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Auf ein Wort

"Fridays for Future"

Von Ulrike Oetken

15. März 2019

"Wir nehmen den Klimaschutz wichtiger als unsere Schulbildung. Das sollen alle wissen" sagt meine Tochter am Frühstückstisch. Sie ist mitgegangen zur Demo am Freitag.

Eine Weltkugel in grün und blau. Ein Fieberthermometer, steckt in ihr. Es zeigt erhöhte Temperatur an. Daneben steht in dicken roten Buchstaben: "Rettet mich!" Das Ganze sorgsam auf ein Stück Pappe gemalt. An der Pappe ein aufgeklebter Holzstab. Den Stab hält ein etwa 10-jähriger Junge. Er steht in einer Gruppe Gleichaltriger auf dem Marktplatz der Bremer Bürgerschaft. Um die Gruppe herum andere Gruppen von Kindern und Jugendlichen. Die ganze Innenstadt brummt und ist in Bewegung. Überall Schüler und Schülerinnen aus ganz Bremen, die mit Transparenten und selbstgemachten Schildern zu Tausenden auf die Straße gegangen sind.

Sie demonstrieren für Klimaschutz, gegen die Erderwärmung, gegen Plastikmüll. Nicht nur in Bremen, in allen deutschen Städten haben sie dies am vergangenen Freitag getan. Und nicht nur in Bremen, in ganz Europa, sogar weltweit. "Fridays for Future" heißt die Bewegung, die von der 16-jährigen Greta aus Schweden angestoßen wurde. Immer mehr Kinder und Jugendliche schließen sich ihr an. Sie kämpfen für ihre Zukunft auf unserem bedrohten Planeten und dafür schwänzen sie die Schule.

Recht haben sie. "Warum soll ich für die Zukunft lernen, wenn ich keine Zukunft habe", steht auf einem Schild. Die Sorge um die Zukunft ist groß bei denen, die noch alles vor sich haben. Und diese Sorge ist kein Thema, das erst nach Schulschluss in der Freizeit stattfindet. Sie ist kein Hobby wie Fußball oder Klavierspielen. Sie betrifft das Leben aller und der Welt um uns herum. Ein starkes Zeichen für die gequälte Schöpfung, in der schon lange nicht mehr alles "sehr gut ist".

"Und siehe, es ist sehr gut", heißt es immer wieder in der Schöpfungsgeschichte der Bibel. Dafür müssen wir Menschen selbst Verantwortung übernehmen. Kinder und Jugendliche auf dem ganzen Globus wollen, dass es gut wird. Sie geben der fiebrigen Weltkugel ihr Gesicht und ihre Stimme. Wir tun gut daran, sie zu hören.

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