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Pressemitteilungen: Radio

Vogelarten in ihrem Bestand gefährdet

Mittwoch, 5. Juli 2017, in in Osterholz-Scharmbeck und im Nordwestradio

30. Juni 2017

Nordwestradio unterwegs

Mittwoch, 5. Juli 2017, 18.05 bis 19.00 Uhr,
Live-Sendung aus dem Norddeutschen Vogelmuseum, Bördestraße 42 in Osterholz-Scharmbeck

Kommt kein Vogel geflogen – Warum immer mehr Vogelarten in ihrem Bestand gefährdet sind

„Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar wünschen dir ein frohes Jahr“, heißt es in einem der berühmtesten deutschen Kinderlieder. Doch die Textzeile scheint kaum noch in die Realität zu passen. Schon seit Jahren beklagen Ornithologen, dass die Bestände vieler Feldvögel und Gebäudebrüter immer stärker abnehmen. Dass das keine gefühlte Entwicklung ist, zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen vor wenigen Wochen.

Danach hat sich die Vogelpopulation in der Bundesrepublik in den vergangenen 30 Jahren halbiert. Besonders betroffen sind die Kiebitze, deren Bestand um mehr als 80 Prozent gesunken ist. Bei den Braunkehlchen beträgt der Rückgang mehr als 60 Prozent, bei den Feldlerchen 35 Prozent. Selbst ein „Allerweltsvogel“ wie der Spatz könnte demnächst vom Aussterben bedroht sein, sollte sich die Entwicklung ungebremst fortsetzen. EU-weit beziffern Naturschützer den Aderlass in der Vogelwelt auf rund 300 Millionen Brutpaare.

Geht es um Ursachenforschung, heißt es schnell: die moderne Landwirtschaft sei der Hauptverantwortliche für das Vogelsterben. Tatsächlich gibt es durch den Einsatz von Pestiziden immer weniger Insekten, die eine wichtige Futterquelle für Vögel sind. Zudem werden die Felder immer früher abgeerntet, wodurch wertvolle Brutstätten verloren gehen. Doch allein die Landwirtschaft für das Vogelsterben verantwortlich zu machen, greift zu kurz. So verweisen Wissenschaftler auf die zunehmende Verbreitung von Nesträubern wie streunenden Katzen, Mardern oder Waschbären. Auch Glasfassaden, Stromleitungen oder Windkrafträder erweisen sich immer wieder als tödliche Gefahr für Vögel.

Anderseits hat es in der Vogelwelt in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht ausschließlich Verlierer, sondern auch Gewinner gegeben. So ist zum Beispiel der Bestand von Weißstörchen, Saatkrähen oder Zaun-ammern gestiegen – was die Komplexität des Themas verdeutlicht.

Was sind die Ursachen für das Vogelsterben? Welche Arten verzeichnen besonders starke Rückgänge in der Population? Welche politischen Akteure sind gefordert, um den Trend zu stoppen? Was können Gartenbesitzer tun, um Vögeln ein Refugium zu bieten? Diese und weitere Fragen werden in der Live-Gesprächs­sendung „Nordwestradio unterwegs“ am Mittwoch, 5. Juli 2017, 18.05 bis 19.00 Uhr, aus dem Norddeutschen Vogelmuseum, Bördestraße 42 in Osterholz-Scharmbeck erörtert.

Teilnehmer der Gesprächsrunde mit Nordwestradio-Moderator Stefan Pulß sind:

  • Christoph Bommes, Niedersächsisches Landvolk, Kreisverband Osterholz
  • Thomas Dosch, nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft & Verbraucherschutz
  • Sönke Hofmann, Geschäftsführer NABU Landesverband Bremen
  • Jonas Linke, Ornithologe, Biologische Station Osterholz
  • Hans Lütjen-Wellner, Biolandwirt Osterholz-Scharmbeck

Gäste sind willkommen. Der Eintritt ist frei.

Nordwestradio:
Ein Programm von Radio Bremen
UKW Bremen 88,3 und Bremerhaven 95,4 MHz,
im Digitalradio, via Satellit, im Kabel, als Podcast und
Live-Stream auf www.radiobremen.de/nordwestradio

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