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Fisch aus Gemüse

Frosta entwickelt vegane Fischprodukte

23. Februar 2020, 12:40 Uhr

Lebensmittelhersteller sind dabei, einen veganen Fischersatz herzustellen. Einer davon ist Frosta Food Service in Bremerhaven. Bremen-Eins-Reporter Patrick Florenkowsky hat sich mal angeschaut, wie das mit dem veganen Fisch eigentlich funktionieren soll.

Ein Mann zerteilt veganen Fisch [Quelle: Radio Bremen]
Veganer Fisch schmeckt nicht nach Fisch, er immitiert nur Konsistenz und Inhaltsstoffe.

Fleisch, in dem kein Fleisch drin ist – also vegetarische Schnitzel, Gemüsefrikadellen, oder ähnliches – gibt es schon eine Weile und ist mittlerweile in in jedem Supermarkt zu finden. Veganer Fisch allerdings ist relativ neu. Aber es gibt bereits ein paar Hersteller, die damit rumprobieren. Einer davon ist Frosta in Bremerhaven. Frosta Food Service möchte den veganen Fischersatz bald in Kantinen, Mensen und Restaurants anbieten.

"Fisch vom Feld – geerntet, nicht gefangen" ist das Motto, mit dem der Frosta Food Service veganen Fischersatz auf den Markt bringen will. Und dieses Motto beschreibt ziemlich genau, was drin ist, im Fischersatz.

Das heißt wir haben weiße Gemüsesorten gesucht, wie z.B weiße Bohnen, Blumenkohl…und haben versucht aus diesen eine Masse zu erstellen, die vom Mundgefühl und von der Optik so ungefähr wie ein Fischfilet-Stück ist.

Burkhard Gabbe, Geschäftsführer von Frosta Food Service

Neben dem weißen Gemüse sind aber auch noch Leinöl und Hanföl im veganen Fisch. Die sollen dafür sorgen, dass der Fischersatz auch genug Proteine und Omega3 enthält. Dabei ist nebensächlich, dass der Fisch vom Feld eigentlich gar nicht wie Fisch schmeckt.

Natürlich wird unser Produkt nicht nach Fisch schmecken, es wird natürlich auch so sein, dass man merkt, dass es aus Gemüsebestandteilen besteht, aber vom Mundgefühl und von der Knusprigkeit hat man schon die Illusion ein Stück Fisch zu essen.

Fisch der nicht nach Fisch schmeckt

Daneben würden auch Fischstäbchen nur bedingt nach Fisch schmecken, so Gabbe.
In einem ersten Schritt wird der vegane Fisch ab dem Frühjahr in der Gastronomie, also in Restaurants, Mensen, Kantinen und Ähnliches verkauft. Die Zielgruppe für das neue Produkt wird dabei immer größer.

Wir haben ja sehr viele Menschen, die inzwischen sagen: ich verzichte mal auf Fisch oder Fleisch. Wir wollen den Menschen, die auf Fleisch verzichten wollen und eigentlich nur ein Fleischersatzprodukt haben eine Alternative bieten, in dem sie jetzt auch mal Fischersatzprodukte essen können. Und es sind natürlich die jüngeren Verwender, das ist ganz klar, die jüngeren Verwender sind unsere Zielgruppe.

Frosta hat laut Gabbe vor allem die Kompetenz in der Fischverarbeitung. Mit dem veganen Fisch will sich das Unternehmen aber nicht eigene Konkurrenz machen. Vielmehr erfordern die Umstände ein Umdenken.

Es gibt heute immer mehr Menschen, die in der Lage sind sich tierische Proteine zu leisten. Das war in der Vergangenheit nicht so, weil der Wohlstand in der Welt eben wächst. Die Fischbestände wachsen aber nicht. Und deswegen haben wir gesagt, wir müssen auch dafür sorgen, dass wir für die Zukunft ein Angebot haben, das Nicht-Tierisches-Protein liefern kann. Und das ist unsere Idee, dass wir sagen: für die Zukunft wird es diese Produkte geben, weil es sie geben muss.

Erst mal wird es den Fisch vom Feld nur in der Gastronomie geben. Aber noch in diesem Jahr plant Frosta auch veganen Fisch für den Einzelhandel.

Bremen Eins