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Pressemitteilungen: Radio

Fortsetzung der Literaturreihe „Erfahren, woher wir kommen“

Bremen Zwei und Stadtbibliothek Bremen stellen ab 12. September große Romane der Weltliteratur vor

8. August 2017

Die Veranstaltungs- und Sendereihe „Erfahren, woher wir kommen“ setzt den Streifzug durch die Grundschriften der europäischen Kultur fort. Erstmalig präsentiert das am 12. August startende Kultur- und Informationsangebot Bremen Zwei von Radio Bremen die Literaturreihe in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Bremen. Im Herbst 2017 sind die großen Romane der Weltliteratur vom frühen 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart Thema.

Zum Auftakt der vierten Trias widmet sich die Veranstaltungs- und Sendereihe am 12. September Goethes frühem Roman „Die Leiden des jungen Werthers“, dem ersten internationalen Erfolgsbuch der deutschen Literatur, gelesen von Volker Hanisch. Am 10. Oktober steht dann Günter Grass‘ Roman „Der Butt“ – vorgetragen von Markus Boysen – im Mittelpunkt. Um F. Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby“ geht es am 14. November (Lesung Frank Arnold).

Hanjo Kesting, der langjährige Leiter der Redaktion Kulturelles Wort des Norddeutschen Rundfunks, führt kommentierend durch die Veranstaltungen, die jeweils einem Hauptwerk der Literaturgeschichte gewidmet sind. Die Texte sollen auch für sich selber sprechen, zum Leben erweckt von namhaften Schauspielerinnen und Schauspielern.

Alle Veranstaltungen starten um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Bremen (Am Wall 201) – Eintrittspreis € 8 / € 6.

Thema 2017: „Große Romane der Weltliteratur"

„Ein Roman ist ein Spiegel, der auf einer großen Straße einhergeht. Das eine Mal spiegelt er das Blau des Himmels, ein anderes Mal Schmutz und Morast der Straße.“ Die Sätze stehen in Stendhals Roman „Rot und Schwarz“, der im Untertitel als „Chronik von 1830“ bezeichnet ist. Stendhal zielte auf die Lebenswirklichkeit seiner Epoche, nach Ende der Ära Napoleons. Seither ist Lebenswirklichkeit, „Realismus“, eine zentrale Forderung an die Kunst des Romans.

Als künstlerische Gattung stand der Roman bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts nicht gleichberechtigt neben Gattungen wie Lyrik, Drama und Versepos. Noch Schiller bezeichnete den Romancier lediglich als „Halbbruder“ des Dichters, und selbst die großen Pioniere des Romans wie Cervantes, Defoe und Laurence Sterne waren von dem Urteil nicht ausgenommen. Der Roman galt als „unreine“ Form, als Ansammlung von Geschichten, bestimmt zur Unterhaltung, wenn nicht gar als bloßes Lesefutter.

Die vermeintlichen Nachteile des Romans gerieten ihm in den folgenden Jahrhunderten zum Vorteil. Er stellt heute mit Abstand die beliebteste literarische Form dar, und – wie ein namhafter Lyriker anmerkte – „kein Buch kann Erfolg haben, wenn es unter dem Titel nicht die Bezeichnung ‚Roman‘ trägt“. Das entspricht Stendhals Feststellung: „Nur im Roman ist die Wahrheit noch erreichbar. Ich sehe alle Tage mehr, dass alles Übrige eine Anmaßung ist.“

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