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Landkreis Verden: Erdgasbohrungen im Wasserschutzgebiet? Wirtschaftliche Interessen gegen Trinkwasser-Schutz

Mittwoch, 17. Januar 2018, in Verden und auf Bremen Zwei

12. Januar 2018

So viel politische Einigkeit ist selten. Vor einem Monat hat der Kreistag von Verden (einstimmig und über sämtliche Parteigrenzen hinweg) beschlossen: Die von der Deutschen Erdöl AG (Dea) geplanten Erdgasbohrungen zwischen Scharnhorst und Holtum-Geest stellen eine „reale Gefahr“ dar. Das Grundwasser aus der „Rotenburger Rinne“, das Menschen in Verden, Rotenburg und Bremen täglich als Trinkwasser konsumieren, wäre im Schadensfall nicht mehr sicher. 

Die Dea dagegen erklärt: Das Grundwasser sei durch die geplanten Gasbohrungen nicht gefährdet. Noch ist offen, ob die Dea eine neue Erdgasförderstelle im Wasserschutz­gebiet in Betrieb nehmen darf. Das Unternehmen vermutet dort, in 5.000 Metern Tiefe, mehr als eine Milliarde Kubikmeter Erdgas: ein Jahr lang genug Gas für 500.000 Haushalte. Die Deaverfüge über die nötige Technik für eine sichere Bohrung.
„Kann man das wissen?“, fragen Politikerinnen und Politiker aus Kreistag, Landtag und Bundestag sowie Bürgerinitiativen.

Noch ist offen, welchem Element – Gas oder Wasser – Priorität eingeräumt wird. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) könnte die erheblichen negativen Auswirkungen der Gasbohrungen untermauern. Die niedersächsische rot-schwarze Koalition könnte befinden: Bohrungen in Wasserschutzgebieten sollen künftig verboten werden. Möglich ist aber auch, dass der Antrag der Dea für neue Erdgasbohrungen vollständig ist und das Unternehmen ganz offiziell noch in diesem Jahr damit beginnen darf.

Sind Erdgasbohrungen im Wasserschutzgebiet und sicheres Trinkwasser möglich? Wie groß ist die Gefahr, dass die Wasserqualität leidet? Wie stark kann Politik wirtschaftliche Interessen begrenzen? Das sind einige der Fragen, die Bremen Zwei-Moderator Stefan Pulß bei der Livesendung im Landhaus Müller, Im Dorf 24 in Verden klären will mit seinen Gästen:

  • Martin Busch, Sprecher Bürgerinitiative WALLE gegen GasBohren
  • Dörte Liebetruth, SPD, nieders. Landtagstags- und Verdener Kreistagsabgeordnete
  • Heinz Oberlach, Kommunikation Deutsche Erdöl-AG (Dea)
  • Christoph Löwer, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG)
  • Andreas Sikorski, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie des Landes Niedersachsen (LBEG)

Gäste sind willkommen. Der Eintritt ist frei.

Bremen Zwei:
UKW Bremen 88,3 und Bremerhaven 95,4 MHz,
Via Satellit, im Kabel, als Podcast und
Live-Stream auf www.radiobremen.de/bremenzwei

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