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Auf ein Wort

Weitergehen

Von Dieter Wekenborg

20. September 2020

Wie soll das nur weitergehen? Die meisten Menschen kennen diese Frage. Oder besser gesagt, die meisten kennen Lebenssituationen, in denen sich diese Frage stellt. Tage, an denen man am liebsten alles hinschmeißen würde. Wo die Kraft und der Mut oder die Ideen fehlen, die Aufgaben anzupacken, die das Leben abverlangt. Wie gut ist es, wenn in solchen Situationen ein Mensch da ist, der mir Mut macht, damit ich weitergehen kann.

Aber Weitergehen, das kann auch leichter gesagt als getan sein. Dann nämlich, wenn sich Dinge ereignen, die mich vollkommen aus der Bahn werfen. Viele haben das in den letzten Monaten mit der Corona-Pandemie mehr oder weniger erlebt und erleben es bis heute. Aber auch darüber hinaus gab und gibt es Lebenssituationen, in denen ich selbst oder mein Leben radikal infrage gestellt sind. Das kann sein, weil ein Lebenstraum geplatzt ist, weil mir Zweifel an meinen Überzeugungen und Wertvorstellungen kommen, weil ich einen geliebten Menschen durch Tod verloren habe, weil Beziehungen zerbrochen sind oder weil ich schwer erkrankt bin. All das sind Situationen, in denen Worte wie: "Das wird schon wieder", "Die Zeit heilt alle Wunden", "Das Leben muss doch irgendwie weiter gehen", billiger Trost sind.

In schweren Lebenssituationen, wenn mich unvorhersehbare Krisen treffen, wenn ich nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll, gibt mir der Glaube an Gott Kraft zum Weitergehen.

In der Bibel wird davon erzählt. Jesus hat das mit seinen Worten und Taten vorgelebt. Er hat sich für Menschen eingesetzt, denen es nicht gut ging im Leben und die vom gesellschaftlichem Leben ausgeschlossen waren, warum auch immer. Und er hat sich immer wieder im Gebet an Gott, den er Vater genannt hat, gewendet und ihm vertraut. Durch sein Leben hat Jesus gezeigt: Glauben heißt vor allem: tun, was man selber nicht kann – zum Beispiel den Feind lieben. Tatsächlich: Füreinander einstehen und Gott vertrauen, das gibt Kraft zum Weitergehen.

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