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Amazonassynode

Von Dieter Wekenborg

20. Oktober 2019

Die Bilder gingen im August um die Welt. Wälder im Amazonasgebiet brennen und Flüsse sind vergiftet. Diese Umweltkatastrophe im Amazonasbecken hat gezeigt, dass die Probleme dort sehr nahe bei uns sind – auch wenn es auf den ersten Blick nicht sichtbar ist. In Amazonien ist unmittelbar erfahrbar, was auf der ganzen Welt gilt. Alles ist mit allem verbunden. Wir Menschen sind Teil dieser Welt, die kostbar und zerbrechlich zugleich ist. Und auch unsere Art zu leben, zu konsumieren und zu kaufen, hier in Deutschland, verursacht diese Katastrophen. Das klingt dramatisch. Aber unsere Autos fahren mit Eisen aus Amazonien, auf unseren Tellern liegt Fleisch aus Amazonien. Das führt mit zu dieser ökologischen und sozialen Bedrohung. Dabei ist Amazonien einer der artenreichsten Lebensräume auf der Erde. Und vor allem: Die grüne Lunge und Sauerstoffgeber für die ganze Welt.

In Rom findet seit zwei Wochen die Amazonassynode der Katholischen Kirche statt. 185 Bischöfe und Experten vorwiegend aus dem Amazonasgebiet diskutieren die ökologischen, sozialen und kirchlichen Herausforderungen, die dringend einer Problemlösung bedürfen. Papst Franziskus hatte diese Synode schon vor zwei Jahren geplant. Damals konnte er nicht ahnen, wie aktuell das Thema heute ist. Am Amazonas zeigen sich die Folgen der in den Industrienationen konsumorientierten Art zu leben und zu wirtschaften. Papst Franziskus sagt: "Die Entwaldung Amazoniens bedeutet, die Menschheit zu töten." Damit sagt er: Es muss eine neue soziale und solidarische Art des Wirtschaftens und eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur und den Menschen auf den Weg gebracht werden.

Die Synode zeigt: Im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht der Mensch mit seinem Leben. Insofern ist christlicher Glaube immer politisch. Es gibt keine Trennung zwischen Glauben und politisch-sozialen Handeln. Der Einsatz für den Schutz des Regenwaldes, der Artenvielfalt, des Klimas und der Menschenrechte sind nicht nur für die Menschen und die Kirche in Amazonien bedeutsam, sondern auch für die Menschen und die Kirche weltweit.

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