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Pressemitteilungen: Radio

Vergangenheitsbewältigung im Glockenturm – Was wird aus der Naziglocke der evangelischen Gemeinde Schweringen?

Dienstag, 21. November, in Schweringen und am Mittwoch, 22. November, auf Bremen Zwei

17. November 2017

Ist es eine Schande oder ein Mahnmal? Die Kirchenglocken in den niedersächsischen Gemeinden Faßberg (Landkreis Celle), sowie im Turm der Kreuzkirche in Schweringen(Landkreis Nienburg) schweigen. Grund sind die gefundenen Nazisymbole. Auf der Glocke in Schweringen, aus dem Jahre 1934, prangt ein 35 Zentimeter großes Hakenkreuz. Das ist zunächst für niemanden sichtbar, aber seit die Gemeinde von dem Symbol wisse, wird sie nicht mehr geläutet. Für Pastor Jann-Axel Hellwege ist es undenkbar, mit einer Glocke zum Gottesdienst zu rufen, die das Symbol für millionenfachen Massenmord trage. 

In Faßberg-Müden hängt die mit einem Luftwaffenadler und einem kleinen Hakenkreuz versehene Glocke in einer Kirche, die in Zusammenhang mit dem Aufbau des lokalen Fliegerhorstes ab 1934 entstand. Auf die besondere Glocke weist die Gemeinde seit längerem hin, sie will sie als Mahnung verstanden wissen. Die betroffenen beiden Gemeinden beraten nun über eine Lösung für die Glocken. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass wir nach der geschichtlichen Aufarbeitung mit diesen Glocken weiterhin zu Gottesdiensten oder zum Beispiel zu Friedensgebeten einladen“, erklärte der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries. 

Die Kirche hatte mit der Glockensuche begonnen, nachdem ein Fall aus Herxheimam Berg (Rheinland-Pfalz) für Diskussionen gesorgt hatte. In der protestantischen Kirche des Ortes hängt seit 1934 eine Glocke der Ortsgemeinde mit einem Hakenkreuz und der Aufschrift „Alles für’sVaterland Adolf Hitler“. Aktuell wurden auch in weiteren Kirchen in Süddeutschland Glocken mit Nazisymbolen gefunden.

Dürfen Glocken mit Nazisymbolen noch läuten? Wie umgehen mit den Symbolen aus dem Nationalsozialismus? Werden Kirchen mit Naziglocken Wallfahrtsorte für Rechtsextreme? Wie muss die Kirche sich der Vergangenheit stellen? Diese und weitere Fragen werden in der Gesprächssendung „Bremen Zwei unterwegs“ am Dienstag, 21. November 2017, 15.00 bis 16.00 Uhr, in der Kreuzkirche in Schweringen, Kirchstraße 6 in Schweringen erörtert. Bremen Zwei sendet die Diskussion am Mittwoch, 22. November 2017, 18.05 bis 19.00 Uhr.

Teilnehmer der Gesprächsrunde mit Bremen Zwei-Moderator Stefan Pulß sind:

  • Jann-Axel Hellwege, Pastor Gemeinde Schweringen
  • Wilfried Mannecke, Pastor Friedenskirche Unterlüß, Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus
  • Bernd Meyer, Bürgermeister Schweringen
  • Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Gäste sind willkommen. Der Eintritt ist frei.

Bremen Zwei:
UKW Bremen 88,3 und Bremerhaven 95,4 MHz,
Via Satellit, im Kabel, als Podcast und
Live-Stream auf www.radiobremen.de/bremenzwei

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