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Die größten Alben aller Zeiten

Neil Young – Harvest

16. Mai 2019

Den eingefleischten Folk-Fans war es zu sehr Mainstream. Aber – fast – alle anderen haben es geliebt: "Harvest“ von Neil Young. Ein stilles Meisterwerk der frühen 70er Jahre. "Die größten Alben aller Zeiten“: Bernd Schleßelmann über "Harvest“.

Den eingefleischten Folk-Fans war es zu sehr Mainstream. Aber – fast – alle anderen haben es geliebt: "Harvest" von Neil Young. Ein stilles Meisterwerk der frühen 70er Jahre. "Die größten Alben aller Zeiten": Bernd Schleßelmann über "Harvest".

Autor/-in: Bernd Schleßelmann
Länge: 3:06 Minuten
Datum: Donnerstag, 16. Mai 2019
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Im Sommer 1971 gingen Crosby, Stills, Nash & Young im Streit auseinander. Und doch waren sie wenig später bereits wieder vereint: auf dem vierten Solo-Album von Neil Young. Seine ehemaligen Bandkollegen unterstützten den Sänger und Gitarristen bei mehreren Stücken. "Harvest“ erschien im Februar 1972 und war in den USA das meistverkaufte Album des Jahres. Neil Young war dieser unerwartete Erfolg und der Rummel um seine Person nicht ganz geheuer. Er zog sich erst einmal aus der Öffentlichkeit zurück.  Die Kritiken waren damals eher durchwachsen. Was schrieben die Musikzeitschriften "Sounds“ und "Rolling Stone“ sowie die britische "Times“ über "Harvest“?

Neil Young mit Gitarre auf dem Rücksitz eines Autos. [Quelle: DPA, Photoshot / Aaron Rapoport / Retna UK]
Neil Young [Quelle: DPA, Photoshot / Aaron Rapoport / Retna UK]

Romantisch oder einfach nur langweilig?

Es soll hier nicht bestritten werden, dass Neil Young im Vergleich zum großen Heer der heutigen Songschreiber die Fähigkeit besitzt, seine persönlichen Erfahrungen adäquat in Musik umzusetzen. Um aber seine Musik überhaupt ansatzweise erfassen zu können, bedarf es beim Hörer der gleichen emotionalen Voraussetzung, mit anderen Worten: Man muss sich Romantik, Sentimentalität und einen guten Schuss Schwachsinn bewahrt haben. Für denjenigen, der sich nicht mehr in der naiv-glücklichen Lage befindet, ist "Harvest" ein echter Langeweiler.
Bernd Gockel, Sounds

Ende des Hippie-Traums

Sicher nicht Youngs beste Platte, aber bis heute seine berühmteste – samt dem etwas dümmlichen Hit 'Heart Of Gold'. 'Harvest' steht für das Ende der Harmonieseligkeit und des Hippie-Traums, den Young selbst sehr bald mit den Platten 'Tonight’s The Night' und 'On The Beach' zerstören sollte.
Rolling Stone

Mit Country-Rock an die Spitze

"Harvest" beschwört sowohl den sterbenden Optimismus der Gegenkultur von San Francisco als auch den wachsenden Zynismus der Watergate-Generation – und kam als Höhepunkt des kalifornischen Country-Rocks in den USA und in England auf die Nr. 1. Aber seine Bedeutung wurde eigentlich schon von den Byrds und Buffalo Springfield vorweggenommen. Dennoch läutete diese LP zweifellos Youngs kreativste Phase ein. Er nutzte Harmonien von Linda Ronstadt und James Taylor und stieß mit der Hitsingle "Heart Of Gold" auf eine kommerzielle Goldgrube.
Burhan Wazir, Times

Titelliste
TitelDauer
Out On The Weekend4:35
Harvest3:11
A Man Needs A Maid4:05
Heart Of Gold3:07
Are You Ready For The Country3:33
Old Man3:24
There's A World2:59
Alabama4:02
The Needle And The Damage Done2:03
Words (Between The Lines Of Age)6:40

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 16. Mai 2019, 11:45 Uhr

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