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Auf ein Wort

Ewigkeitssonntag

Von Sabine Kurth

24. November 2019

Nun ist es also das 17. Mal. Eigentlich müsste ich mich schon daran gewöhnt haben. Erfahrung habe ich nach all den Jahren ja. Manchmal fällt mir der Weg leichter. Manchmal wollen die Tränen nicht aufhören zu fließen.

Vor siebzehn Jahren ist meine Mutter gestorben. Die Sehnsucht nach ihr ist tief in mir. Mit ihrem Tod hat sich meine Welt verändert. Was vorher selbstverständlich war, ist vorbei. Nie wieder miteinander reden. Vertrautes austauschen. Rat bekommen oder einfach nur in den Arm genommen werden. Nun hat sie eine neue Adresse. Nun besuche ich sie auf dem Friedhof. Es gibt Wochen, da denke ich kaum an sie. Dann wieder habe ich das Gefühl, ich muss unbedingt zu ihrem Grab.

Der Weg dorthin ist gesäumt von alten hohen Bäumen. Wenn ich ihn gehe, merke ich, wie ich ruhiger werde. Ich stehe an dem Grab. Mit Blumen. Fange an zu reden. Und die Sehnsucht wird größer. Macht das Herz so schwer. Denn eine Antwort bekomme ich nie mehr. Und ich bekomme keinen Rat, da kann ich noch so lange fragen. Und ich werde nicht mehr von ihr in den Arm genommen.

Das tut alles weh. Und doch fühle ich mich dort am Grab meiner Mutter nahe. Ich brauche diesen Ort. Einen Ort für meine Traurigkeit, für meine immer noch vorhandene Liebe, für meine Fragen. Und auch für meine Wut, denn mein Herz will immer noch nicht, dass sie tot ist.

Der Tod. So sicher. Er kommt immer zu früh, ist nie gerecht. Und er überfällt uns und macht so hilflos. Es war und ist schwer ohne meine Mutter. Weihnachten, mein Geburtstag, ihr Geburtstag, Familienereignisse – nun alles ohne sie. Ich bin so froh, dass mir mein Glaube hilft, vieles besser meistern zu können. Jesus hat versprochen, dass der Tod nicht Sieger bleibt. Unser Leben auf dieser Erde ist begrenzt. Wir haben alle eine bestimmte Zeitspanne, die wir leben. Der Tod nimmt uns aus dieser Welt. Er trennt uns. Doch Jesus sagt: Habt keine Angst davor. Das, was ihr wirklich seid. Dass was euch ausmacht, bekommt der Tod nicht. Über eure Seelen wird der Tod nicht das letzte Wort sprechen.

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