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Die größten Alben aller Zeiten

Joe Jackson – Night and Day

28. Mai 2019

"Englishman in New York“ heißt einer der bekanntesten Songs von Sting. Und so hätte Joe Jackson das Album "Night and day" eigentlich auch nennen können. Denn tatsächlich ließ sich der kauzige Brite im "Big Apple" inspirieren. "Die größten Alben aller Zeiten": Bernd Schleßelmann über "Night and Day".

Cover: Joe Jackson, Night and Day, A&M [Quelle: A&M]
Joe Jackson, Night and Day, A&M [Quelle: A&M]

Tag und Nacht Jazz

 "Night and day": Der Titel des Albums, das 1982 erschien, ist eine Hommage an den amerikanischen Komponisten Cole Porter. Er schrieb den gleichnamigen Jazzklassiker genau 50 Jahre vorher für das Musical "Gay Divorce". Fred Astaire sang die Ballade 1932, landete damit einen großen Hit. Danach coverten unter anderem Frank Sinatra, die Comedian Harmonists, Billie Holiday und Ella Fitzgerald den Song. Dass Joe Jackson sein Album "Night and Day" nannte, zeigt seine große Vorliebe für die angesagte Musik der 30er und 40er Jahre. Bereits 1981 hatte er ein reines Swing-Album mit Nummern von Cab Calloway oder Louis Jordan veröffentlicht. 2012 widmete er seinem Idol, der Jazzlegende Duke Ellington, ein ganzes Album: "The Duke".

Länge: 3:08 Minuten
Datum:
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Zitate von Joe Jackson:

"Eigentlich wollte ich gar nicht Geige spielen lernen, aber es war nun Mal die einzige Möglichkeit, mich vor Sport zu drücken."

"Ich weiß, was ich will. Ich bin zwar ein Diktator – aber ich bin ein freundlicher Diktator. Die Menschen arbeiten gern mit mir."

"Ich bin nicht wirklich ein Geschichtenerzähler. Leute sagen zwar, ich hätte Geschichten in meinen Texten, aber ich sehe kaum welche, keine Erzählungen. Also kann ich wohl auch keinen Roman schaffen. Ich bin nur ein Klavierspieler."

"Im Popgeschäft ist es wie im übrigen Leben: 90 Prozent sind Schrott, der Rest ist in Ordnung. Ich möchte ganz gern zu den 10 Prozent gehören."

"Mike’s Murder"Der vergessene Soundtrack

Die Jahre in New York waren möglicherweise die wichtigsten in der Karriere von Joe Jackson. "Night and Day" war gerade erschienen, da hatte er schon einen Soundtrack in der Tasche. Er sollte die Musik für den US-Thriller "Mike’s Murder" mit Debra Winger in der Hauptrolle komponieren. Die Songs sind gewissermaßen die Zugabe seines erfolgreichen Albums, denn sie fügen sich musikalisch nahtlos ein. Gleich der erste Track heißt passenderweise "Cosmopolitan". Und auch bei "Memphis" ist der Name Programm – eine kraftvolle-Soul-Nummer, die Jackson später auch auf seinen Konzerten spielte. In dem Film tauchten die Stücke allerdings kaum auf, weil Warner Brothers einen neuen Soundtrack in Auftrag gab. Die Songs von Joe Jackson waren übrigens lange Zeit nur auf Vinyl erhältlich. Erst 2006 erschienen sie auf CD.

Bernd Schleßelmann

Titelliste
Another World4'00
Chinatown4'04
T.V. Age3'44
Target3'50
Steppin' Out4'20
Breaking Us in Two4'48
Cancer6'01
Real Men4'04
A Slow Song7'02

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 16. Mai 2019, 11:45 Uhr

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