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Die größten Alben aller Zeiten

Sting – The Dream Of The Blue Turtles

24. Januar 2019

"Der Traum der blauen Schildkröten" – das klingt verdächtig nach einem neuen Kinderbuch. In Wirklichkeit steckt hinter dem Titel "The Dream Of The Blue Turtles" natürlich das erfolgreiche Solo-Debüt von Sting aus dem Jahr 1985. "Die größten Alben aller Zeiten": Bernd Schleßelmann über "The Dream Of The Blue Turtles".

"Der Traum der blauen Schildkröten" – das klingt verdächtig nach einem neuen Kinderbuch. In Wirklichkeit steckt hinter dem Titel "The Dream Of The Blue Turtles" natürlich das erfolgreiche Solo-Debüt von Sting aus dem Jahr 1985. "Die größten Alben aller Zeiten": Bernd Schleßelmann über "The Dream Of The Blue Turtles".

Länge: 3:14 Minuten
Datum: Donnerstag, 24. Januar 2019
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Die Entdeckung des Jazz

Das muss man sich mal vorstellen: Im Sommer 1983 ist die Band "The Police" auf dem Gipfel ihres Erfolges. Der Song "Every Breath You Take" entwickelt sich zu einem Welthit und auch das dazugehörige Album "Synchronicity" verkauft sich blendend. Und trotzdem beendet Police-Sänger Sting die Zusammenarbeit mit Stewart Copeland und Andy Summers. Damit ist auch ihre ganz eigene Mischung aus Rock, Reggae und New Wave Geschichte. Denn Sting hat längst eine ganz andere Vorliebe entdeckt: Er will Jazz machen.

In Eddy Grants Studio auf Barbados trifft er die Jazzmusiker aus der Band von Wynton Marsalis: Schlagzeuger Omar Hakim, Pianist Kenny Kirkland und Wyntons Bruder Branford Marsalis am Saxofon. Sie werden den Sting-Sound in den nächsten Jahren prägen. Bassist Darryl Jones macht ihn übrigens während der Sessions 1984/85 mit seinem Idol Miles Davis bekannt. Das hat Folgen: Sting darf auf dessen Album "You’re Under Arrest" einen französischen Polizisten sprechen.

Sting [Quelle: Universal]

Die Kunst des Gurus

Sting brauchte kein Rauschgift, er war von sich selbst und seinem eigenen Genie berauscht. 'The Dream Of The Blue Turtles' ist die erste wahrhaft erwachsene Platte der Rockmusik, die mit jedem Ton beglaubigt: Rockmusik ist Kunst. Rockmusik ist Literatur. Rockmusik ist ernsthaft, Leute. Und Sting ist der Magister ludens, der Gelehrte, der Guru.

Arne Willander, Rolling Stone

Musikalisch dürfte "The Dream Of The Blue Turtles" die bislang befriedigendste Platte für Sting sein. Exzellente Produktion und Klangtechnik.

Franz Schöler, Stereo

Blaue Schildkröten erobern die Charts

1985 waren die Album-Charts in Deutschland fest in Frauenhand. Tina Turner, Jennifer Rush und Madonna waren die erfolgreichsten Sängerinnen. "Private Dancer", "Jennifer Rush" und "Like A Virgin" waren die meistverkauften Alben des Jahres. Da konnte kein Mann mithalten. Herbert Grönemeyer ("4630 Bochum") und Bruce Springsteen ("Born In The USA") schafften es nur auf die Plätze fünf und sieben. Und was ist mit Sting? Er landete mit seinem Debüt-Album bei der Endauswertung immerhin noch auf Platz 25. Der Traum der blauen Schildkröten kam bis auf Platz vier und hielt sich 48 Wochen in den deutschen Album-Charts. In zwei Ländern erreichte das Album die Spitzenposition – Italien und Niederlande. Bis heute wurde "The Dream Of The Blue Turtles" weltweit knapp 4,6 Millionen Mal verkauft.

Bernd Schleßelmann

Albumdaten

The Dream Of The Blue Turtles
von Sting
VÖ: 31. Mai 1985
Die Songs
TitelDauer
If You Love Somebody Set Them Free4:15
Love Is The Seventh Wave3:31
Russians3:57
Children's Crusade5:01
Shadows In The Rain4:50
We Work The Black Seam5:42
Consider Me Gone4:20
The Dream Of The Blue Turtles1:17
Moon Over Bourbon Street4:00
Fortress Around Your Heart4:39

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 24. Januar 2019, 11:45 Uhr

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