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Schwangerschaftsabbrüche

Bremer Praxisliste ist eine "heikle Sache"

29. August 2018, 17:20 Uhr

Das ist schon etwas heikel, was in Bremer Bürgerschaft auf den Weg gebracht wurde. Die Bremer Gesundheitsbehörde soll künftig eine offizielle Liste darüber führen, welche Arztpraxen und Kliniken Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Das ist neu und auch rechtlich nicht unumstritten. Denn - Ärzte, die öffentlich machen, dass sie Abtreibungen machen, können belangt werden. So zuletzt eine Ärztin aus Gießen – die bekam eine Geldstrafe. Wie es mit den Hintergründen in Bremen aussieht, dazu hat Radio Bremen Reporter Justus Wilhelm recherchiert.

Finger auf dem Monitor [Quelle: Radio Bremen]
Das Ultraschallbild des Bauches einer schwangeren Frau.

Sind Praxen aus dem Schneider, wenn sie jetzt auf dieser Behördenliste stehen. Sie machen dann ja nicht selber öffentlich, dass sie Abtreibungen anbieten. "Nein sie sind nicht aus dem Schneider. Rechtlich ist überhaupt nicht geklärt, ob sie dann nicht trotzdem wegen verbotener Werbung für Schwangerschaftsabbrüche angezeigt werden können", so Reporter Wilhelm.

Rechtsfreier Raum für Medizinier

Heike Delbanco von der Ärztekammer Bremen rät deswegen auch klar davon ab. Laut Delbanco hätten die betroffenen Mediziner keine Rechtssicherheit". Das sei auch der Grund, warum zumindest auf der im Internet einsehbaren Liste überhaupt keine Praxen, sondern nur 3 Kliniken in Bremen und eine in Bremerhaven aufgelistet ist.

Das Internet wird nicht überquillen mit Listen von Abtreibungsärzten [4:41 Minuten]

Umfangreiche Liste von Abtreibungsärzten im Land Bremen wird es nicht im Internet geben

Auch in Zukunft wird man im Internet per Suchmaschine keine Liste finden, die alle Praxen auflistet, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. Justus Wilhelm: "Kein niedergelassener Arzt möchte auf der öffentlichen Liste stehen - und nur eine kleine Minderheit auf der internen Übersicht. Ein Arzt, der Abbrüche durchführt, hat mir am Telefon gesagt "Solange es dieses Gesetz gibt, werden Sie mich auf keiner Liste sehen.“

Die Beratungsstellen haben eigenen interne Listen. Die sind deutlich umfänglicher als die Liste, die nun von der Bürgerschaft beschlossen wurde.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 29. August 2018, 17.20 Uhr.

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