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Größte Alben aller Zeiten

Talk Talk – The Colour Of Spring

23. Januar 2020

Ihre Karriere war kurz, ihr Stil kaum einzuordnen: Talk Talk gehörten zu den außergewöhnlichsten Bands der 80er. Und so erfolgreich wie mit "The Colour Of Spring" waren sie nie wieder. "Die größten Alben aller Zeiten": Bernd Schleßelmann über "The Colour Of Spring".

Ihre Karriere war kurz, ihr Stil kaum einzuordnen: Talk Talk gehörten zu den außergewöhnlichsten Bands der 80er. Und so erfolgreich wie mit "The Colour Of Spring" waren sie nie wieder. "Die größten Alben aller Zeiten": Bernd Schleßelmann über "The Colour Of Spring".

Autor/-in: Bernd Schleßelmann
Länge: 3:30 Minuten
Datum: Donnerstag, 16. April 2020
Sendereihe: Der Vormittag | Bremen Eins

Mit "The Colour Of Spring" ließen Talk Talk 1986 den Synthi-Pop, mit dem sie bekannt geworden waren, hinter sich. Statt dessen setzte die Band verstärkt auf klassische Instrumente wie Orgel, Piano, Saxophon und akustische Gitarren. Das Album erreichte in Deutschland und Großbritannien die Top Twenty der Charts. Darauf befindet sich auch der letzte Hit von Talk Talk: "Life's What You Make It".

Talk Talk [Quelle: Imago, United Archives]
Talk Talk [Quelle: Imago, United Archives]

Ein stiller Rebell

Talk Talk [Quelle: Imago, United Archives]
Mark Hollis [Quelle: Imago, United Archives]

Der kreative Kopf von Talk Talk war der Brite Mark Hollis, geboren im Januar 1955 in London. Eigentlich soll er Kinderpsychologe gewesen sein, war verheiratet und hatte zwei Söhne – doch viel mehr weiß man nicht über sein Privatleben.

Scheu war er, etwas schlaksig, Mittelscheitel, Segelohren – Hollis galt als der absolute Anti-Popstar. Interviews gab er nur selten, und wenn doch, dann kam er für viele etwas sonderbar rüber – er zog zum Beispiel musikalische Parallelen zwischen seiner Musik und der des russischen Kammermusikers Schostakowitsch. Nur eine der vielen Anmerkungen, die Außenstehenden oft seltsam vorkamen. Mit seiner Band Talk Talk stand er schließlich für astreinen Synthie-Pop und reihte sich problemlos zwischen Bands wie Depeche Mode oder Duran Duran ein. Doch diesen Kommerz, den mochte Mark Hollis nicht.

Damit Musik gut ist, braucht sie Kraft, Gefühl. In der Minute, in der das Gefühl verschwindet, wird es Kabarett.

Zitat: Mark Hollis, Spiegel

Ein geplanter Flop

Ja, er konnte Hits schreiben – wollte es aber irgendwann einfach nicht mehr. Das Album nach "The Colour Of Spring" war "Spirit of Eden" – und er wußte, dass es ein Flop wird, dass es das Ende des Erfolgs sein wird. Das war sein Plan. Die Platte wurde 1988 veröffentlicht und hatte so gar nichts mehr mit den vorherigen Werken der Band gemeinsam – Plattenfirma und Fans waren gleichermaßen entsetzt. Doch Hollis war das egal, für ihn zählte nur der künstlerische Befreiungsschlag.

Es folgten noch ein weiteres Talk-Talk-Album, ähnlich experimentell wie sein Vorgänger. 1998 dann das erste und einzige Solo-Werk von Hollis. Es endet mit zwei Minuten absoluter Stille – genau wie die Karriere von Mark Hollis. Denn unmittelbar nach der Veröffentlichung zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Am 25. Februar 2019 starb Mark Hollis nach kurzer schwerer Krankheit in London. Was er in den vergangen 21 Jahren gemacht hat, weiß man nicht. Er war abgetaucht. In absoluter Stille.

Bevor du zwei Noten spielst, lerne erst einmal eine Note zu spielen – und spiele diese eine Note nur, wenn du auch einen Grund dafür hast.

Mark Hollis

Michelle Brückner

Albumdaten

The Colour Of Spring
Talk Talk
Label: Parlophone Label Group (Plg) (Warner)
VÖ: Februar 1986

Die Songs

TitelLänge
Happiness Is Easy6:30
I Don't believe In You5:02
Life's Is What You Make It4:28
April 5th5:51
Living In Another World6:58
Give It Up5:17
Chameleon Day3:20
Time It's Time8:14

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 16. April 2020, 11:45 Uhr

Talk Talk - Life's What You Make It (Official Video)
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