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Neuer Bankenstresstest

Gravierende Mängel bei der Nord/LB?

2. November 2018

Heute um 18 Uhr wird das Ergebnis des Bankenstresstests bekannt gegeben. Diesen Test gibt es seit 2009. Geprüft werden alle relevanten Bankinstitute in den Staaten der Eurozone, darunter auch die Nord/LB. Aus Bremer Sicht ist das interessant, denn die Nord/LB übernahm vor gut einem Jahr die Bremer Landesbank. Schon vor der Veröffentlichung der Testergebnisse wird munter spekuliert, denn so richtig stabil und krisenfrei scheint die Nord/LB nicht zu sein.

Schriftzug: Nord LB [Quelle: Radio Bremen]
Wie steht es um Deutschlands Banken? Bremen und Niedersachsen schaut auf die Nord/LB.

Benedikt Strunz ist im Ressort Investigation des NDR tätig, ihm und den Kollegen der Süddeutschen Zeitung liegen interne Revisionsberichte der Nord/LB vor. Der Sektor der Schiffsfinanzierungen habe bereits in der Vergangenheit die Nord/LB an den Rand des Abgrunds geführt, sagt Strunz. Ein weiterer Schwerpunkt sei auf das Krisenmanagement der Bank gelegt worden.

Das sind also keine Kinkerlitzchen, um die es da geht. Und zusammenfassend kann man sagen: All diese Berichte fallen nicht gut aus. Die offenbaren wirklich gravierende Mängel bei der Nord/LB.

Benedikt Strunz

Benedikt Strunz ist im Ressort Investigation des NDR tätig, ihm und den Kollegen der Süddeutschen Zeitung liegen interne Revisionsberichte der Nord/LB vor. Der Sektor der Schiffsfinanzierungen habe bereits in der Vergangenheit die Nord/LB an den Rand des Abgrunds geführt, so Strunz. Ein weiterer Schwerpunkt sei auf das Krisenmanagement der Bank gelegt worden.

Autor/-in: Anja Goerz
Länge: 4:14 Minuten
Datum: Freitag, 2. November 2018
Sendereihe: Bremen Zwei | Bremen Zwei

In Noten ausgedrückt sei bei den Berichten von "Ausreichend" und "Mangelhaft" die Rede. Finanzexperten sprechen hier von einem absoluten Warnsignal, weiß der Journalist. 2016 hatte die Europäische Bankenaufsicht die Nord/LB bereits kontrolliert und Mängel festgestellt. Monate später erklärte die Bank, sie hätte sich um die Kritikpunkte gekümmert. Die neuen Berichte zeigen allerdings, dass sich nichts getan hat.

Da muss sich das Management der Nord/LB schon die Frage gefallen lassen, was hier eigentlich schief gelaufen ist und wie gut sie ihren Laden im Griff hat.

Sowohl Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers als auch ein Sprecher der Bank sagten, die acht vorliegenden Berichte seien nicht mehr repräsentativ. Das Krisenmanagement der Bank funktioniere und die Mängel seien in der Bearbeitung oder konnten bereits beseitigt werden.

Alles halb so wild?

Andreas Meyer ist Fondsmanager und Banken-Insider. Sein Unternehmen hat in Anleihen der Nord/LB investiert. Sorgen über den Zustand des Bankhauses mache er sich – trotz der aktuellen Berichte – aber nicht. Es sei richtig, dass die Nord/LB derzeit noch mit größeren Problemen zu kämpfen habe. Die Kommunikation über eben diese Probleme werde aber sehr offen geführt, sagt der Fondsmanager.

Andreas Meyer ist Fondsmanager und Banken-Insider. Sein Unternehmen hat in Anleihen der Nord/LB investiert. Sorgen über den Zustand des Bankhauses mache er sich – trotz der aktuellen Berichte – aber nicht. Es sei richtig, dass die Nord/LB derzeit noch mit größeren Problemen zu kämpfen habe. Die Kommunikation über eben diese Probleme werde aber sehr offen geführt, sagt der Fondsmanager.

Autor/-in: Anja Goerz
Länge: 4:09 Minuten
Datum: Freitag, 2. November 2018
Sendereihe: Der Morgen | Bremen Zwei

Ein Problem seien die "faulen Schiffskredite", die die Bilanz der Bank belasten. "Faul" bedeutet, dass diese von der Bank vergebenen Kredite nicht oder nicht mehr regelmäßig von den Schuldnern getilgt werden können. Die Bank versucht derzeit, diese faulen Kredite zu verkaufen. "Das könnte nochmal zu einem Abschlag führen, und dadurch können dann tatsächlich nochmal Verluste entstehen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 2. November 2018, 6:35 Uhr

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