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Automobilexperte Dudenhöfer im Gespräch

"Das ist kein neues Angebot, sondern Prämiengetue"

19. Oktober 2018

Der große Wurf hatte es werden sollen, als Anfang Oktober Umweltministerin Schulze und Verkehrsminister Scheuer zusammentraten, um im Diesel-Skandal endlich für Klarheit zu sorgen. Schade nur, dass beim Thema Nachrüstungen die Automobilhersteller so gar nicht auf die Vorstellungen der Minister eingehen wollen. Dafür bieten Unternehmen auf eigene Faust Umtauschprämien an.

Ein Auspuffrohr eines VW, daneben eine Stele mit VW-Logo [Quelle: DPA]
Es bleibt dabei: VW will keine Hardware-Nachrüstung bei Dieselfahrzeugen. [Quelle: DPA]

Gestern stellte Volkswagen sein zweites Angebot vor, bei dem Besitzer von Autos der Schadstoffklassen 1-4 bei einem Neukauf eine Prämie von 4.000 bis 10.000 Euro erhalten. Die alten Diesel sollen dann verschrottet werden. Ferdinand Dudenhöffer ist Professor für Automobilwirtschaft und sagt:

Hätte man von Anfang den Autofahrern die Hardware-Nachrüstung gegeben, dann wären die Autos sauber gewesen und wir hätten heute keine Fahrverbote.

Ferdinand Dudenhöffer

Nur ein Trostpflaster

Der große Wurf hatte es werden sollen, als Anfang Oktober Umweltministerin Schulze und Verkehrsminister Scheuer zusammentraten, um im Diesel-Skandal endlich für Klarheit zu sorgen. Schade nur, dass beim Thema Nachrüstungen die Automobilhersteller so gar nicht auf die Vorstellungen der Minister eingehen wollen. Dafür bieten Unternehmen auf eigene Faust Umtauschprämien an. Gestern stellte Volkswagen sein zweites Angebot vor, bei dem Besitzer von Autos der Schadstoffklassen 1-4 bei einem Neukauf eine Prämie von 4.000 bis 10.000 Euro erhalten. Die alten Diesel sollen dann verschrottet werden. Ferdinand Dudenhöfer ist Professor für Automobilwirtschaft und sagt "Hätte man von Anfang den Autofahren die Hardware-Nachrüstung gegeben, dann wären die Autos sauber gewesen und wir hätten heute keine Fahrverbote."

Autor/-in: Anja Goerz
Länge: 4:00 Minuten
Datum: Freitag, 19. Oktober 2018
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

Kommentar: VW-Angebot – eine Mogelpackung.

Das aktuelle Angebot sei nur eine Wiederholung dessen, das vor rund einem Jahr offeriert wurde. Man dürfe nicht vergessen, dass diese Prämie nur ein "Trostpflaster" sei, so der Experte, da der Fahrzeughalter durch seinen "dreckigen" Motor einen Wertverlust von 30 Prozent verbuchen müsse. Hardware-Nachrüstungen wären also für Fahrer, Städte und Händler gleichermaßen besser gewesen, "als dieses Prämiengetue".

Deutliche Kritik an Verkehrsminister Scheuer

Ferdinand Dudenhöffer ist überzeugt, dass am Ende Volkswagen der größte Profiteur des eigenen Angebotes ist. Der ein oder andere Kunde könnte vielleicht auch profitieren – und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer könne wohl auch aufatmen, da er nicht gänzlich im Regen stehe.

Er hat von Anfang an immer wieder betont, Hardware wäre schlecht, Hardware brauchen wir nicht, Hardware sind nur ein paar alte Mühlen. Was ja gelogen ist. (…) Vielleicht hat VW ihm auch so ein bisschen Schützenhilfe gegeben, dass er nicht gleich in die Wüste geschickt wird.

Ferdinand Dudenhöffer

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 19. Oktober 2018, 7:10 Uhr

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