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Studie

Fast jeder dritte Bremer versteht kein Plattdeutsch

13. Dezember 2016

Die Zahl der Plattdeutschsprecher in Norddeutschland bleibt nach einer Studie des Instituts für Niederdeutsche Sprache stabil. Allerdings sind es vor allem ältere Menschen, die gut oder sehr gut Platt sprechen, wie die Umfrage ergab. In Bremen verstehen jedoch rund 30 Prozent der Menschen kein oder kaum Platt.

Ein hochdeutsches und ein nioederdeutsches Wörterbuch [Quelle: DPA, Bernd Wüstneck]
Ein Blick ins Hochdeutsch-Plattdeutsch-Wörterbuch hilft Plattdeutsch-Neulingen. [Quelle: DPA, Bernd Wüstneck]

Das Institut für Niederdeutsche Sprache hat für die Studie 1.632 Norddeutsche über 16 Jahren befragen lassen. Fast die Hälfte (47,8 Prozent) gab an, "sehr gut" bis "gut" Plattdeutsch verstehen zu können; 16 Prozent können nach eigener Einschätzung "sehr gut" bis "gut" Plattdeutsch sprechen. Der Studie zufolge ist die Zahl der Plattdeutschversteher und -sprecher in ganz Norddeutschland damit leicht gestiegen. Bei der vorherigen Befragung im Jahr 2007 hatten sich 46 Prozent als gute oder sehr gute Versteher des Plattdeutschen eingeschätzt, 14 Prozent gaben an, auch gut oder sehr gut sprechen zu können.

Zahl der Plattversteher in Bremen gesunken

In Bremen bestätigten rund 40 Prozent der Befragten, dass sie Platt "gut" oder gar "sehr gut" verstehen könnten. Allerdings ist die Zahl derer, die kein oder kaum Platt verstehen im Vergleich mit den anderen Bundesländern dort besonders hoch: 31,8 Prozent der Bremer können demnach kein oder kaum Platt verstehen. Ähnlich hoch liegt diese Zahl nur in Brandenburg.

Grafik mit Smiley und Sprechblasen, in denen die Fähigkeit, Platt zu sprechen, benannt ist [Quelle: Radio Bremen, Grafik]
Quelle: INS/IDS 2016 [Quelle: Radio Bremen, Grafik]

Doch die Zahl der Menschen mit guter bis sehr guter passiver Sprachkompetenz ist seit der vorherigen Umfrage aus dem Jahr 2007 gesunken: in Bremen von 57,3 Prozent auf 41,9 Prozent.

Studie

Für die Studie hat die Forschungsgruppe Wahlen 160 Telefoninterviews mit Menschen aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sowie den jeweils nördlichen Teilen von Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt geführt. Die Interviewten wurden durch eine Zufallsstichprobe ausgewählt. In Bremen wurden 49 Personen befragt.

Sprache weiterhin bedroht

Positiv bewerten die Sprachforscher, dass Kinder heute früher ans Platt herangeführt werden. In vielen Kitas und Schulen gebe es entsprechenden Unterricht. Und auch die Befragten schätzen den Wert des Plattdeutschen hoch ein: Rund die Hälfte würde das eigene Kind in einen plattdeutschen Kindergarten geben.

Plattdeutsch für Grundschüler

Doch Entwarnung gibt die Studie nicht: "Die existentielle Bedrohung der Regionalsprache ist keineswegs gestoppt", heißt es abschließend. Dazu müsste es noch weitergehende und umfassende Förderung geben. Die Macher der Studie sehen dazu auch die Politik in der Pflicht. Sie müsse für die notwendigen Strukturen sorgen.

Platt-Vokabeln für die nächste Generation

Damit die Zahl der Plattsnacker auch in Zukunft stabil bleibt und vielleicht sogar eines Tages wieder ansteigt, haben wir ein paar Vokabeln für die nächste Generation vorbereitet. Anhören und mitsnacken:

Mehr zum Niederdeutschen bei Radio Bremen:

Plattdeutsches bei Radio Bremen