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Die größten Alben aller Zeiten

ABC – Lexicon Of Love

4. September 2019

"Das Lexikon der Liebe": Klingt schön kitschig nach einem überflüssigen Roman. Dabei verbirgt sich hinter dem Titel ein glitzerndes Meisterwerk der 80er: "The Lexicon Of Love" von der Band ABC. Das mit dem Kitsch ist gar nicht so weit hergeholt. "Die größten Alben aller Zeiten": Bernd Schleßelmann über "The Lexicon Of Love".

Länge: 3:00 Minuten
Datum:
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Mit viel Bombast in die 80er

Das Album "The lexicon of love" wurde 1982 von Trevor Horn produziert. Einfach nur ein Produzent, ein Soundtüftler oder ein genialer Knöpfchendrücker? "Der Spiegel" ging noch weiter: "Der Mann, der die 80er erfand" lautete eine Schlagzeile über den Mann aus Durham. Tatsache ist: Ohne Trevor Horn hätten die 80er definitiv anders geklungen. Der Produzent, der im Juli 70 Jahre alt wurde, hat den Sound dieser Dekade entscheidend geprägt. Und das lag nicht nur am Liebeslexikon von ABC.

Trevor Horn steht mit Gitarre auf der Bühne. [Quelle: Imago, Zuma Press]
Trevor Horn im Jahr 2015. [Quelle: Imago, Zuma Press]

Horn saß auch am Mischpult, als Frankie Goes To Hollywood ihren Mega-Hit "Relax" und ihr Debütalbum "Welcome 'To The Pleasuredome" aufnahmen. Sein Sound klang futuristisch und pompös. Egal, ob Grace Jones oder Yes die Interpreten waren: Die Progressive-Rock-Band schaffte mit seiner Hilfe ein Comeback: "Owner of a lonely heart" wurde ihr größter Hit. Trevor Horn hätte damals auch einen kaputten Wecker zum globalen Sex-Symbol zaubern können – ihm gelang einfach alles, schrieb der britische Musik-Kritiker Bob Stanley.

Bernd Schleßelmann

Pressebild der Band ABC, veröffentlicht durch Mercury Records [Quelle: Mercury Records/PolyGram]
Pressebild der Band ABC, veröffentlicht durch Mercury Records [Quelle: Mercury Records/PolyGram]

Cool und energiegeladen

In Deutschland war das ABC-Album Anfang der 80er längst nicht so angesagt wie in Großbritannien. Es kam noch nicht einmal unter die Top Twenty. Aber trotzdem gab es natürlich begeisterte Fans dieses neuen Sounds. Einer von ihnen: Bremen Eins-Musikredakteur Christian Höltge. Hier beschreibt er, welche Bedeutung "The lexicon of love" für ihn hat.

1982: Die Mode war bunt, doch die Bundeswehruniform, die ich als Trompeter beim Heeresmusikkorps tragen musste, war grau. Tagsüber gab es für uns Märsche, abends dann als Ausgleich Jazz mit Gleichgesinnten – im Big-Band-Sound. Meine musikalischen Vorbilder damals hießen Chet Baker, Freddie Hubbard und Dizzy Gillespie.

Dann gab mir ein Freund einen Tipp: Es gäbe da eine englische Band mit einem coolen Sound und einem simplen Namen: ABC.  Und deren zwischen Synthie-Pop, schwarzen Grooves und Saxophonklängen aufgespannte Songs hatten mich vom ersten Ton an in ihren Bann geschlagen.  Dazu der energiegeladene Gesang von Martin Fry. "The Lexicon Of Love" gehört für mich zu den wirklich großen Alben der 80er: kühl und gleichzeitig voller Glut, unnahbar und doch zupackend.  Wenn ich rückblickend mein persönliches Lebensgefühl der frühen 80er-Jahre in ein Album packen müsste, dann wäre das zweifelsohne “The Lexicon Of Love“.  Und in meinem Plattenregal steht diese Vinyl-Perle mit ihrem stylishen Cover noch heute.

Christian Höltge

Titelliste
TitelDauer
Seite A
Show Me4'02
Poison Arrow3'24
Many Happy Returns3'56
Tears Are Not Enough3'31
Valentine's Day3'42
The Look of Love (Part One)3'26
Date Stamp3'51
All Of My Heart5'12
4 Ever 2 Gether5'30"
The Look of Love (Part Four)1'02

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 5. September 2019, 11:45 Uhr

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