus Olivenöl, Balsamico, Salz, Pfeffer, süßem Senf und etwas Ahornsirup eine Vinaigrette anrühren und auf den Salat geben
  • Zum Schluss mit Kleeblüten dekorieren

Roter Wiesenklee [3:40 Minuten]

Gundermann-Limonade

Runde, am Rand gewellte Blätter, etwa so groß wie ein Daumennagel, dunkellila Blüten – der Gundermann kriecht in langen Ranken über die Flächen im Garten, gern auch im Rasen. Er schmeckt herb-würzig und enthält Vitamin C, Kalium und Kieselsäure. Gundermann verwendet man roh: kleingehackt im Salat oder für Limonade.

Gundermann im Beet [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]
Gut für eine erfrischende Limonade: Gundermann. [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]

Rezept

  • 5 Stängel Gundermann, 1 Stängel Pfefferminze,1 Stängel Zitronenmelisse abzupfen
  • Kräuterblätter mit dem Saft einer halben Zitrone undEiswürfeln in einen Mixer geben und pürieren
  • Holunderblütensirup nach Belieben dazu
  • mit 1/2 Liter Sprudelwasser auffüllen

Gundermann [3:44 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, ab 18. Juli 2020, 11:20 Uhr.

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