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Bremen Eins Buntes

10 Jahre Smartphone

Fluch oder Segen?

Gespräch mit dem Hirnspezialisten Manfred Spitzer

29. Januar 2019

Telefonieren, Emails, Fotografieren, Mediathek, Internet, Licht schalten und noch vieles mehr kann das Smartphone heutzutage. Mittlerweile aber sind viele genervt von den Dingern. Aus unterschiedlichsten Gründen. Bremen-Eins-Reporter Axel Pusitzky hat den renormierten Hirnspezialisten Manfred Spitzer getroffen und mit ihm und anderen über das Thema Smartphone gesprochen.

Telefonieren, Emails, Fotografieren, Mediathek, Internet, Licht schalten und noch vieles mehr kann das Smartphone heutzutage. Mittlerweile aber sind viele genervt von den Dingern. Aus unterschiedlichsten Gründen. Bremen-Eins-Reporter Axel Pusitzky hat den renormierten Hirnspezialisten Manfred Spitzer getroffen und mit ihm und anderen über das Thema Smartphone gesprochen.

Autor/-in: Axel Pusitzky
Länge: 2:38 Minuten
Datum: Dienstag, 29. Januar 2019
Sendereihe: Der Morgen | Bremen Eins

Für Prof. Manfred Spitzer, Direktor der Psychiatrischen Uni-Klinik in Ulm, sind Smartphones ganz klar ein Fluch. Er sagt: Smartphones machen uns krank und nennt diese Beispiele:

  • Kurzsichtigkeit
  • Depressionen
  • Demenz
  • Bluthochdruck
  • Diabetes

Und daraus folgen:

  • Schlaganfälle
  • Herzinfarkte
  • Haltungsschäden
  • Übergewicht

Für Jugendliche sind Handys normal. Sie sind fester Bestandteil ihres Lebens. Eine Umfrage unter Jugendlichen ergab eine Nutzung von zwei bis vier Stunden pro Tag. Hauptsächlich werden dabei Social-Media-Portale benutzt.

Die mobilen Endgeräte haben Auswirkungen auf unser Leben, sagt Hirnforscher Spitzer. Und zwar meistens keine positiven. Gerade bei den Jüngeren gibt es überraschende Entwicklungen:

Bei der jüngeren Generation haben als Ursache für Autounfälle die Smartphones den Alkohol überholt.

Doch nicht nur gesundheitliche Schäden nehmen laut Spitzer zu. Smartphones sorgen auch für Unruhe und Zoff in Familien. Eltern kapitulieren zum Teil vor der übermäßigen Nutzung: Ständig erreichbar sein, ständig im Internet. Facebook, Instergramm, Youtube.

Übertriebene Smartphone-Nutzung macht auch dumm, klagt Spitzer an:

Es beeinträchtigt unsere Bildung. Wir lagern in Smartphones aus, benutzen unser Gehirn weniger. Und wenn man das Gehirn weniger nutzt, passiert letztendlich das Gleiche, als wenn man Muskeln weniger benutzt.

Das betrifft übrigens auch ältere Menschen, bei denen die Handys natürlich auch längst zum Alltag gehören.

Viele sind mittlerweile genervt vom Smartphone, von der ständigen Erreichbarkeit und der ganzen Bimmelei.

Man trifft sich zum Kaffee, zum Essen, und die meisten Leute haben neben sich das Smartphone liegen, und kaum sind wir im Gespräch, wird das Ding hochgenommen. Und ich habe gesagt, ich verbiete es jetzt bei mir. Wenn wir zusammensitzen und es gemütlich haben wollen – und permanent wird das gestört. Ich finde das einfach unverschämt.
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