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Bremer Justiz

Nach wie vor fehlen Staatsanwälte

11. September 2018

Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten in Bremen zwei Tatverdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen werden, weil ihr Prozess nicht rechtzeitig begonnen hatte. Die Richter waren schlicht überlastet. Dies hatte auch ein Gutachter hat im Frühling 2018 der Bremer Justiz bescheinigt. Was ist daraus geworden?

Eine Justitia vor Aktenbergen. [Quelle: Radio Bremen, Montage]

Sowohl Landgericht als auch Staatsanwaltschaft bräuchten dringend neue Mitarbeiter, so damals der Experte. Doch genau hier hapert es. Bremen-Zwei-Reporterin Claudia Scholz hat das Thema recherchiert. Im Studiogespräch schildert sie einige der Ursachen. "Man findet niemanden, der nach Bremen will. Zumindest bei der Staatsanwaltschaft ist das ein echtes Problem, hat mir Oberstaatsanwalt Janhenning Kuhn gesagt."

Konkurrenzdruck und Babyzeit

Zwei neue Stellen sollte er besetzen, beide Positionen sind noch offen. Dazu kommen noch fünf Kollegen, die in andere Jobs abwandern oder weil Babyzeit ansteht. Oberstaatsanwalt Kuhn: "Es ist nicht mehr so wie früher, dass alle dankbar sein dürfen, dass sie bei der Justiz arbeiten, sondern die Justiz ist in einem hohen Konkurrenzwettbewerb. Da muss sich die Justiz anstrengen und die Justiz auch untereinander. So liefern sich laut Kuhn auch die Justizverwaltungen der Länder untereinander einen Wettbewerb.

Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten in Bremen zwei Tatverdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen werden, weil ihr Prozess nicht rechtzeitig begonnen hatte. Die Richter waren schlicht überlastet. Dies hatte auch ein Gutachter hat im Frühling 2018 der Bremer Justiz bescheinigt. Was ist daraus geworden? Claudia Scholz berichtet.

Autor/-in: Tom Grote
Länge: 3:38 Minuten
Datum: Dienstag, 11. September 2018
Sendereihe: Der Morgen

Alle suchen qualifizierte Nachwuchsjuristen

Manche Bundesländer bieten einfach mehr Geld für Berufsanfänger. In Bremen bleiben weiter Akten liegen, aber laut Reporterin Claudia Scholz ist Oberstaatsanwalt Kuhn "guter Dinge, dass er noch gute Leute finden kann...". Auch das Landgericht sucht intensiv weiter. Ab 2019 sollen die zwei neuen Kammern nur noch Altfälle abarbeiten, wofür man auch zwei neue Staatsanwälte benötigt. Die neuen Stellen sind befristet und sollen nach zirka zwei Jahren auslaufen. Das ist zumindest der Plan des Justizresorts.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 11. September, 08.10 Uhr.

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