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Ausflugstipps – Auf bestem Wege

Kleeblattroute bei Ganderkesee

Unterwegs mit dem Fahrrad

6. Juli 2019

Heute stellt unsere Reporterin Janine Horsch Ihnen eine der "Kleeblattrouten" vor. Insgesamt gibt es vier davon - es sind Radtouren durch vier verschiedene Gemeinden, die sich wie ein Kleeblatt von einem Startpunkt aus auffächern. Janine Horsch war in Ganderkesee unterwegs und hat sogar etwas über die frühe Geschichte der Gemeinde gelernt.

Monolithgrab bei Ganderkesee mit unserer Reporterin Janine Horsch [Quelle: Radio Bremen]

Unter mir liegt eine ganze Dorfgemeinschaft begraben

Tipp für die ganze Familie – Das Melkhus in Kühlingen [Quelle: Radio Bremen]

Tipp für die ganze Familie – Das Melkhus in Kühlingen

Die St. Cyprian- und Cornelius-Kirche in Ganderkesee [Quelle: Radio Bremen]

Die St. Cyprian- und Cornelius-Kirche in Ganderkesee

Mehr als 1000 Pfeifen hat die Arp-Schnitger-Orgel [Quelle: Radio Bremen]

Mehr als 1000 Pfeifen hat die Arp-Schnitger-Orgel

Organist und Kantor Torsten Ahlrichs [Quelle: Radio Bremen]

Organist und Kantor Torsten Ahlrichs spielt auf seinem "guten alten Schätzchen", der 300 Jahre alten Arp-Schnitger-Orgel.

Das Hügelgrab in Steinkimmen, ein Relikt aus der Neusteinzeit. [Quelle: Radio Bremen]

Das Hügelgrab in Steinkimmen, ein Relikt aus der Neusteinzeit.

Auf bestem Wege... : Die Kleeblattroute bei Ganderkesee [3:05 Minuten]

Ausflugstipp Kleeblattroute Ganderkesee

Startpunkt auf der Kleeblattroute ist das Gasthaus "Backenköhler" in Stenum. Hier kann man kostenlos parken, und weil hier die Rundtour auch endet, ist das sehr praktisch.

Die Radwege sind gut befestigt. Ich fahre erst einmal auf das Naturschutzgebiet Hasbruch zu, dann daran vorbei nach Kühlingen. Eigentlich ist es noch zu früh für eine Pause, aber das Melkhus in der Kühlinger Straße lockt mich: eine Schafsweide, Kaninchenställe: Es riecht nach guter Landluft, und es sieht aus, als sei das hier ein Kinder-Paradies. Es gibt hier die Tiere, wie Schafe und Ziegen zu erleben. Außer mir sitzen hier eigentlich nur entspannte Eltern, die Milchshakes trinken und Suppe essen.

Großsteingräber aus der Neusteinzeit

Das Hügelgrab in Steinkimmen, ein Relikt aus der Neusteinzeit. [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch]
Das Hügelgrab in Steinkimmen, ein Relikt aus der Neusteinzeit. [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch]

Gut gestärkt geht es weiter. Hinter Falkenburg fahre ich quasi auf Steinkimmen zu. Und hier liegt Geschichte in Steinform: Die Großsteingräber stammen aus der Neusteinzeit und sind Überreste aus der Zeit, als Jäger und Sammler hier sesshaft wurden. Unscheinbar und eher chaotisch liegen sie durcheinander zwischen der Bergedorfer Landstraße und einem Feld – was es mit diesen großen Steinen auf sich hat, erklärt mir Fremdenführerin Elisabeth Kühling.

Die Gräber dienten in der damaligen Zeit nicht nur einer Familie als Ruhestätte, sondern es waren Kollektivgräber. Die gesamte Dorfgemeinschaft wurde dort bestattet, so Kühling. Besonders viel weiß man über dieses Grab nicht, es gehört aber zur "Straße der Megalithkultur" – eine Radroute, die von Osnabrück bis nach Oldenburg führt. Hier gibt es noch mehr Steingräber, einige sind genauer erforscht.

Orgelklänge wie vor 300 Jahren

Aber meine Kleeblattroute führt mich jetzt durch Bergedorf, Immer und Hengsterholz. Ein ganz schön langer Abschnitt ist das, bis ich in der Innenstadt von Ganderkesee ankomme. Hier mache ich noch mal einen Stopp, denn ich will mir die St. Cyprian- und Cornelius-Kirche anschauen. Besonders schick ist ihre Arp-Schnitger-Orgel mit über 1.000 Pfeifen. Torsten Ahlrichs ist Organist und Kantor in der Kirche. Er liebt sein "gutes altes Schätzchen", weil es Geschichte hörbar macht.

Organist und Kantor Torsten Ahlrichs [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch]
Organist und Kantor Torsten Ahlrichs spielt auf seinem "guten alten Schätzchen", der 300 Jahre alten Arp-Schnitger-Orgel. [Quelle: Radio Bremen, Janine Horsch]

Das besondere an der Arp-Schnitger-Orgel in Ganderkesee ist, dass sie sehr wenig verändert wurde über die Jahrhunderte, erklärt der Organist. Damit erzeugt das alte Instrument einen Orgelklang, wie er auch schon vor 300 Jahren zu hören war.

Von hier aus sind es nur noch knapp sechs Kilometer zum Ziel, zurück nach Stenum. Insgesamt 48 Kilometer habe ich hinter mir – und ich muss sagen: durch die Wildeshauser Geest fahren ist schon schön, aber dabei ein bisschen Geschichte schnuppern – noch schöner.

Wanderung ausdrucken und mitnehmen

Sie können sich übrigens die komplette Beschreibung der Wanderung einschließlich Karte einfach ausdrucken und mitnehmen, indem Sie unten links auf das Druckersymbol klicken.

Die Wanderstrecke, die unsere Reporterin in abgewandelter Form ausprobierte, finden Sie auch noch einmal in größerer Variante unter folgendem Link:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Samstag, 6. Juli 2019, 10:50 Uhr

Gemeindeseiten mit Kleeblattrouten
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