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Pressemitteilungen: Fernsehen

Mini-Serie: "Koffie to go" (3 Folgen)

Sendetermine: Donnerstag, 14., 21. und 28. Januar 2010, 23.45-0.15 Uhr

11. Dezember 2009

NDR/RB-Fernsehen

Mini-Serie: "Koffie to go" (3 Folgen)

Sendetermine: Donnerstag, 14., 21. und 28. Januar 2010,
23.45-0.15 Uhr

Regie und Konzept: Jan Georg Schütte

Heide und Marie betreiben ein kleines Bremer Café. Hier treffen sich Individualisten genauso wie einsame Herzen. Alles könnte wunderbar sein, stünde das Café nicht kurz vor der Pleite. Auch mit den Männern scheinen die beiden Frauen nicht sonderlich viel Glück zu haben:

Maries Ex Klaus hat direkt eine neue Freundin gefunden, und Heide weiß nicht so recht, mit welchem Mann sie ihr Glück versuchen soll. So beschließen sie, sich gegenseitig auf die Sprünge zu helfen. Gesagt, getan. Doch ihr Plan will nicht so recht gelingen... Ob zu guter Letzt eine Liebessuppe den erwünschten Erfolg bringen wird?

"Koffie to go" ist eine originelle dreiteilige Mini-Serie mit einem hochkarätigen Ensemble. Wie bei seinen preisgekrönten Filmen "Swinger Club" und "Die Glücklichen" entwickelte Regisseur Jan Georg Schütte das Projekt auf Improvisationsbasis. Außergewöhnliche, amüsante Unterhaltung vom Feinsten!

Inhalt:

Folge 1:

Heide und Marie betreiben ein kleines Café in Bremen. Nachdem sie mit ihrem Freund Klaus Schluss gemacht hat, ist Marie am Boden zerstört. Was sie nicht weiß: Klaus hat ein Auge auf Heide geworfen. Wird Heide auf Klaus´ Avancen eingehen? Zum Glück sind da noch die anderen Gäste im Café, wie die verträumte Nellie, die extravagante Sandy, die Putzfrau Ilse, der sich ständig selbst neu erfindende Frank, der Polizist Heiko und Maries Sohn Marius.

(Sendung: Donnerstag, 14.01.2010, 23.45 Uhr, NDR/RB-Fernsehen)

Folge 2:

Um weitere Pechsträhnen zu vermeiden, beschließen Heide und Marie, sich gegenseitig mit den Männern auf die Sprünge zu helfen und schließen einen Pakt. Der Plan scheint aufzugehen. Heide bittet Klempner Martin unter einem Vorwand ins Café, und Marie verfällt sofort seinem Charme. Doch Martin hat ein dunkles Geheimnis. Was hat die verträumte Nellie damit zu tun?

(Sendung: Donnerstag, 21.01.2010, 23.45 Uhr, NDR/RB-Fernsehen)

Folge 3:

Den richtigen Mann für die Freundin zu finden, ist für Heide und Marie schwieriger als erwartet. Zum Glück hat Putzfrau Ilse einen guten Tipp: Mit Hilfe einer Liebessuppe will sie dem Glück auf die Sprünge helfen. Die Suppe wirkt – jedoch gänzlich anders als erwartet. Mit Erstaunen beobachtet Marie das seltsame Verhalten der anderen Gäste. Und auch Heide scheint sich nicht mehr so recht unter Kontrolle zu haben...

(Sendung: Donnerstag, 28.01.2010, 23.45 Uhr, NDR/RB-Fernsehen)

Die Rollen und ihre Darsteller:

Heide Schulz, Cafépächterin      Anne Weber
Marie Rockiewicz, Cafépächterin  Stefanie Stappenbeck
Marius Rockiewicz, Maries Sohn          Max Louis Schütte
Ilse v. Kaltenberg, Putzfrau     Brigitte Böttrich
Heiko Hansen, Polizist           Ole Schlosshauer
Klaus Petersen, Makler         Oliver Sauer
Frank Förster, Individualist     Stephan Schad
Nellie Mertz, Romantikerin        Susanne Wolff
Martin, Klempner             Peter Lohmeyer
Sandy, Klaus´ Begleitung    Pheline Roggan
Cafébesucher                        Jan Georg Schütte

Produktionsstab:

Regie und Konzept                  Jan Georg Schütte
Chef-Kamera                         Bettina Herzner
Kamera 2                                          Lilli Thalgott
Kamera 3                                          Henrik Peschel
Kamera 4                                          Eike Zuleeg
Musik                                                Helge Dube, Christian Dabeler
Kostüm                                             Susann Günther
Szenenbild                                        Olaf Rehahn
Schnitt                                              Ulf Albert
Mischung                                          Uwe Lösekann
Ton                                                  Frank Buermann
Lichttechnik                                      Johann Duls, Jörg Reißner
Maske                                       Amalie Hastmann
Aufnahmeleitung                               Mathias Mann
Producer                                           Sandra Flachmann
Produktionsleitung                             Christian Bauer
Herstellungsleitung               Manfred Lenert
Produzentin                                Claudia Schröder
Redaktion                                          Annette Strelow (Radio Bremen)

Eine Bremedia-Produktion im Auftrag von Radio Bremen © 2009

Das Konzept von "Koffie to go"

Mit der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" unternimmt Radio Bremen ein Experiment der besonderen Art. Alle drei Folgen basieren auf Improvisation. Das bedeutet: Alle Schauspielerinnen und Schauspieler bekamen vor den Dreharbeiten von Regisseur Jan Georg Schütte lediglich Informationen zu ihrer eigenen Rolle, ohne etwas über die anderen Mitspielerinnen und Mitspieler zu erfahren. So sind skurrile, überraschende, mitunter auch ernüchternde Begegnungen zwischen den Figuren entstanden.

Trotz Improvisationsbasis liegt "Koffie to go" natürlich ein ausgefeiltes Konzept zugrunde. Regisseur Jan Georg Schütte charakterisierte zuvor alle Figuren bis ins Detail und legte jeder der drei Folgen einen dramaturgisch ausgefeilten Handlungsrahmen zugrunde.

An zwei Tagen wurden die drei Folgen in einem Bremer Restaurant gedreht. Vier Kameras waren jeweils zeitgleich im Einsatz. Für Regisseur und Ensemble bedeutete das: höchste Konzentration und keine Zeit für Pannen. Jan Georg Schütte ließ sein Ensemble frei spielen, bestimmte jedoch den Handlungsablauf. So legte er fest, wer wann das Café betritt und wieder verlässt.

"Während des Drehs sitze ich mitten im Geschehen. Ich würde mich nie in einen Ü-Wagen zurückziehen. Auch wenn ich wenig unterbreche, muss ich die Atmosphäre am Drehort spüren. Ich bin für die Darsteller das dringend notwendige Publikum. Dabei ist es meine Aufgabe, die Schauspieler in ihren Impulsen zu bestärken, und dann, wenn ich merke, dass ihre Fantasie läuft, kann ich auch mal vorsichtig lenken; sehr persönlich, so dass es nur der betreffende Schauspieler hört. Das Spiel der anderen Darsteller wird dabei nicht unterbrochen, weil es mir wichtig ist, dass der Fluss des Spiels erhalten bleibt." (Jan Georg Schütte)

"Koffie to go" hat zwei Wegbereiter: Jan Georg Schüttes Filmprojekte "Swinger Club" (2006) und "Die Glücklichen" (2008) beruhten auf einem Handlungskonzept und auf dem Improvisationstalent der Schauspielerinnen und Schauspieler. Mit Erfolg: Für "Swinger Club" erhielt er den Sonderpreis der Jury "Festival des deutschen Films", und Hauptdarstellerin Susanne Wolff bekam für ihren Auftritt in "Die Glücklichen" den Förderpreis Deutscher Film.

"Swinger Club" wurde nach der Ausstrahlung im Kino mit dem selben Ensemble im Thalia-Theater als Improvisationstheaterstück "Swingers" an mehreren Abenden fortgesetzt und avancierte zum Kult-Ereignis.

"Koffie to go" war nicht nur für den Regisseur eine besondere Herausforderung. Für Schauspielerin Susanne Wolff kam im Vergleich zu den anderen Produktionen erschwerend hinzu,
dass Jan Georg Schütte das Ziel der einzelnen Folgen mit uns besprach, wir also in eine bestimmte vorgegebene Richtung improvisieren mussten und diese Szenen zum Teil auch wiederholten. So entstand eine Kombination aus seiner speziellen Arbeit und einer herkömmlichen Filmarbeit."

"Koffie to go" ist eine originelle, witzige, aber auch berührende, lebensnahe Serie über Leben, Liebe, Lust und Liebesfrust geworden, die von der Spielfreude der Schauspielerinnen und Schauspieler lebt.

"Ich will die Fantasie des Schauspielers in den Mittelpunkt meiner Arbeit stellen."
Interview mit dem Regisseur Jan Georg Schütte

Herr Schütte, Sie haben bei der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" Regie geführt. Nach den auf Improvisation beruhenden Filmen "Swinger Club" und "Die Glücklichen" haben Sie erstmals eine kleine Serie gedreht. Im Unterschied zu den Serien, die man aus dem Fernsehen kennt, ist "Koffie to go" ebenfalls improvisiert, d.h. ohne Drehbuch entstanden. Wie geht so etwas?

Bei der ersten Präsentation von "Swinger Club" wurde ich einem dort anwesenden Fernseh-Redakteur vorgestellt. Natürlich ging es darum, ob man vielleicht zusammenkommen könnte und ich äußerte sofort den Wunsch, eine TV-Serie in diesem Stil zu machen. Der Mann war verblüfft:

Ich hatte nun gerade mit extrem kleinen Mitteln einen Kinofilm gemacht, warum jetzt zum TV? Und dann auch noch Serie?!

Ich glaube, es war mein Wunsch, mich aus dem Kunsttempel des Theaters heraus mal an die Masse zu wagen. Mich einmal mit der Standard-Unterhaltung zu messen und auszutesten, ob es dort möglich ist, lebendige Figuren ins Rennen zu schicken. Figuren jenseits der oft üblichen Fernsehklischees mit gut und böse, schön und hässlich und den doch oft schablonenhaften Dramaturgien. Der Redakteur lächelte milde bei meinen Fantasien, und dabei blieb es dann.

Erst fünf Jahre später kam es dann zu einem Treffen mit Heinz     Glässgen (Intendant von Radio Bremen 1999 bis Juni 2009; Anm. der Red.). Wir hatten inzwischen für das Hamburger Thalia Theater unter dem Titel "Swingers" eine Serie entwickelt, die sich dort über ein Jahr zum Kult entwickelte. Heinz Glässgen sprang sofort auf unsere Idee an. In ersten Gesprächen mit der Redaktion war klar, dass die Serie in Bremen spielen sollte und im Gegensatz zu unseren Filmen im Café-Milieu.

Den Titel "Koffie to go" brachte ich damals schon mit. Ein Café als   Setting schien mir sinnvoll: ein überschaubarer Kreis von festen Figuren und diverse wechselnde Gäste für die Episoden.

Wie gehen Sie bei der Figurenentwicklung vor?

Beim Entwickeln der Figuren lege ich erst einmal ein paar Biographien sehr grob vor und treffe mich dann mit jedem Schauspieler einzeln. Wir ergänzen dann gemeinsam und schneiden die Biographien auf den  Darsteller zu; was zündet, was macht Spaß, in welche Richtung geht die Fantasie? Wir klopfen das gemeinsam ab. Dann gehe ich wieder in Klausur und verwebe die Biographien mit den anderen Figuren.

Der nächste Schritt ist die Grundaufstellung für jede Folge. Dabei geht es zunächst darum, welche Figur ich in den Mittelpunkt stellen will. Welcher Konflikt kann sie am besten einbinden und setzt das größte Spielpotential bei allen Beteiligten frei?

Diese Ideen wurden dann der Redaktion vorgelegt – und dann wurde es kompliziert für mich. Bisher hatte ich ja alleine gearbeitet. Es gab niemanden, vor dem ich mich rechtfertigen musste.

Zwei Filme und eine Serie hatte ich so gemacht. Völlig frei. Die Filmförderungen hatten meine Arbeit wegen Unzurechnungsfähigkeit abgelehnt, und jetzt saß ich auf einmal an einem Konferenztisch mit Kaffee und Schnittchen, diversen Parteien, diversen Interessen und musste den Beteiligten darlegen, wie denn diese Folgen aussehen würden. Dabei wusste ich das ja selber nicht. Es galt also, so zu tun, als wüsste ich, was dabei herauskommen würde.

Und das tat ich dann – dabei wurde mir natürlich kräftig auf den Zahn gefühlt. So zog sich die Vorbereitung hin, bis wir im gemeinsamen Ringen eine Art Ablauf für die Improvisationen festlegten: Eine Auftrittsreihenfolge, Zielvorgaben für die Figuren und Abschlüsse.

Doch trotzdem bleibt es natürlich eine Art Gesellschaftsspiel: Jede Figur hat ein bestimmtes Ziel und muss bestimmte Stationen ansteuern. Wie sie das macht, bleibt ihr überlassen. 

Zwei Tage lang haben Sie in einem italienischen Restaurant in Bremen gedreht. Wie kann man sich die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und den Schauspielern am Set konkret vorstellen?

Während des Drehs sitze ich mitten im Geschehen. Ich würde mich nie in einen Ü-Wagen zurückziehen. Auch wenn ich wenig unterbreche, muss ich die Atmosphäre am Drehort spüren. Ich bin für die Darsteller das dringend notwendige Publikum. Dabei ist es meine Aufgabe, die Schauspieler in ihren Impulsen zu bestärken, und dann, wenn ich merke, dass ihre Fantasie läuft, kann ich auch mal vorsichtig lenken; sehr persönlich, so dass es nur der betreffende Schauspieler hört. Das Spiel der anderen Darsteller wird dabei nicht unterbrochen, weil es mir wichtig ist, dass der Fluss des Spiels erhalten bleibt.

Was war für Sie bei "Koffie to go" besonders reizvoll?

Es war spannend, mal ein solches Format auszutesten. 30 Minuten ist nicht viel Zeit. Kann ich so schnell erzählen und zur Sache kommen? Können wir den Pointen gewohnten TV-Zuschauer mit unserer etwas kruden Erzählweise fesseln? Kriegen wir eine Glaubwürdigkeit in diese Figuren, die nicht nur der intellektuellen bürgerlichen Schicht entstammen wie in unseren Filmen? Und dann: Ist unsere anarchische Arbeitsweise überhaupt in einem solchen Zusammenhang umsetzbar?

Fragen, die dann die Zuschauer beantworten werden.

Was sind die Gründe für Ihre Lust an der Improvisation für Film und Fernsehen?

Ich will die Fantasie des Schauspielers in den Mittelpunkt meiner Arbeit stellen. Eine Atmosphäre am Set, die komplett angstfrei ist, die den Darsteller von allen technischen und sonstigen Pflichten befreit und alles dafür tut, dass sich die Figur so lebendig entwickeln kann wie irgend möglich. Und dann kommt es zu überraschenden Missverständnissen, Peinlichkeiten, Fehlern und andern Überraschungen, wie sie das Leben eben schreibt und wie man sie sich nicht am grauen Laptop ausdenken kann. Das ist für mich, wenn ich dann im Schnitt sitze, äußerst beglückend.

Herr Schütte, vielen Dank für das Gespräch.

Jan Georg Schütte, geboren 1962, absolvierte eine Schauspielausbildung in Hamburg und New York. Von 1988 bis 2000 hatte er feste Theater-Engagements in Rostock, Essen, Düsseldorf, Köln und Hamburg. Seitdem ist er als freischaffender Schauspieler tätig, u.a. am Thalia Theater Hamburg und in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen, u.a. beim "Tatort" (2006) und in Margarete von Trottas "Hildegard von Bingen" (2008). Seine erste Regie-Arbeit war im Jahr 2006 der auf Improvisationen beruhende Kinofilm "Swinger Club", für den er den Spezialpreis der Jury "Festival des deutschen Films" in Ludwigshafen erhielt. Die Fortsetzung folgte von 2006 bis 2007 am Thalia Theater mit der Improvisations-Serie "Swingers". Für ihre schauspielerische Leistung in seinem zweiten Film "Die Glücklichen" (2008) erhielt die Schauspielerin Susanne Wolff den Förderpreis Deutscher Film. "Koffie to go" ist Jan Georg Schüttes dritte Film- bzw. Fernseh-Regiearbeit.


"Das gibt Adrenalin im Blut!"

Interview mit der Schauspielerin Stefanie Stappenbeck

Frau Stappenbeck, Sie sind in der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" in der Rolle der Marie Rockiewicz zu sehen. Sie haben bereits zahlreiche Erfahrungen in Film- und Fernsehproduktionen, doch hier war Einiges anders: Die Serie wurde improvisiert. Wie war das für Sie? 

Es war wirklich eine große Freude, mit diesen tollen Kollegen zu spielen und zu improvisieren. Zum Glück kannte ich diese Art zu arbeiten schon aus dem Film "Komm näher" von Vanessa Jopp und musste also nicht ganz ins kalte Wasser springen, sondern konnte es richtig genießen. Und am Ende hatte ich mich in die ganze "Familie" regelrecht verliebt und hoffe sehr, dass wir noch mehr zusammen machen!

Gab es für Sie eine besondere Herausforderung?

Da wir, bis auf ein Mal, nichts wiederholt haben, war es schon eine besondere Herausforderung, alles so zu spielen, dass die Kameras es auch mitfilmen konnten. Die Kameraleute konnten ja nicht zwischen uns Schauspielern herumspringen, sonst hätten sie sich ständig gegenseitig im Bild gehabt! So mussten wir selbst darauf achten. Und dazu noch hellwach alle Mitspieler, die Situation und die eigene Figur im Blick haben – das gibt Adrenalin im Blut!

Gibt es eine Situation, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Der Schock, als ich gleich zu Beginn der Geschichte meine Freundin mit meinem Freund knutschend im Büro finde, war nicht gespielt! Damit hätte ich nie gerechnet!

Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Da man sich ja nicht über den Text annähern kann, geht eine solche Vorbereitung nur über viele Gespräche mit dem Regisseur und den Kollegen. Und das haben wir auch gemacht. Vorher, nachher und währenddessen.

Frau Stappenbeck, vielen Dank für das Gespräch.

Stefanie Stappenbeck, geboren 1974 in Potsdam, stand schon mit 18 Jahren auf der Bühne des Deutschen Theaters in Berlin für eine Rolle in Gerhard Hauptmanns "Biberpelz". 1995 und 1999 wurde sie von "Theater heute" zur besten Nachwuchsschauspielerin des Jahres nominiert. Seit Mitte der 90er Jahre ist sie in zahlreichen Film- und Fernseh-produktionen zu sehen, u.a. in Heinrich Breloers "Die Manns – Ein Jahrhundertroman" (2001), in vielen Folgen der Reihe "Tatort" sowie in Vanessa Jopps "Komm näher" (2006), einer preisgekrönten Produktion von Radio Bremen, WDR und ARTE. Ab September 2009 tritt Stefanie Stappenbeck an der Seite von Jörg Hube die Nachfolge des Ermittlerduos Edgar Selge und Michaela May im neuen "Polizeiruf 110" des Bayerischen Rundfunks in der Rolle der Ermittlerin Uli Steiger an.


"Es war furchtbar, von Marie beim Knutschen mit Klaus erwischt zu werden."
Interview mit der Schauspielerin Anne Weber

Frau Weber, Sie sind in der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" in der Rolle der Cafébesitzerin Heide Schulz zu sehen. Nach dem Film "Swinger Club" haben Sie zum zweiten Mal an einer Produktion unter der Regie von Jan Georg Schütte auf Improvisationsbasis mitgewirkt. Wenn sie sich an die Dreharbeiten zurück erinnern: Was war für Sie die besondere Herausforderung?

Die Kaffeemaschine so zu bedienen, dass es aussieht, als ob ich das schon tausend Mal gemacht hätte!

Gibt es eine Situation, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Ja, es war furchtbar, von Marie beim Knutschen mit Klaus erwischt zu werden. Mir war ganz flau im Magen vor lauter schlechtem Gewissen.

Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Ich habe im Coffeeshop in meiner Nachbarschaft gesessen und den Tresenkräften zugeguckt. Und mir von einem Fachmann die Grundlagen des Pokerspiels erklären lassen.

Frau Weber, vielen Dank für das Gespräch.

Anne Weber, geboren 1966, besuchte die Westfälische Schauspielschule Bochum und verfügt über Improvisationserfahrung durch Auftritte mit dem Hamburger Improvisationstheater "hidden shakespeare". Sie spielte u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus, an den Münchner Kammerspielen, bei den Salzburger Festspielen sowie in Hamburg am    Thalia Theater. Für ihre Rolle in Elfriede Jelineks "Wolken" am Deutschen Schauspielhaus Hamburg wurde sie 1994 gemeinsam mit fünf Kolleginnen von der Zeitschrift "Theater heute" zur Schauspielerin des Jahres ernannt. Im selben Jahr erhielt sie den Boy-Gobert-Preis für die Titelrolle in "Käthchen von Heilbronn". Derzeit spielt Anne Weber am Schauspiel Hannover in den Theaterstücken "Denn alle Lust will Ewigkeit" und "Im Hirn spukt mir ein Märchen wunderfein". Hin und wieder ist sie auch in Film und Fernsehen zu sehen, zuletzt in "Swinger Club" (2006) unter der Regie von Jan Georg Schütte und in der Sat1-Serie "R.I.S. - Wettlauf mit dem Tod" (2007).

 "Ich würde es jederzeit wieder machen!"
Interview mit dem Schauspieler Peter Lohmeyer

Herr Lohmeyer, Sie sind in einer Folge der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" in der Rolle eines Installateurs zu sehen. Sie haben bereits zahlreiche Erfahrungen in Film- und Fernsehproduktionen, doch hier war einiges anders: Die Serie wurde improvisiert. Wie war das für Sie? 

So neu war es nicht, denn improvisieren gehört zum Handwerk. Trotzdem war es anregend und aufregend, sicherlich wiederholungsbedürftig, aber – ich würde es jederzeit wieder machen!

Was war für Sie die besondere Herausforderung?

Nie zu wissen, was passieren wird. Ohne gelernten Text ans Set zu kommen und auf jede Situation neu zu reagieren... Aufregend eben...

Gibt es eine Situation, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Meine komplette Drehzeit – es war ja nicht einmal ein ganzer Tag – ist mir im Gedächtnis geblieben, weil es eben ... so aufregend war!

Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Ich habe die Biographie meiner Figur durchgelesen, die mein Regisseur geschrieben hat. Dann habe ich mich umgezogen und bin vor die Kamera. Ich habe zwar einen Klempner gespielt, musste aber glücklicherweise nichts reparieren. So konnte ich direkt, ohne viel Vorbereitung, loslegen.

Herr Lohmeyer, vielen Dank für das Gespräch.

Peter Lohmeyer, geboren 1962, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Er ist durch zahlreiche Auftritte in Film und Fernsehen bekannt, u.a. durch "Der Felsen" (2000; Regie: Dominik Graf), "Der Boxer und die Friseuse (2003; Regie: Hermine Huntgeburth), "Alter und Schönheit" (2007; Regie: Michael Klier) oder "Soulkitchen" (2008; Regie: Fatih Akin). Für seine ausgezeichnete schauspielerische Leistung erhielt er bereits viele Preise, u.a. 1998 als bester Nebendarsteller den Deutschen Filmpreis für seine Rolle in "Zugvögel...Einmal nach Inari" (Regie: Peter Lichtefeld), 2000 den Bayerischen Filmpreis für seine Hauptrolle in "Der Elefant in meinem Bett" (Regie: Mark Schlichter) und 2004 den Publikumspreis des Deutschen Filmpreises für seine Rolle in "Das Wunder von Bern" (Regie: Sönke Wortmann). 2007 war er Gewinner des Filmpreises der Stadt Hof. Parallel zu seiner Tätigkeit als Filmschauspieler ist Peter Lohmeyer auch am Theater zu sehen. So spielt er zur Spielzeit 2009/2010 am Schauspielhaus Bochum. Nach der Kino-Produktion "Am Tag als Bobby Ewing starb" (2005, Regie: Lars Jessen), ausgezeichnet auf dem Max Ophüls Festival 2005 als "Bester Spielfilm", ist Peter Lohmeyer zum zweiten Mal in einer Produktion von Radio Bremen zu sehen.


"Ich improvisiere wahnsinnig gern."
Interview mit der Schauspielerin Susanne Wolff

Frau Wolff, Sie sind in der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" in der Rolle der Nellie Mertz zu sehen. Nach den Filmen "Swinger Club" und "Die Glücklichen" haben Sie zum dritten Mal an einer Produktion auf Improvisationsbasis unter der Regie von Jan Georg Schütte mitgewirkt. Wenn sie sich an die Dreharbeiten zurück erinnern: Gab es eine besondere Herausforderung?

Die bisherigen Arbeiten mit Jan Georg Schütte zeichneten sich dadurch aus, dass man nur seine Geheimbiographie hatte und noch rudimentäre allgemeine Informationen, so dass der Verlauf seiner Arbeiten absolut frei ist. Bei "Koffie to go" kam nun erschwerend hinzu, dass Jan Georg Schütte das Ziel der einzelnen Folgen mit uns besprach, wir also in eine bestimmte vorgegebene Richtung improvisieren mussten und diese Szenen zum Teil auch wiederholten.

So entstand eine Kombination aus seiner speziellen Arbeit und einer herkömmlichen Filmarbeit.

Wie war es für Sie – im Unterschied zu herkömmlichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen – ohne festen Text zu arbeiten?

Ich improvisiere wahnsinnig gern. Und wenn man dann noch weiß, dass eine Kamera auch das allerkleinste Detail einzufangen vermag, ermöglicht das einem eine Freiheit, die zu großer Authentizität führen kann.

Wie haben sie sich auf ihre Rolle vorbereitet?

Der erste Schritt ist immer zusammen mit Jan Georg Schütte. Er eröffnet das Zweiergespräch mit seiner Vorstellung der Rolle in Hinblick auf die Gesamtkonstellation – und natürlich auch, was ihn derzeit interessiert. Dann spinnt man rum und erfindet eine Biographie  zusammen. In diesem Fall der Nellie war deutlich zu spüren, dass ich Jan zu viele Fragen bezüglich der Figur von Peter Lohmeyer stellte und er ständig ablocken musste, um mir nicht versehentlich etwas zu verraten. Denn Peters Rolle war eine Doppelidentität, von der ich ja nichts wissen durfte. Und ganz wichtig ist auch das Treffen mit der Kostümbildnerin, die mich wirklich sehr überraschte mit ihren Vorschlägen, da ich nicht so mutig zu Mustern und Schnitten gegriffen hätte. Ich selber befasste mich für meine Rolle dann noch mit Rätseln und Comics und dem Beruf einer Export/Import-Sekretärin.

Frau Wolff, vielen Dank für das Gespräch.

Susanne Wolff, geboren 1973 in Bielefeld, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Seit 1998 ist sie festes Ensemble-Mitglied am Thalia Theater in Hamburg. 1999 wurde sie mit dem Boy-Gobert-Preis der Körber Stiftung ausgezeichnet, für ihre Darstellung der "Nora” erhielt sie 2003 den 3sat-Innovations-Preis, und 2006 wurde sie mit dem Rolf-Mares-Preis für ihre Darstellung der "Penthesilea" ausgezeichnet. Auch in Filmproduktionen ist Susanne Wolff überaus erfolgreich. Für ihre Darstellung der   Rebecca in "Das Fremde in mir" (2008, Regie: Emely Atef) wurde sie beim Sao Paulo International Filmfestival als beste Darstellerin ausgezeichnet. Ebenso wie für Ihre Darstellung in "Die Glücklichen" (2008, Regie: Jan Georg Schütte) erhielt sie für "Das Fremde in mir" den Förderpreis Deutscher Film. 

 "Für mich sind das die ersten drei Folgen eines tollen, neuen Serienformates, welches das Zeug zum Kult hätte."
Interview mit dem Schauspieler Stephan Schad

Herr Schad, Sie sind in der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" in der Rolle des Frank Förster zu sehen. Nach den Filmen "Swinger Club" und "Die Glücklichen" haben Sie zum dritten Mal an einer Produktion auf Improvisationsbasis unter der Regie von Jan Georg Schütte mitgewirkt. Wenn sie sich an die Dreharbeiten zurück erinnern: Was war für Sie eine besondere Herausforderung?

Bei den von Ihnen genannten Kinofilmen "Swinger Club" und "Die Glücklichen" hatten wir in der Kreativphase die unbegrenzte Freiheit, die Geschichte in welche Richtung auch immer zu treiben. Bei "Koffie to go" hingegen galt es, sich an einem von Jan Schütte vorab entworfenen Storyboard zu orientieren und entlang dieser Linie einerseits dem Format "Serie" gerecht zu werden und andererseits dennoch frei zu improvisieren. Eine große Herausforderung. Ich fand nach der ersten Sichtung, dass uns das erstaunlich gut gelungen ist. Ein Wort noch zu dem von Ihnen eingangs verwendeten Begriff "Mini-Serie. Was mich betrifft: Ich hatte nie vor bei einer "Mini-Serie" mit zu machen. Für mich sind das die ersten drei Folgen eines tollen, neuen Serienformates, welches das Zeug zum Kult hätte.

Wie war es für Sie – im Unterschied zu herkömmlichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen – ohne festen Text zu arbeiten?

Erst ist es wie für einen alpinen Abfahrtsskiläufer, der plötzlich Slalom fahren soll. Es fühlt sich ungewohnt an. Wenn er allerdings Spaß daran findet, kann es wie fliegen sein. Ich genieße das sehr. Es ist eine tolle Abwechslung zur üblichen Film- und Theaterarbeit; befruchtet diese sogar.

Gibt es eine Situation, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Es gab viele schöne Momente während der Dreharbeiten. Als besonders toll empfinde ich, dass die Kerntruppe mit großartigen Kollegen wie   Brigitte Böttrich, Peter Lohmeyer und Stefanie Stappenbeck ergänzt wurde. Eine Bereicherung.

Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Im Gespräch mit dem Regisseur und für mich alleine. Man fantasiert sich was zusammen, was spannend zu werden verspricht. Eine Garantie dafür, dass dies gelingt, gibt es keine. Aber das ist letztendlich beim konventionellen Drehen auch nicht anders. Übrigens bereiten wir uns nicht nur vor, sondern auch nach. Dann treffen wir uns, trinken guten Wein, streiten und essen Nudeln. Lecker.

Herr Schad, vielen Dank für das Gespräch.

Stephan Schad, geboren 1964 in Pforzheim, machte seine Schauspielausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart. Neben Auftritten u.a. am Thalia Theater Hamburg und am Nationaltheater Mannheim ist Stephan Schad in vielen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, z.B. in zahlreichen Folgen der Reihe "Tatort" und in Serien wie "Kriminaldauerdienst", "SOKO Leipzig" und "Notruf Hafenkante". "Koffie to go" ist nach den Kinofilmen "Swinger Club" (2006) und "Die Glücklichen" (2007) seine dritte Film- bzw. Fernsehproduktion unter der Regie von Jan Georg Schütte. Für Radio     Bremen stand Stephan Schad bereits in dem Fernsehfilm "Ich lass mich scheiden!" (2007; Regie: Matthias Tiefenbacher) an der Seite von Sabine Postel vor der Kamera.

 "Die Figur überrascht einen selber und verselbstständigt sich..."
Interview mit der Schauspielerin Pheline Roggan

Frau Roggan, Sie sind in der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" in der Rolle der Sandy zu sehen. Nach dem Film "Die Glücklichen" haben Sie zum zweiten Mal an einer Produktion auf Improvisationsbasis unter der Regie von Jan Georg Schütte mitgewirkt. Wenn sie sich an die Dreharbeiten zurück erinnern: Was war für Sie eine besondere Herausforderung?

Es ist eine großartige Herausforderung, unter diesen besonderen Bedingungen drehen zu dürfen, alle Mitspieler wirklich um sich zu haben und reagieren dürfen bzw. müssen ohne zu wissen, was auf einen zukommt. Überhaupt in eine Situation zu kommen, von der man nicht wie sonst üblich weiß, wie sie sich entwickeln wird. Es gibt einem einen großen Freiraum, der natürlich auch eine große Verantwortung beinhaltet, die eine Herausforderung ist, aber eine sehr positive.

Wie war es für Sie – im Unterschied zu herkömmlichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen – ohne festen Text zu arbeiten?

Dadurch, dass es keinen festgelegten Text gibt, muss die Figur, die man spielt, viel klarer und komplexer ausgearbeitet sein, da man ja aus ihrer Sicht reagieren muss, also sich wirklich diese Art zu denken zu eigen macht – was sehr viel Spaß bringt, da Sätze und Reaktionen entstehen, mit denen man gar nicht gerechnet hätte. Die Figur überrascht einen selber und verselbstständigt sich... Eine wunderbare Erfahrung, wenn eine Rolle wirklich anfängt zu leben!

Gibt es eine Situation, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Zwischen meiner Figur Sandy und Frank (gespielt von Stephan Schad; Anm. d. Red.) hat sich in der ersten Folge ganz unerwartet ein sehr langes Gespräch entwickelt. Unsere beiden Figuren haben eigentlich gar keine Anknüpfungspunkte, verfolgen komplett kontrastierende Lebensentwürfe, aber gerade deswegen konnten sie sich sehr gut aneinander reiben. Es sind sehr amüsante, unerwartete Momente und Dialoge entstanden, die im echten Leben eher nicht passiert wären, weil diese Personen wohl kaum ein Gespräch miteinander geführt hätten.

Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Ich habe mir die ganze Lebensgeschichte dieser Frau ausgedacht, was tut sie den ganzen Tag, was interessiert sie, was langweilt sie, was sind ihre Ziele und so weiter... Man muss eine sehr genaue Vorstellung davon haben, wer man ist, damit man von diesem Standpunkt aus improvisieren und dann einfach reinstürzen kann – offen dafür, was passiert.

Frau Roggan, vielen Dank für das Gespräch.

Pheline Roggan, geboren 1981 in Hamburg, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Hamburger Schule für Schauspiel. Nach dortigen Theaterauftritten und einem Auftritt am Thalia Theater ("Abalon-One  Nite in Bangkok", 2006) ist sie zunehmend in hochrangigen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter "Kebab Connection" (2004; Regie: Anno Saul), "Valerie" (2006; Regie: Birgit Möller), "Chiko" (2005; Regie: Özgür Yildrim) und "Soul Kitchen" (2008; Regie: Fatih Akin). "Koffie to go" ist nach "Die Glücklichen" ihre zweite Produktion unter der Regie von Jan Georg Schütte.

 
"Ich mag die große Freiheit, die die Improvisation bietet"
Interview mit dem Schauspieler Oliver Sauer

Herr Sauer, Sie sind in der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" in der Rolle des Häusermaklers Klaus Petersen zu sehen. Nach den Filmen "Swinger Club" und "Die Glücklichen" haben Sie zum dritten Mal an einer Produktion auf Improvisationsbasis unter der Regie von Jan Georg Schütte mitgewirkt. Wie war es für Sie – im Unterschied zu herkömmlichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen – ohne festen Text zu arbeiten?

Mir liegt es sehr, so zu arbeiten, ich mag die große Freiheit, die die Improvisation bietet, aber auch die besondere Verantwortung, da wir Schauspieler ja permanent den Fortgang der Handlung bestimmen, sozusagen während des Spiels das Drehbuch schreiben. Durch die tatsächliche Überraschung, die sich durch das Nicht-Wissen-Was-Kommt ergibt, und die beim "normalen" Dreh prinzipiell ausgeschlossen ist, landet man mit seiner Figur oft in sehr lebensnahen und damit sehr lebendigen Situationen.

Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Der Klaus Petersen ist jemand, der den kurzen Weg zum Glück sucht: Die Abkürzung zum Geld. Und er ist ein begnadeter Verkäufer: Der kann dir "den Dreck unterm Fingernagel verkaufen" und du glaubst danach wirklich, etwas ganz besonderes erworben zu haben.

Ich kenne diese Menschen sehr gut. Bevor ich Schauspieler wurde, bin ich verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen, unter anderem habe ich eine zeitlang als Verkäufer gearbeitet, sowohl am Telefon als auch im Außendienst, das heißt auf Provisionsbasis: Nur wer verkauft, verdient! Da konnte ich mich also aus einem großen Fundus bedienen.

Der Wahlspruch von Klaus Petersen: "Du bist deines Glückes Schmied."

Wenn sie sich an die Dreharbeiten zurück erinnern: Was war für Sie eine besondere Herausforderung?

Die besondere Herausforderung bestand darin, dass wir das Unterhaltungs-Format bedienen wollten, also nicht mehr als 30 Minuten Sendezeit pro Folge zur Verfügung standen. In dieser Zeit sollten wir ohne geschriebene Pointen komisch sein und eine kleine Geschichte erzählen. Wir wollten Menschen zeigen, die eigen sind, besonders. Also Typen – aber ohne dass sie als komische "Fernsehfiguren" daherkommen, sondern die Verbindung zum Leben "da draußen" behalten. Ich finde, das ist uns auch gelungen.

Herr Sauer, vielen Dank für das Gespräch.

Oliver Sauer, geboren 1960, machte seine Schauspielausbildung in Hamburg und New York. Nach Spielzeiten an der Landesbühne        Wilhelmshaven und am Stadttheater Gießen ist er seit 1998 vorwiegend in Film und Fernsehen zu sehen, u.a. in Folgen der Reihe "Tatort", in "2030 – Aufstand der Alten" (2006) und zuletzt in "Die Pfefferkörner: Feuer in der Kita" (2009). "Koffie to go" ist nach den Kinofilmen     "Swinger Club" (2006) und "Die Glücklichen" (2007) seine dritte Film- bzw. Fernsehproduktion unter der Regie von Jan Georg Schütte. 


"Ich habe ein kleines Praktikum bei einem bürgernahen Polizeibeamten gemacht."
Interview mit dem Schauspieler Ole Schlosshauer

Herr Schlosshauer, Sie sind in der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" in der Rolle des Polizisten Heiko Hansen zu sehen. Nach den Filmen "Swinger Club" und "Die Glücklichen" haben Sie zum dritten Mal an einer Produktion auf Improvisationsbasis unter der Regie von Jan Georg Schütte mitgewirkt. Wenn sie sich an die Dreharbeiten zurück erinnern: Gab es für Sie eine besondere Herausforderung?

 Seit fünf Jahren arbeite ich mit Jan Georg Schütte und vielen Schauspielern von "Koffie to go" zusammen. Jede Arbeit ist eine neue, ganz besondere Herausforderung, denn was im Endeffekt beim Drehen mit Figuren wie Heiko Hansen passiert, welche Konflikte und Situationen es gibt, weiß ich bei meinen Vorbereitungen nicht, das ist dann für mich genauso neu wie für Heiko Hansen. Ich freue mich jetzt schon auf unseren nächsten Film.

Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle vorbereitet?

Ich habe ein kleines Praktikum bei einem bürgernahen Polizeibeamten gemacht, also Stadtteilbetreuung, Dienst auf der Wache – das war hochinteressant. Meine Schwester ist bei der Kripo, die Branche ist mir also vertraut. In vielen und langen Gesprächen mit Jan Georg Schütte ist dann der Heiko Hansen entstanden, wie man ihn in "Koffie to go" sieht.

Wie war es für Sie – im Unterschied zu herkömmlichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen – ohne festen Text zu arbeiten?

Was einen beim Drehen erwartet, ist völlig offen. Szenen und Situationen werden nicht erprobt, sie entstehen unmittelbar während des Drehens mit den Partnern. Ich bin dann verantwortlich für das, was situativ und textlich passiert. Das verlangt eine große Wachheit und Sensibilität gerade dem gegenüber, was die anderen Schauspieler sagen und tun.

Gibt es eine Situation, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Meine Kolleginnen Anne Weber und Stefanie Stappenbeck haben als Cafébesitzerinnen einen sensationellen Kaffee gezaubert.

Herr Schlosshauer, vielen Dank für das Gespräch.

Ole Schlosshauer, geboren 1965 in Hamburg, absolvierte seine Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar in Wien. Nach Auftritten u.a. bei den Salzburger Festspielen und am Schauspielhaus      Düsseldorf folgten Engagements am Schauspiel Bielefeld und am Thalia Theater. Parallel dazu war Ole Schlosshauer in Film und Fernsehen zu sehen, u.a. in "Polizeiruf 110" (1999) und "Die Rettungsflieger" (2003). "Koffie to go" ist nach den Kinofilmen "Swinger Club" (2006) und "Die Glücklichen" (2007) seine dritte Film- bzw. Fernsehproduktion unter der Regie von Jan Georg Schütte.

 
"Ich (...) war ebenso nervös und unsicher."
Die Schauspielerin Brigitte Böttrich

"Dass so eine Art zu arbeiten sehr gut funktionieren kann, das konnte ich schon mal mit viel Vergnügen bei den beiden Filmen "Die Glücklichen" und "Swinger Club" sehen. Es ist eigentlich wunderbar, dass man gefordert wird, einfach nur seiner Figur entsprechend zu reagieren. Und auf das 'einfach nur' hatte ich mich sehr gefreut und war ebenso nervös und unsicher. Ich bin aber sehr froh, dass ich es gemacht habe. Der Umgangston in diesem Team war schon sehr, besonders gut. Das hat mir auf alle Fälle auch bei der Arbeit geholfen."

Brigitte Böttrich absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Schauspielschule Genzmer in Wiesbaden. Neben Festengagements, u.a. am Staatstheater Wiesbaden und am Nationaltheater Mannheim, ist sie seit 1998 auch in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter Serien wie "Doppelter Einsatz" (2005), "Notruf Hafenkante" (2006) und "Großstadtrevier" (2006 und 2009). Darüber war sie in den Kinoproduktionen "Karniggels" (1990; Regie: Detlev Buck) und "Vineta" (2005; Franziska Stünkel) zu sehen.

"Ich hab mit meinem Papa darüber geredet."
Interview mit dem Schauspieler Max Louis Schütte

Max Louis, Du bist in der dreiteiligen Mini-Serie "Koffie to go" in der Rolle des Marius Rockiewicz zu sehen. Wenn du dich an die Dreharbeiten zurück erinnerst: Kannst du beschreiben, wie es für dich gewesen ist?

Es hat mir Spaß gemacht, dass man sich selber ausdenken konnte, was man spielt.

 Gibt es etwas, an das du dich besonders erinnerst?

Der Zaubertrick von Stephan Schad.

 Wie hast Du Dich auf Deine Rolle vorbereitet?

Ich hab mit meinem Papa darüber geredet.

 Max Louis, vielen Dank für das Gespräch.

Max Louis Schütte, geboren 1998, ist der Sohn des Regisseurs Jan Georg Schütte. Er hat bereits in der Serie "Großstadtrevier – Kindersegen" (2006), im "Tatort – Feuerkämpfer" (2006), im Fernsehfilm    "Kukuckszeit" (2007) und im Dreiteiler "Krupp – Eine deutsche Familie" (2009) mitgewirkt. Max Louis Schütte lebt mit seiner Familie in Seestermühe bei Hamburg.

Fotos sind unter www.ard-foto.de eingestellt. Eine Ansichts-CD kann bei der Radio Bremen Presse/ÖA (Tel.: 0421/246-41016, presse.pr@radiobremen.de) abgerufen werden.

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