Livestream

Bremen Eins Serien Auf ein Wort

Auf ein Wort

Mein Lebensplan

Von Dieter Wekenborg

7. April 2019

Miguel ist in zerrütteten Verhältnissen groß geworden. Als er zehn Monate alt war, trennten sich seine Eltern und kümmerten sich nicht mehr um ihn. Mit sechs Jahren kam er zu seinem Großvater. In der Schule wurde er ausgegrenzt. Er schaffte gerade so den Abschluss. Für eine Ausbildung fehlte ihm das Geld. Aus Verzweiflung und Perspektivlosigkeit war er kurz davor, einer Jugendbande beizutreten. Da hörte er vom Projekt: Mein Lebensplan.

Auch Rosa ist mit ihren fünf Geschwistern in einfachen Verhältnissen groß geworden. Wegen ihrer Behinderung wurde ihr oft gesagt, dass sie es ohnehin zu nichts bringen würde. Nachdem sie die Schule abgeschlossen hatte, blieb sie zu Hause und half im Haushalt. Über eine ehemalige Lehrerin bekam sie dann den Flyer von "Mein Lebensplan". Mein Lebensplan ist ein Projekt in El Salvador, das von Misereor, dem Hilfswerk der Katholischen Kirche in Deutschland, unterstützt wird.

In diesem Jahr steht El Salvador, das kleinste Land Zentralamerikas, im Blickpunkt der jährlichen Solidaritätsaktion. Gerade junge Menschen leiden dort unter ständiger Gewalt, Armut und Perspektivlosigkeit. Doch es gibt Hoffnung! Im Programm "Mein Lebensplan" erfahren sie Zuspruch und Ermutigung, ihren Weg hin zu einem besseren Leben zu gehen. 

Miguel zum Beispiel spricht von der besten Entscheidung seines Lebens. Im geschützten Raum der Kirche unter Gleichgesinnten blühte er auf und entfaltete Kreativität. Er arbeitet jetzt in der Familienbäckerei seiner Tante und in einem Hotel. Und Rosa sagt: "Durch das Programm bin ich ein neuer Mensch geworden." Mit dem Geld aus dem Projekt hat sie eine kleine Hühnerzucht aufgezogen, mit der sie ihre Familie unterstützt. Über einen Besuch bei einer Jobbörse für Menschen mit Behinderung hat sie eine Anstellung in einem Baumarkt bekommen. Misereor, das Katholische Hilfswerk der Katholischen Kirche, steht für eine Kirche, die sich für eine gerechte soziale Welt engagiert.

Miguel und Rosa. Sie haben jetzt einen Lebensplan, einen Weg zu einem menschenwürdigen Leben.

Auf ein Wort
Mehr zur Beitragsreihe "Auf ein Wort"