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Handballprofi Finn Lemke im Interview

"Es ist hart, macht aber riesig Spaß"

2. April 2019

Rund zehn Millionen Fernsehzuschauer verfolgten gebannt die Spiele unserer Nationalmannschaft. Mit dabei war auch Finn Lemke. Der wurde in Bremen geboren und lebt heute in Kassel. Moderator Andreas Schnur sprach mit der Handballkanone Lemke und lernte ihn näher kennen.

Finn Lemke Handball-Nationalspieler Moderator Andreas Schnur [Quelle: Radio Bremen, Tammo Jans]
Finn Lemke Handball-Nationalspieler Moderator Andreas Schnur [Quelle: Radio Bremen, Tammo Jans]

Radio Bremen: Ihr kleiner Sohn Max lässt ihnen momentan nicht viel Schlaf. Wirkt sich das auch auf den Sport aus?

Finn Lemke:  Ich glaube, das gibt auf jeden Fall einen großen Trieb nach vorne. Weil man noch mehr weiß, wofür man das Ganze macht. Trotz der vielen Trainingsstunden, lässt es einen lächeln, weil man weiß, was auf einen zuhause wartet. Mich freut es einfach jeden Tag.

Radio Bremen: Melsungen in Hessen klingt nicht unbedingt wie ein Hotspot zum Leben. Sind sie froh, mal wieder in Bremen zu sein?

Finn Lemke:  Ich lebe in Kassel und spiele in Melsungen Handball. Und Kassel ist ja schon eine etwas größere Stadt. Nichtsdestotrotz freue ich mich immer riesig, wenn ich nach Bremen komme. Wir sind an der Weser vorbeigefahren und waren bei einem Termin im Weserstadion. Da kribbelt es schon mal gleich wieder.

Radio Bremen: Sie sind großer Werderfan. Sind sie zufrieden mit der Entwicklung bei Werder?

Rund zehn Millionen Fernsehzuschauer verfolgten gebannt die Spiele unserer Nationalmannschaft. Mit dabei war auch Finn Lemke. Der wurde in Bremen geboren und lebt heute in Kassel. Moderator Andreas Schnur sprach mit der Handballkanone Lemke und lernte ihn näher kennen.

Autor/-in: Andreas Schnur
Länge: 6:06 Minuten
Datum: Dienstag, 2. April 2019
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Finn Lemke:  Zufriedener kann man im Moment nicht sein. Morgen ist das wichtige Spiel gegen Schalke.

Radio Bremen: Handballerisch sind sie auch in Schwanewede aufgewachsen?

Finn Lemke:  Ja genau, das war der HSG Schwanewede/Neuenkirchen. Da habe ich bis zu meinem 18. Lebensjahr gespielt. Mein Abitur habe ich in Bremen gemacht. Ich habe starke Verbindungen zum Verein. Meine Eltern sind auch immer noch im Verein tätig. Ich verfolge das Geschehen dort aktiv. Mein älterer Bruder wechselt wieder in den Heimatverein. Von daher bin ich immer noch tief verwurzelt.

Radio Bremen: Das Interesse ist zu den Wettkämpfen immer riesig und flaut danach immer wieder ab. Dementsprechend wird im Handball gezahlt. Als Nationalspieler wird man sicher davon leben können – aber im Gegensatz zu einem Fußballer häuft man doch sicher keine Reichtümer an!?

Finn Lemke:  Nein, aber wir sind trotzdem in einer sehr glücklichen Lage beim Handball. Man kann es professionell betreiben und wird gut vergütet im Vergleich zu anderen Sportarten. Die haben wahrscheinlich den gleichen Aufwand wie wir oder vielleicht einen noch größeren, wie in den Individualsportarten mit nur einem Ziel Olympia alle vier Jahre als attraktive Veranstaltung. Von daher sind wir in einer glücklichen Lage. Dennoch muss man sich ein zweites Standbein schaffen.

Radio Bremen: Welches ist das bei ihnen?

Finn Lemke:  Eine abgeschlossene Lehre als Bankkaufmann. Die Ausbildung habe ich in Lemgo beendet und könnte da später in den kaufmännischen Bereich übergehen. Eigentlich möchte ich aber lieber im sozialen Bereich Fuß fassen. Ich habe mein Sozialarbeitsstudium angefangen, dass pausiert aber gerade für meinen kleinen Sohn.

Radio Bremen: Einen brutaleren Sport als Handball kann man sich kaum vorstellen. Sie sehen aber noch sehr unbeschadet aus.

Finn Lemke:  Schmerzen habe ich zurzeit nicht. Aber es ist das, was Handball so faszinierend macht: Es ist schnell; es geht 60 Minuten hoch und runter und zeitgleich gibt es noch den intensiven, manchmal auch rabiaten Körperkontakt. Keine Frage, es ist ein harter Sport, aber es macht einfach riesig Spaß.

Das Interview führte Andreas Schnur.

Dieses Thema im Programm:Bremen Eins, 2. April 2019, 14:15 Uhr

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