Wissen

Home Wissen Themen

Schlafstörungen nehmen zu

5 Tipps, wie Sie besser schlafen

18. Mai 2017

Vier von zehn Arbeitnehmern im Land Bremen leiden an Schlafstörungen. Die Zahlen sind laut DAK-Gesundheitsreport rasant gestiegen. Schlafmediziner Hans Jörg Baumann erklärt, was man tun kann, um gut ein- und durchzuschlafen.

Laut dem neuen Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten Krankenkasse kämpft fast jeder zweite Bremer mit Schlafstörungen, jeder Dritte geht müde zur Arbeit. Die DAK hat dafür Daten von 14.000 berufstätigen Versicherten ausgewertet. Im buten-un-binnen-Studio erklärt die Bremer Schlafmedizinerin Sabine Bunten, wann schlechter Schlaf zum Problem wird und warum es hilft Einschlafrituale zu verändern.

Autor/-in: Anna Berkhout
Länge: 5:23 Minuten
Datum: Donnerstag, 18. Mai 2017
Sendereihe: Online | Radio Bremen

1. Rituale suchen

Es ist eigentlich ganz einfach: Schon als Kind haben wir gelernt, dass Rituale zum ins Bett Gehen dazugehören. Das hilft auch im Erwachsenenalter, sagt Hans Jörg Baumann, Leiter des Schlafzentrums am Ameos Klinikum Bremerhaven. "Man muss dem Körper signalisieren, dass er sich jetzt vom Wachzustand auf den Schlaf umstellen soll." Wie das Ritual aussieht, das muss jeder für sich entscheiden. "Die einen lesen in einem Buch, die anderen trinken eine Tasse Tee." Auch die beliebte heiße Milch mit Honig könne helfen, wenn dies dem Körper das Gefühl verschaffe, sich jetzt entspannen zu können.

2. Vorher entspannen

Auf die Entspannung kommt es an. "Der Körper schläft ein, wenn er entspannt ist", sagt Baumann. Und dann, wenn ihm signalisiert wird, dass die Aktivitäten des Tages nun beendet sind. "Joggen, schnell duschen und dann sofort einschlafen wollen, klappt deshalb oft nicht." Besser ist es, ein paar Stunden vor dem Zubettgehen Sport zu treiben, so dass der Körper sich dann auf eine Ruhephase einstellen kann. Denn Bewegung am Tag führt abends zu einem wohligen Müdigkeitsgefühl. Vor dem Schlafengehen sollten es eher beruhigende Aktivitäten sein. Manche Menschen entspannen sich bei einem Spaziergang an der frischen Luft, andere bei ein paar Yoga- Übungen. Alkohol führt zwar dazu, dass man schnell einschläft, doch die Qualität des Schlafes insgesamt wird gemindert. Auch spannende Filme oder Serien können dazu führen, dass man sich hellwach fühlt.

3. Möglichst immer zur gleichen Zeit schlafen

Im Idealfall sollte man stets etwa um die gleiche Zeit schlafen gehen, damit sich ein Rhythmus einpendeln kann, erklärt der Schlafmediziner. Das macht es dem Körper leichter. Oft hindern einen jedoch die Arbeitsbedingungen daran. Überstunden oder Nachtschichten, aber auch die ständige Erreichbarkeit nach Feierabend gelten nach dem DAK-Gesundheitsreport, der jetzt veröffentlicht wurde, als Risikofaktoren.

4. Nicht auf die Uhr starren

Wer nachts aufwacht und nicht wieder einschlafen kann, sollte eins auf keinen Fall tun: den Wecker oder eine andere Uhr anstarren, sich womöglich noch ausrechnen, wie viel Stunden Schlaf man gerade verliert. Das baut Druck auf und hindert nur noch mehr am Einschlafen. Ganz schwierig sind hier Lichtprojektionen der Uhr auf eine Wand, so dass man ständig die Uhrzeit vor Augen hat. Auch sich herumzuwälzen bringt nichts. "Es ist dann besser, noch einmal aufzustehen und sich auf die entspannenden Rituale zu besinnen, zum Beispiel eine Tasse Tee zubereiten oder ein Kreuzworträtsel lösen." Dass man ab und zu aufwacht, ist allerdings normal – sofern man dann schnell wieder einschläft.

5. Einen "Grübel-Stuhl" aufstellen

Viele Menschen kommen nachts vor Sorge nicht zur Ruhe. Oder deshalb, weil ihnen eingefallen ist, dass sie am Tag etwas Wichtiges vergessen haben. Oder weil am nächsten Tag ein wichtiger Termin ansteht. Wer regelmäßig im Bett anfängt zu grübeln, sollte sich einen Grübel-Stuhl zulegen, rät Baumann. So lernt der Körper, dass das Bett nicht der richtige Ort dafür ist. "Fängt man an zu grübeln, steht man wieder auf und setzt sich auf den Stuhl. Dort kann man dann weiter nachdenken und sich erst wieder hinlegen, wenn man das Gefühl hat, nun genug über die Sache nachgedacht zu haben."

Autorin: Verena Patel

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. Mai 2017, 19.30 Uhr

Wissen