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Grüner wird's nicht

Winterquartiere für Tiere

Gartentipps auf Bremen Eins

9. Oktober 2020

Im Herbst begeben sich viele Tiere auf die Suche nach einem Winterquartier. Unsere Gartenexpertin Melanie Öhlenbach gibt Tipps, wie Sie ihnen helfen, im Garten und auf dem Balkon zu überwintern – und das mit wenig Aufwand.

Im Herbst begeben sich viele Tiere auf die Suche nach einem Winterquartier. Unsere Gartenexpertin Melanie Öhlenbach gibt Tipps, wie Sie ihnen helfen, im Garten und auf dem Balkon zu überwintern – und das mit wenig Aufwand.

Autor/-in: Melanie Öhlenbach
Länge: 11:11 Minuten
Datum: Freitag, 9. Oktober 2020
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Darum brauchen die Tiere Ihre Hilfe bei der Überwinterung

Wenn die Tage kürzer und kühler werden, ziehen nicht nur wir uns gern ins Warme zurück. Auch Insekten, Vögel, Säugetiere und Amphibien sind nun auf der Suche nach einem Platz, in dem sie die Wintermonate bleiben können. Der Winter ist für Tiere kritisch: Die Temperaturen sinken, Nahrung wird knapp. Manche brauchen auch einen Ort, in dem sie sicher und ungestört ruhen oder schlafen können – und die gibt es in der Natur immer weniger.

Den Tieren helfen – nicht nur aus Tierliebe oder für den Artenschutz

Tiere sorgen für Leben im Garten und auf dem Balkon. Und sie unterstützen uns auch ganz konkret beim Gärtnern. Hummeln und Bienen bestäuben zum Beispiel die Blüten, Florfliegen und Marienkäfer fressen Blattläuse, Igel vertilgen Schnecken. Ihnen für die kalte Jahreszeit ein Quartier zu bieten, ist also ziemlich clever. So sind die Helfer rechtzeitig zur neuen Saison zur Stelle.

Konkrete Hilfe

Je nachdem brauchen Tiere Nahrung und/ oder einen Unterschlupf. Beides kann man ihnen ohne viel Aufwand bieten, wenn man Garten und Balkon im Herbst nicht allzu ordentlich aufräumt. Vögel zum Beispiel bedienen sich gern aus den Samenständen abgeblühter Sommerblumen und Stauden, picken vergessene Himbeeren von den Sträuchern oder fressen Äpfel, die von den Bäumen gefallen sind. Unter Laub, in Totholz, Ästen und Stängeln stöbern sie Würmer und Insekten auf.

Der Herbst ist der "Baumarkt" für den Unterschlupf

Passenderweise bietet der Herbst jede Menge Material für einen tierischen Unterschlupf: einfach Laub und Reisig oder Totholz in einer ungestörten Ecke aufschichten und mindestens bis Mai nicht mehr versetzen. In diese Haufen können sich dann zum Beispiel Igel, Kröten, Käfer, Spinnen und Insekten verkriechen. Einige verziehen sich auch in hohle Stängel, in den Schuppen oder ins Gartenhaus. Auch Steinhaufen und Trockenmauern dienen als Unterschlupf.

Ein bisschen Nachlässigkeit für den Balkon

Auf dem Balkon gilt ebenfalls: Weniger ist mehr, um den Tieren über die Wintermonate zu helfen. Auch hier kann man abgeblühte Pflanzen bis zum späten Frühjahr stehen lassen, damit sich die Vögel an Samenständen bedienen oder die Insekten unter den Blättern verkriechen können. Unter den Kisten, Töpfen und Untersetzern finden sie ebenso Schutz. Laub und Pflanzenreste lassen sich in einer Weinkiste sammeln, wenn man es nicht so unordentlich mag.

Füttern und Häuschen bauen

Ein naturnaher, vermeintlich unordentlicher Garten oder Balkon bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Tieren durch den Winter zu helfen. Darüber hinaus kann man zum Beispiel Eichhörnchen und Vögel füttern, ein Igelhaus bauen sowie Vogel- und Insektennisthilfen und Fledermauskästen anbringen.

Surf-Tipps

Hier finden Sie tolle Bauanleitungen vom Nabu für Winterquartiere.

Seite mit der Bauanleitung für ein Igelhaus beim Nabu

Seite mit der Bauanleitung für einen Fledermauskasten beim Nabu

Buch-Tipp

Sigrid Tinz: Haufenweise Lebensräume. Ein Lob auf die Unordnung im Garten. Pala Verlag, 2020.

Melanie Öhlenbach

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 9. Oktober 2020, 11:20 Uhr

Mehr Tipps und Themen rund ums Grüne in Ihrem Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon gibt es freitags zwischen 11 und 12 Uhr auf Bremen Eins. Dann kommt die Bremer Gartenexpertin und Bloggerin Melanie Öhlenbach zu uns ins Studio.

Tipps und Tricks für Balkon und Garten
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