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Auf ein Wort

Wallfahrt

Von Martin Schomaker

16. September 2018

„Es tut gut, sich auf den Weg zu machen“, sagt Bernhard, der heute wieder dabei ist. Er ist dabei, wenn sich  an diesem Sonntag mehrere Personen aus Bremen auf den Weg zum ungefähr 100 Kilometer entfernten Wallfahrtsort Lage-Rieste im Osnabrücker Land aufmachen.In jedem Jahr findet an einem Sonntag Mitte September eine große Wallfahrt zu diesem traditionellen Wallfahrtsort statt. Eingeladen sind besonders Kranke und diejenigen, die sich um Kranke sorgen. Aus vielen unterschiedlichen Orten kommen Menschen zusammen, so dass in Gemeinschaft mit mehreren hundert Personen auf dem großen Platz vor der Kirche ein festlicher Gottesdienst gefeiert wird. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, sich persönlich segnen zu lassen.

„Es ist gut, sich auf den Weg zu machen“, so denken Menschen schon seit Jahrhunderten und pilgern zu dieser Kirche, die von einem großen Holzkreuz aus dem 14. Jahrhundert geprägt ist. Die Ausmaße des Kreuzes sind beachtlich: Es ist drei Meter fünfzig hoch und einen Meter fünfzig breit. Für eine einzige Person ist es nicht möglich, dieses Kreuz zu tragen. Mindestens drei Personen werden zum Tragen dieses Kreuzes benötigt. Und genau dies wird in diesem Wallfahrtsort häufig praktiziert: Menschen nehmen vorsichtig das Kreuz von der Wand und tragen es betend um die Kirche. Dabei denken und beten sie für Menschen, die schwer krank sind, die – anders gesagt – ein schweres Kreuz zu tragen haben. Der Ort ist geprägt vom Gebet für diese Menschen.

Viele spricht die Form des Betens an: Das Gehen um die Kirche und das Mittragen des Kreuzes. Auf diese Weise ist das Beten körperlich deutlich zu spüren.

Mit Blick auf genau dieses Kreuz feiert die Gemeinde Gottesdienst und schaut auf Jesus Christus, der aus Liebe zu uns Menschen am Kreuz für uns gestorben ist. So wird das Kreuz zum Zeichen der Liebe Gottes, der keinen Menschen verlässt und zugesagt hat, besonders den Armen und Kranken nahe zu sein.

Es ist gut, sich an diese Zusage Gottes zu erinnern. In einer Geste wird dies spürbar. Ein Priester oder Diakon nimmt sich für jeden einzelnen Teilnehmer des Gottesdienstes Zeit und spricht ihm das Segensgebet zu: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Er wende dir sein Antlitz zu und schenke dir seinen Frieden“.

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