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Hilfe für Hundehalter

Martin Rütter beantwortet Ihre Fragen

1. November 2019

Warum ist mein Hund immer in einer bestimmten Situation aggressiv? Wie bringe ich ihn dazu, nicht aufs Sofa zu springen, oder wie kann ich ihn ein paar Pfunde abspecken lassen? Fragen über Fragen, die Hundeexperte Martin Rütter einmal wöchentlich auf Bremen Eins beantwortet.

Martin Rütter [Quelle: Alex Stiebritz]
Martin Rütter beantwortet Ihre Fragen auf Bremen Eins. [Quelle: Alex Stiebritz]

Fragen Sie via Whatsapp oder Formular

Martin Rütter [Quelle: Klaus Grittner]
Martin Rütter hat den Blick für Hunde. [Quelle: Klaus Grittner]

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Sie können Ihre Frage übrigens auch direkt via Whatsapp unter der Hörernummer 0421-246611 einsprechen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nicht jede Frage stellen können, sondern bei einer Vielzahl eine Auswahl treffen müssen.

Martin Rütter beantwortet Ihre Fragen ab dem 13. November 2019 jeden Mittwochvormittag, 10:15 Uhr | Bremen Eins

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Bisherige Fragen und Antworten

Uwe Bruns aus Findorff hat Probleme seinen Hund im Fahrradkorb mitzunehmen:

Martin Rütter erklärt, wie man dem Hund den Fahrradkorb schmackhaft macht [1:22 Minuten]

Martin Rütter: Wenn man einen kleinen Hund hat, macht es natürlich Sinn, ihn an einen Korb zu gewöhnen, der am Fahrrad befestigt wird. Aber wenn der Hund sagt: "Mmh, das Körbchen find ich komisch!" Dann bitte nicht am Fahrrad starten, sondern dieses Körbchen erst mal zunächst zu Hause etablieren. Das heißt, jeden Tag steht dieses Körbchen herum. Es kommen ein paar Lieblingsleckerchen hinein. Der Hund kann in den Korb hineinklettern und kann sich darin wohlfühlen. Er kann darin ein Schweineohr kauen und wieder raus gehen. Also bringen Sie nicht das Fahrradkörbchen sofort an, sondern erst mal zu Hause als Ruhestätte etablieren. Das kann gerne auch mal drei vier fünf Wochen dauern. Sodass der Hund von sich aus und alleine in der Wohnung gerne im Körbchen liegt. Und wenn man das geschafft hat, erst dann geht es ans Fahrrad.

Uwe Maurer aus Blender im Kreis Verden fragt: Mein Hund hält immer einen großen Abstand zwischen uns beiden und kommt nur zögerlich näher zu mir. Wie kann ich das Verhalten ändern?

Uwe Maurer aus Blender im Kreis Verden fragt: Mein Hund hält immer einen großen Abstand zwischen uns beiden und kommt nur zögerlich näher zu mir. Wie kann ich das Verhalten ändern? Auf die Hörerfrage gibt Hundeprofi Martin Rütter Antwort.

Autor/-in: Martin Rütter
Länge: 1:07 Minuten
Datum: Mittwoch, 27. November 2019
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Martin Rütter: Wenn ein Hund ein bisschen zögerlich; ein bisschen ängstlich ist, dann ist es immer wichtig ihm nicht frontal zu begegnen und nicht von oben. Also wenn man einem solchen Hund gegenübersteht und beugt sich noch über ihn, dann wird dieser immer mehr Unsicherheiten entwickeln. Hier ist es ratsam, in die Hocke zu gehen und sich seitlich drehen, sodass der Hund die Möglichkeit hat, sich von der Seite zu nähern. Es hilft natürlich auch immer, eher ruhig zu sein, nicht so offensiv, nicht laut, den Hund mal schnüffeln lassen und Kontakt aufnehmen. Dann wird der Hund sich sehr schnell daran gewöhnen: "Okay, dieser Mensch ist nicht bedrohlich!"

Was man unterstützend und begleitend machen kann, ist einen solchen Hund nur aus der Hand zu füttern – also dass es keine festen Mahlzeiten gibt oder der Hund seine Nahrung aus dem Napf oder einem Trog bekommt. So wird wirklich jeder Kontakt zum Menschen mit Futter positiv verstärkt.  Entscheidend ist aber die Körpersprache.

Burkhard Sackmann aus Brockel im Kreis Rotenburg fragt: Hallo Herr Rütter, unsere sieben Monate alte Golden Doodle Hündin kann schon viele Grundkommandos sehr gut, der Rückruf klappt wenn wir allein sind auch, selbst in der Feldmark bei Ablenkung. Aber sowie andere Personen zum Beispiel an der Straße oder am Grundstück sind, läuft sie zur Begrüßung dort hin. Auf den Rückruf, auch mit Hundeflöte, reagiert sie erst nach Begrüßung. Einigen Fahrradfahrern läuft sie auch gerne mal hinterher; ist dabei, Gott sei Dank, ohne jegliche Aggression, was uns aber trotzdem unangenehm ist! Warum macht sie das und wie gewöhne ich ihr das ab?

Martin Rütter über die Pubertät von Hunden [1:24 Minuten]

Martin Rütter: Hier liegt ganz klar der Schlüssel in dem Alter: Der Hund ist jetzt sieben Monate alt, sprich die Pubertät schießt ein und genau in dieser Phase sind Hunde wahnsinnig neugierig und erkunden die Welt noch mehr als früher. Ein ganz junger Hund – drei, vier Monate alt – ist sehr empfänglich für seinen Menschen und eher ganz stark fixiert auf die Familie. Aber mit sieben Monaten startet das sogenannte Explorationsverhalten. Das bedeutet, die Hunde erkunden die Welt und alles wird wichtiger als der eigene Mensch. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass dieser sieben Monate alte Hund erst zurückkommt, nachdem er die Menschen abgeschnüffelt und Kontakt hatte. Das bedeutet, in dieser Phase sollte der Hund möglichst häufig an einem Brustgeschirr und einer Schleppleine sein. Dann kann ich nämlich Einfluss nehmen. Dadurch kann ich trainieren: "Schau mal, da ist etwas, was du spannend findest. Du kommst aber erst mal nicht dran. Wenn du aber zu mir zurückkommst und Dir Deine Belohnung abholst, dann darfst du im zweiten Schritt dir die Verlockung mal ganz genau anschauen!" Also im Grunde dreht man die Reihenfolge um: Erst Kontakt zum eigenen Menschen – dann Kontakt nach außen. Und versprochen: das Schöne an der Pubertät – sie geht vorbei.

Jana Lehmann aus Bremen-Vegesack fragt: "Gibt es schwer erziehbare Hunde? Also, Hunderassen, die von Natur aus nicht hören wollen?"

Martin Rütter über die Erziehbarkeit von verschiedenen Hunderassen [1:21 Minuten]

Martin Rütter antwortet: Im Grunde kann man sagen, dass Hütehunde, wie Border-Collies, Australian Shepherd oder Bearded-Collies darauf gezüchtet wurden mit den Menschen zu kooperieren und dadurch natürlich leichter zu erziehen sind. Denn die bringen es genetisch schon mit, kooperieren zu wollen. Trotzdem ist es jetzt ein Irrglaube zusagen: "Na ja, dann hole ich mir solch einen Hund. Mit dem ist es leichter!" Doch gerade diese Hunde wollen und müssen ja wahnsinnig intensiv beschäftigt werden und das können die wenigsten Leute leisten. Deshalb kann man also nicht sagen, ja der ist leicht erziehbar. Im Umkehrschluss ist natürlich ein Hund, der auf Eigenständigkeit gezüchtet wurde, als Beispiel ein sogenannter Herdenschutzhund, wie ein Kangal oder ein russischer Owtscharka, die sind dafür gemacht, ganz alleine eine Herde zu bewachen und sie zu beschützen. Dass der nicht besonders einfach zu erziehen ist, ist ja klar. Der wird sich bei jedem Signal oder Kommando eines Menschen fragen: "Wozu brauche ich das eigentlich!"

Aber grundlegend, wenn ich mal von ein paar wenigen Ausreißern absehe, ist es schon immer möglich einen Hund zu erziehen. Die Menschen sagen immer nur sehr gern:

'Ach ja, ich habe die Rasse sowieso, die ist besonders schwer zu erziehen oder mein Hund ist ganz besonders kompliziert!' ich muss leider sagen, dass es meistens an den Menschen liegt.

Live ist Martin Rütter mit seiner Show am 28. Februar 2020 in Bremerhaven zu sehen, präsentiert von Bremen Eins.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Montag, 4. November 2019, 8:25 Uhr

Martin Rütter in Bremerhaven
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