Livestream

Bremen Eins Serien Grüner wird's nicht

Grüner wird's nicht

Gründüngung

Gartentipps auf Bremen Eins

11. September 2020

Gründüngung schützt und verbessert den Boden, wenn in Beeten und Kübeln nicht mehr viel wächst. Welche Pflanzen sich eignen und worauf Sie achten sollten, erklärt unsere Gartenexpertin Melanie Öhlenbach.

Gründüngung schützt und verbessert den Boden, wenn in Beeten und Kübeln nicht mehr viel wächst. Welche Pflanzen sich eignen und worauf Sie achten sollten, erklärt unsere Gartenexpertin Melanie Öhlenbach.

Autor/-in: Melanie Öhlenbach
Länge: 12:40 Minuten
Datum: Freitag, 11. September 2020
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Warum sollte man jetzt Gründüngung aussäen sollte

Ab dem Spätsommer leeren sich die Gartenbeete: Tomaten, Zucchini und Salate sind abgeerntet. Wenn man den Platz nicht für die Winterernte nutzen will, ist es ratsam, Gründüngung einzusäen. Sie schützt und verbessert den Boden auf vielfältige Weise.

Der Begriff Gründüngung ist etwas missverständlich. Sie ist kein Dünger in fester oder flüssiger Form, den wir so in die Erde einarbeiten. Vielmehr ist es ein Sammelbegriff für Pflanzen, die eine positive Wirkung auf den Boden haben: Gründüngung schützt zum Beispiel vor Austrocknung und Erosion durch Wind und Regen. Sie fördert das Bodenleben, lockert mit ihren Wurzeln die Erde und durchlüftet den Boden. Außerdem verhindert Gründüngung, dass das Beet verwildert und sich Spontanvegetation ausbreitet, die wir im Frühjahr jäten müssen. Und manche Pflanzen können ausgelaugten Boden sogar zusätzlich mit Nährstoffen anreichern.

Welche Pflanzen sich für eine Gründüngung eignen

Für Gründüngung eignen sich eine ganze Reihe an Pflanzen: Sonnenblume, Ringelblume und Lupine zum Beispiel lockern mit ihren tiefen Wurzeln schweren Boden. Phazelie, Buchweizen und Klee verbessern die Bodenstruktur und dienen als Mulch. Gelbsenf, Ringelblume und Tagetes wiederum sollen unter anderem Nematoden bekämpfen.

Grundsätzlich trägt jede Pflanze zur Humusbildung bei, wenn das organische Material von den Kleinstlebewesen im Boden verarbeitet wird. Leguminosen wie Wicken, Klee, Bohnen und Erbsen können aber noch mehr: Die Schmetterlingsblütler leben in einer Symbiose mit Knöllchenbakterien, die Stickstoff aus der Luft im Boden binden. Und Stickstoff ist die Pflanzennahrung schlechthin: Er sorgt dafür, dass Pflanzen wachsen.

Worauf man bei Gründüngung achten muss

Sinnvoll ist es natürlich, dem Boden das zu geben, was er braucht: Nährstoffe, Lockerung und / oder Schutz. Ein Blick auf die Saatgutverpackung oder ein Gespräch im Fachhandel helfen hier weiter. Man kann ja nicht nur eine Pflanze, sondern auch Mischungen aussäen!

Darüber hinaus ist es gerade im Garten ratsam, die Fruchtfolge im Blick zu behalten, also nicht zwei Pflanzen aus derselben Familie nacheinander anzubauen, und entsprechende Pause einzuhalten. Das ist insbesondere bei einer Gründüngung mit Gelbsenf wichtig: Er gehört zu den Kreuzblütengewächsen und kann die gefürchtete Kohlhernie übertragen.

Die Aussaat

Gründüngung kann von Frühling bis Spätsommer ausgesät werden, auch als Zwischenfrucht. Die Samen werden auf einem möglichst freien Beet breitwürfig ausgesät. Gerade an heißen Tage gilt es, die Aussaat feucht zu halten. Wachsen die Pflanzen erst einmal, ist Gründüngung äußerst pflegeleicht: Man muss eigentlich nichts weiter tun.

Sät man sie zum Herbst hin aus, muss das Grün nicht abgemäht werden. Viele Pflanzen legen sich nach dem ersten Frost als Mulch auf die Beete. Im Frühling kann man sie in den Boden einharken oder kompostieren.

Auch auf dem Balkon ne Wucht

Gründüngung kann man nicht nur im Garten, sondern auch wunderbar für Kübel und Kästen auf Balkon und Terrasse nutzen. Phazelia, Buchweizen und Inkarnat-Klee bringen dabei nicht nur Farbe in den herbstlichen Balkongarten. Frieren die Pflanzen nicht ab, überwintern sie und bieten Insekten erste Nahrung im folgenden Frühjahr.

Melanie Öhlenbach

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 11. September 2020, 11:20 Uhr

Mehr Tipps und Themen rund ums Grüne in Ihrem Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon gibt es freitags zwischen 11 und 12 Uhr auf Bremen Eins. Dann kommt die Bremer Gartenexpertin und Bloggerin Melanie Öhlenbach zu uns ins Studio.

Tipps und Tricks für Balkon und Garten
Grüner wird's nicht