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Preis für Radio Bremen-Dokumentation "Stimmen im Kopf"

Verleihung des Next Generation of Science Journalists Award 2016 am 11. Oktober

12. September 2016

Erneut wird eine Radio Bremen-Produktion für Arte ausgezeichnet. Die Autorin Anja Krug Metzinger erhält für ihre Wissenschaftsproduktion „Stimmen im Kopf“ vom World Health Summitin Berlin den Next Generation of Science Journalists Award 2016. Die Redaktion des Films hatte Mechthild Lehning.

Die Preisverleihung findet am 11. Oktober in Berlin statt. Der Preis wird inzwischen zum fünften Mal vergeben, ausgezeichnet werden Beiträge zum Schwerpunkt Gesundheit, deren wissenschaftlicher Hintergrund erkennbar ist.

Der World HealthSummit findet vom 9. bis zum 11. Oktober 2016 im Auswärtigen Amt in Berlin statt. Er steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und dem Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker. Der WHS gilt als das wichtigste strategische Forum für weltweite Gesundheitsfragen.

Die Wissenschaftsdokumentation „Stimmen im Kopf“ 

Etwa sechs bis fünfzehn Prozent aller Menschen hören irgendwann einmal im Leben Stimmen. Viele Stimmenhörer leben mit ihren unsichtbaren Begleitern sogar ein ganzes Leben lang. Weit über die Hälfte der Stimmenhörer sind psychisch gesund und führen ein völlig unauffälliges Leben. Trotzdem werden Stimmenhörer weiterhin stigmatisiert. Nur wenige sprechen daher offen über ihre Erfahrungen. Dabei ist die historische Epoche, in der das Stimmenhören kulturell nicht anerkannt war, relativ kurz: Hildegard von Bingen gab an, ihr gesamtes Heilwissen visionären Stimmen zu verdanken; Jeanne d’Arc, Giordano Bruno, Rainer Maria Rilke, Winston Churchill, Virginia Woolf und Andy Warhol zählen zu den Stimmenhörern.

Welche Erklärung hat die Wissenschaft für das Phänomen Stimmenhören? Woher kommen die Stimmen? Galt das Stimmenhören besonders in den letzten Jahrzehnten als Symptom einer gestörten Hirnfunktion, werfen Forscher heute einen neuen Blick auf dieses alte Phänomen – und fördern Erstaunliches zutage: Gehirnscanner zeigen, dass das Stimmenhören keine „Einbildung“ ist; Stimmenhörer „hören“ tatsächlich etwas. Auch scheinen in vielen Fällen die Inhalte des Gehörten weit mehr Bedeutung zu haben, als bisher angenommen.

Drei Stimmenhörer, die ihr Schweigen gebrochen haben, beweisen, dass die Erfahrungen sehr vielfältig sind: Innere Stimmen können als Höllenqual oder auch als Gabe, Inspiration und Glück empfunden werden. Der Tontechnikerin Jennifer Siedler wiesen die Stimmen den Weg aus einer Krise; den Schauspieler Rolf Fahrenkrog-Petersen brachten sie dazu, seine traumatisierte Kindheit aufzuarbeiten; Dr. Eleanor Longden erforscht mittlerweile sogar selbst das Stimmenhören an der Universität Liverpool. Seit zehn Jahren Stimmenhörerin, engagiert sie sich bei Intervoice, einem weltweiten Netzwerk aus Stimmenhörern, Therapeuten und Forschern aus 26 Ländern auf fünf Kontinenten.

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