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Bambusbecher im Test

Umweltfreundliche Mehrweg-Becher?

23. Juli 2019

Der Coffee "to go" gehört für viele immer noch zum modernen Live-Style dazu. Da Einweg-Becher schädlich für die Umwelt sind, greifen viele zu Mehrweg-Alternativen, zum Beispiel aus Bambus. Wie schneiden diese beim Verbrauchertest ab? Sabine Schimanski hat mit Julia Schwietering von Stiftung Warentest über die Ergebnisse gesprochen.

Einweg-Becher schädlich für die Umwelt sind, greifen viele zu Mehrweg-Alternativen. Stiftung Warentest hat nun Becher aus Bambus getestet.

Autor/-in: Sabine Schumanski, Julia Schwieterig
Länge: 3:37 Minuten
Datum: Dienstag, 23. Juli 2019
Sendereihe: Der Morgen | Bremen Eins

Julia Schwietering erklärt, dass insgesamt zwölf unterschiedliche Typen von Mehrweg-Bechern aus Bambus getestet wurden. Zum einen wurden Verpackungsangaben und Deklaration auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft. Also: Stimmen die Angaben zu Materialzusammensetzung, Verwendungsbedingungen, Abbaubarkeit und Recycling? Lediglich ein Becher hat in diesem Punkt gut abgeschnitten.

Schadstoffgehalt bedenklich

Außerdem wurden die Becher auf Schadstoffe geprüft. Denn alle Becher enthalten außer Bambus auch Kunststoff. Und dieser kann Schadstoffe abgeben, die wir dann mit dem Getränk zu uns nehmen.

In dem Test wurde zunächst die Kunststoffart bestimmt. Also: welche Kunststoffart wurde bei der Herstellung des Bechers verwendet. Dann wurden sie auf die Schadstoffe Melamin und Formaldehyd geprüft. Gemessen wurde, ob davon etwas aus dem Becher herauskommt und wenn ja, wie viel davon.

In allen zwölf Bechern haben wir Kunststoff gefunden. Das ist ein Melaminharz, das wir gefunden haben. Das besteht aus den Baustoffen Melamin und Formaldehyd und ist wirklich als Kunststoff eingeordnet. Es ist also nicht so, wie es scheint, dass die Becher aus reinem Bambus sind, oder Naturbecher sind. Da ist immer Kunststoff drin, sonst würden die gar nicht zusammen halten.

Das klingt erstmal ernüchternd. Wer sich einen Becher aus Bambus kauft, denkt ja wahrscheinlich, dass er da einen Naturbecher erstanden hat. Wie sieht es denn mit der Schadstoffbelastung aus?

Wir haben bei sieben von den zwölf getesteten Bechern Schadstoffmengen gefunden, die über die Grenzwerte hinausgehen. Das heißt, da kommt zu viel, in diesem Fall war es Melamin, raus. Melamin ist ein Stoff, der in Verdacht steht, Erkrankungen im Blasen-und Nierensystem zu verursachen. Also erstmal nicht gut.

Lediglich ein Becher war dabei, der gut gekennzeichnet war und bei dem relativ wenig an Schadstoffen rausgekommen ist. Aus dem kann man bedenkenlos seinen Kaffee genießen.

Fazit: Bambusbecher halten ihr Umweltversprechen nicht. Eine Alternative sind Becher aus reinem Kunststoff, also reinem Polypropylen, die sich auch besser recyceln lassen. Oder die stilvollere Variante aus gehärtetem Glas- oder Keramik.

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