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An Bord nur Platt

Moby Dick am Oldenburger Staatstheater

11. Oktober 2013

In Oldenburg inszeniert Regisseur Michael Uhl jetzt eine Theateradaption des Romans "Moby Dick" von Herman Melville. Der Roman gilt als eines der wichtigsten Werke der Weltliteratur. Premiere im Oldenburgischen Staatstheater ist am 13. Oktober. Wir haben vorab eine Probe besucht.

Als Melvilles Roman "Moby Dick" 1851 erschien – zuerst in London, kurz darauf in New York – reagierte die Kritik verhalten bis ablehnend. Die Geschichte von dem verrückten einbeinigen Kapitän, der 800 Seiten lang einen weißen Wal jagte, kam ihr langatmig vor, die vielen essayartigen Kapitel über Religion, Philosophie, Seefahrt, Walfang und mehr verhinderten einen einheitlichen Stil und ließen das Buch zerrissen erscheinen.

Ensemble des Stücks "Moby Dick" [Quelle: Staatstheater Oldenburg, Andreas Etter]

Inzwischen gilt Moby Dick als einer der wichtigsten Romane der Weltliteratur, unter anderem wegen seiner Metaphorik: Das Walfangschiff Pequod und seine Mannschaft sind ein komplexes Bild der Menschheit, der Welt.

Inszenierung auf Platt

In Oldenburg inszeniert Regisseur Michael Uhl jetzt eine Theateradaption des Romans am Staatstheater, und er trägt dieser Weltmetapher Rechnung, indem er seine Mannschaft aus Mitgliedern der unterschiedlichsten Gruppen der deutschen Bevölkerung geformt hat. Die Darsteller haben Namen wie Jacques Bi Zahouli Zamblé, Prosper Attoko oder Sami Alawi. Aber eine Vereinbarung gilt für die ganze Mannschaft: An Bord wird Platt gesprochen.

Gesine Reichstein war eine Woche vor der Premiere am 13. Oktober 2013 neugierig genug, schon einmal bei einer Probe zuzuschauen.