Livestream

Bremen Eins Serien Grüner wird's nicht

Grüner wird's nicht

Erntedank

Gartentipps auf Bremen Eins

2. Oktober 2020

Am ersten Sonntag im Oktober ist Erntedank – eine gute Gelegenheit, über den Umgang mit Lebensmitteln nachzudenken, meint Melanie Öhlenbach.

Am ersten Sonntag im Oktober ist Erntedank – eine gute Gelegenheit, über den Umgang mit Lebensmitteln nachzudenken, meint Melanie Öhlenbach.

Autor/-in: Melanie Öhlenbach
Länge: 12:27 Minuten
Datum: Freitag, 2. Oktober 2020
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Erntedank ist ein klassisches Erntefest, wenn auch ohne festes Datum. Eingebürgert hat sich der erste Sonntag im Oktober. Manche Gemeinden orientieren sich aber auch am Michaelistag und feiern es nach dem 29. September. In Weinregionen wiederum kann das Ende der Lese im Oktober ausschlaggebend sein.

Erntedank – nicht nur ein christliches Fest

Erntedank ist kein kirchlicher Feiertag wie Ostern und Weihnachten. Für die Ernte zu danken, ist vielmehr ein alter Brauch, den das Christentum im 3. Jahrhundert übernommen haben soll. Ähnliche Feste gab und gibt es auch in anderen Kulturen.

Die zentrale Idee ist ähnlich: den himmlischen Mächten für die Ernte zu danken. Denn von dem, was man geerntet hatte, hing das Überleben in der kargen Zeit ab – da war es egal, ob eine Kartoffel klein, eine Gurke krumm oder ein Apfel eine schorfige Stelle hatte.

Erntedank ist heute noch aktuell

Auch wenn wir das Fest vielleicht nicht bewusst feiern, haben wir Gärtner*innen uns das Gefühl von Erntedank bewahrt: Es ist diese Mischung aus Stolz, Freude und Ehrfurcht, eine selbst gezogene Möhre aus der Erde zu ziehen oder einen frisch gepflückten Apfel zu beißen.

Sicherlich: Auf das, was wir im Garten und auf dem Balkon selber anbauen, sind wir hier und heute in der Regel nicht angewiesen. Wir können Tomaten, Salat und Äpfel auf dem Markt oder im Laden kaufen, wenn die eigene Ernte nicht so gut war – und das das ganze Jahr über.

Dauerversorgung mit Schattenseiten

Natürlich ist es ein Glück, dass wir uns grundsätzlich dieses „Backup" leisten können und nicht hungern müssen. Dieser Überfluss hat aus meiner Sicht aber auch Schattenseiten: Wir haben so viel zu essen, dass wir es ohne Nachdenken wegwerfen können.

Laut dem Umweltbundesamt landet hierzulande jedes achte Lebensmittel in der Tonne. Zudem geht jedes Jahr weltweit etwa ein Drittel der Ernte „auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verloren" - auch weil vieles davon gar nicht erst in den Handel gelangt.

Seite zum Thema vom Umweltbundesamt

Eine krumme Gurke sorgt für „Likes"

Dafür gibt es viele verschiedene Gründe, etwa Lebensmittel nur teilweise verwendet werden oder zu viel produziert wurden. Die Optik spielt ebenfalls eine Rolle: Eine zweibeinige Möhre, eine Tomate mit Nase oder eine krumme Gurke sorgen im Garten für Amüsement und in den sozialen Netzwerken für Likes. Im Handel findet man sie hingegen selten – obwohl es zum Beispiel die legendäre EU-Gurken-Norm schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gibt.

Das passiert mit dem Ernteüberschuss

Der Film „Taste the Waste" aus dem Jahr 2011 zeigt eindrucksvoll, was mit diesen Lebensmitteln passiert: Sie bleiben auf dem Feld oder werden entsorgt, obwohl sie noch essbar sind.

Inzwischen gibt es eine Reihe an Startups und Initiativen, die gegen die Verschwendung angehen wollen und ihnen Wertschätzung entgegenbringen: Sie vertreiben oder verarbeiten beispielsweise ganz bewusst hässliches Gemüse oder Reste. Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und damit Hunger zu beenden, ist übrigens eines der 17 Ziele der Globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 der Vereinten Nationen.

Verschwendung vermeiden

Ob gekaufte Lebensmittel oder eigene Ernte: Der Schlüssel zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung liegt sicherlich in der Planung und der richtigen Lagerung. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, Lebensmittel haltbar zu machen. Tipps dazu findet man zum Beispiel auf der Aktionsseite:

Zu gut für die Tonne

Melanie Öhlenbach

Filmtipp

Valentin Thurn, Taste the Waste, 2011.

Weitere Surftipps

17ziele.de lebensmittelwertschaetzen.de

Melanie Öhlenbach

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 11. September 2020, 11:20 Uhr

Mehr Tipps und Themen rund ums Grüne in Ihrem Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon gibt es freitags zwischen 11 und 12 Uhr auf Bremen Eins. Dann kommt die Bremer Gartenexpertin und Bloggerin Melanie Öhlenbach zu uns ins Studio.

Tipps und Tricks für Balkon und Garten
Grüner wird's nicht