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NDR und Radio Bremen sichern Zukunft des Niederdeutschen Hörspiels

Kooperation über jährlich acht neue Hörspiele

19. Dezember 2016

NDR und Radio Bremen stärken das Niederdeutsche Hörspiel. Radio Bremen-Programmdirektor Jan Weyrauch und der Direktor des NDR Landesfunkhauses Schleswig-Holstein Volker Thormählenschufen heute in Kiel die Voraussetzung dafür, dass weiterhin jährlich acht neue Hörspiele in Kooperation produziert werden. Die NDR Zentralredaktion Niederdeutsch hat ihren Sitz in Kiel, die Redaktion des Niederdeutschen Hörspiels ist bei Radio Bremen angesiedelt.  

Der Fortbestand des Niederdeutschen Hörspiels stand auch zur Diskussion, da Radio Bremen-Redakteur Hans-Helge Ott, der „Vater“ der beliebten Hörfunk-Produktion, in den Ruhestand geht. Seine Nachfolgerin wird Radio Bremen-Redakteurin Ilka Bartels. Darüber hinaus wird der NDR seinen Mittelansatz dauerhaft anheben. „Das Niederdeutsche Hörspiel ist ein Paradebeispiel für die regionale Kooperation in der ARD“, freut sich Radio Bremen-Programmdirektor Jan Weyrauch anlässlich des Termins in Kiel. Das niederdeutsche Hörspiel sei „über Gebühr gut“ und eine Leistung, die nur vom öffentlich rechtlichen System erbracht werden könne, unterstrich Weyrauch. Volker Thormählen, Direktor des Landesfunkhauses Schleswig-Holstein, ergänzt: „Der Erhalt des Niederdeutschen Hörspiels ist vor allem wichtig, weil diese eigene und hochlebendige Kunstform eine ideale Plattform für die plattdeutsche Sprache ist. Besonders freuen wir uns, dass das Hörspiel dank Internet und Podcast besonders bei jüngeren Hörerinnen und Hörer eine Renaissance erlebt“.

NDR und Radio Bremen verfügen inzwischen über einen Bestand von gut 1.200 heiteren wie ernsten, traditionellen wie experimentellen Hörspielen. Die besten daraus sowie jährlich acht Neuproduktionen werden auf NDR 1 Niedersachsen, NDR 90,3, NDR  Radio MV, NDR 1 Welle Nord und im Nordwestradio von Radio Bremen alle 14 Tage ausgestrahlt. In der Bremer Redaktion werden die Themen erdacht, Autoren beauftragt, Regisseure gesucht. Produziert wird in den Studios des NDR in Hannover oder Hamburg unter anderem mit Schauspielern des Ohnsorg Theaters Hamburg.  

Das Niederdeutsche Hörspiel hat sich bereits zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt und greift auch aktuelle, gesellschaftskritische und ernste Themen auf. So zum Beispiel mit dem Stück „Rogge“ von 2015, das die Reportage von Spiegel-Autor CordtSchnibben „Mein Vater der Mörder“ zum Aufhänger nimmt. Geschildert wird darin ein Fememord in den letzten Kriegstagen in der niederdeutschen Provinz. Außerdem erschienen in der Reihe Literaturbearbeitungen wie „Altes Land“ nach dem Roman von Dörte Hansen. Die beiden genannten Produktionen sind bereits mit dem ZonserHörspielpreis ausgezeichnet, dem „Oscar“ für regionale Hörspiele in Deutschland Österreich und der Schweiz. Für besondere Aufmerksamkeit sorgt seit 2011 die Serie „Düsse Petersens“ mit inzwischen 24 Folgen, die so etwas wie „Die Lindenstraße“ des plattdeutschen Hörspiels ist und die Geschichte einer Familie in der Vorstadt erzählt. Die „Petersens“ sind inzwischen mit über 40.000 Klicks pro Staffel allein auf ndr.de/sh zu wahren „Download-Stars“ geworden. Auch Komödien und Krimis runden das beliebte Programm ab.

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