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Auf ein Wort

Von nicht erreichten Zielen

Von Vikarin Julia Frohn

29. Dezember 2019

Es ist kurz vor zwölf. Um alles zu erledigen, was ich mir dieses Jahr vorgenommen habe, bleiben mir noch zwei Tage. Drei, wenn ich optimistisch bin und heute dazu zähle. Die einen haben sich vorgenommen dieses Jahr ihren Körper zu stählen. Die anderen haben geplant endlich einen Sprung nach oben auf der Karriereleiter zu machen. Wieder andere erinnern sich nun erst, dass sie eigentlich viel entspannter und freundlicher durch das Jahr schreiten wollten. Für viele Jahresziele ist die Zeit nun etwas knapp geworden. Der Frust sitzt tief. Doch statt Eingeständnisse zu machen, werden neue Ziele gesteckt. Noch höhere Ansprüche an sich selbst gestellt. Nach dem Motto: Wenn dieses Jahr nicht, dann nächstes Jahr doppelt.

Am Jahresende drehen viele Menschen durch. Statt in Würde Abschied zu nehmen von diesem Jahr, sind sie mit ihren Gedanken und Plänen bereits beim nächsten. Man fertigt eine neue To-Do-Liste an. Nicht ohne Grund sind die Fitnessstudios am Jahresanfang so voll wie nie.

Doch ist es fair, das alte Jahr einfach auf das Abstellgleis zu schieben? Denn seien wir mal ehrlich – auch wenn der ein oder andere Haken auf der To-Do-Liste ausbleibt, so sind das Jahr über bestimmt auch bemerkenswerte Dinge geschehen. Ob schöne oder traurige. Es lohnt sich innezuhalten. Noch einmal Revue passieren zu lassen. Und diese Momente im Herzen zu tragen.

Dazu lädt Gott ein. Unsere Zeit in seine Hände zu legen. Abschied zu nehmen vom Jahr. Jeden einzigartigen Moment noch einmal wahrzunehmen. Und zu wissen, dass Gott mit mir ist. An guten und an schlechten Tagen. Beim Abschied nehmen und neu beginnen.

Auf ein Wort
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