Wissen

Home Wissen Themen

Selbstfahrende Autos

Die Vision Bremer Forscher

19. Mai 2017

Selbstfahrende Autos auf Bremer Straßen - das ist das langfristige Ziel von Prof. Dr. Christof Büskens und seinem Forschungsteam an der Universität Bremen. Alle Genehmigungen sind eingeholt, ersten Testfahrten steht nun nichts mehr im Wege. Wohin geht die Entwicklung?

Testfahrzeug der Universität Bremen [Quelle: Radio Bremen]

Auf den ersten Blick ein "ganz normales" Auto...

Testfahrzeug der Universität Bremen [Quelle: Radio Bremen]

...die Technik ist im Kofferraum versteckt.

Testfahrzeug der Universität Bremen [Quelle: Radio Bremen]

Sensoren ermöglichen die fahrerlose Navigation.

Testfahrzeug der Universität Bremen [Quelle: Radio Bremen]

Auch im Innenraum gibt es mehr Instrumente.

Testfahrzeug der Universität Bremen [Quelle: Radio Bremen]

Das Test-Auto hat einen Elektroantrieb.

Die Vision

Projektleiter Prof. Dr. Christof Büskens plant bereits für Juni erste autonome Fahrten auf der Teststrecke. Bis Juli werde man sich dann vermehrt auf Parksituationen konzentrieren. "Von da aus wollen wir uns dann weiterentwickeln. Das nächste wird sein, ein Fahrzeug irgendwo abzustellen. Es sucht sich selbstständig einen Parkplatz und parkt auch selbstständig ein“, so Büskens.

Die Aussicht, dass Fahrzeuge ganz ohne menschliche Bedienung auskommen, bewertet Büskens als realistisch.

"Das ist eine Vision, die sehr weit in die Zukunft geht, in den nächsten drei Jahren werden wir das noch nicht erleben. Das wird uns eher die nächsten 20, 30 oder auch 40 Jahre begleiten.“

Herausforderungen

Auch anstehende Probleme und Gefahren werden in den kommenden Jahren der Testphase Teil der Forschungsarbeit sein. Neben umfassenden Änderungen der Infrastruktur hebt Büskens besonders die Auswirkungen der jüngsten Cyber-Attacke „Wanna Cry“ hervor. „Die vernetzten Fahrzeuge sind natürlich auch Angriffsfläche für Hacker und Kriminelle. Das ist der Preis der Digitalisierung, den wir gerade zahlen. Als Forscher möchte ich diese Gefahren natürlich immer komplett ausschließen, zur Zeit kann ich das aber leider noch nicht“, resümiert Büskens.

Professor Christof Büskens im Interview [Quelle: Radio Bremen]
Projektleiter Christof Büskens

Wo wird getestet?


Auf Land- und Bundesstraßen zwischen Bremen, Fischerhude und Oyten, außerdem auf einem Teilabschnitt der Autobahn 27 zwischen den Anschlussstellen Horn-Lehe und Oyten.




Was können die Fahrzeuge leisten?

  • Reduzierung von Unfällen:

„Computer reagieren wesentlich schneller als Menschen, bereits eingesetzte Bremsassistenten sorgen schon heute für einen enormen Rückgang der Unfallzahlen. Das autonome Fahren ist dann die nächste Stufe der Technik.“

  • Demokratischeres Fahren:

„Es wird demokratischer auf den Straßen werden. Drängler, Raser aber auch Schleicher fallen durch ein automatisiertes Fahren weg.“

  • Staureduzierung:

„Die schnelleren Reaktionen der Autos machen viel geringere Mindestabstände möglich. Gerade im Stadtverkehr können beispielsweise mehrere Autos gleichzeitig grüne Ampelphasen überqueren weil sie gleichzeitig anfahren, beschleunigen und bremsen.“

  • Verbesserte Verkehrskommunikation:

„Denkbar ist eine Kommunikation der Fahrzeuge untereinander, Staus oder gefährliche Witterungsverhältnisse werden so gegenseitig gemeldet und automatisch umfahren. Aber auch Straßen können in einer erweiterten Dimension in diese Kommunikation miteingebunden werden und geeignete Routenvorschläge an die Autos senden.“

  • Mehr Flexibilität

„Autonomes Fahren ermöglicht auch mehr Mobilität im Alter. Menschen ohne eigenes Auto, gültige Fahrerlaubnis oder Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel sind deutlich flexibler.“

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 19. Mai 2017, 19:30 Uhr

Selbstfahrendes Auto könnte schon bald fahren Teststrecke für selbstfahrende Autos in Bremen Selbstfahrende Kleinbusse geplant
Wissen