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Radio Bremen/ARTE-Produktion „Endstation Bataclan“ gewinnt 34. Robert Geisendörfer Preis

Verleihung am 10. Oktober

20. September 2017

Für „Endstation Bataclan. Vom Busfahrer zum Attentäter“ (Radio Bremen/ARTE) erhalten Alexander Smoltczyk (Buch), Grit Lederer (Regie) und Maurice Weiss (Kamera) am 10. Oktober in München den Robert Geisendörfer Preis in der Kategorie Fernsehsendungen. Das gab die Jury des Medienpreises der Evangelischen Kirche heute (20.9.) bekannt. 

„Der Film entdeckt eine andere Banlieue: indem er die Buslinie 148 abfährt und uns dabei im doppelten Wortsinn mitnimmt. Die Kamera arrangiert Begegnungen und Entdeckungen als fotografisch anspruchsvolle Tableaus. Die Frage, ob sich entlang der Buslinie auch die Motive des Attentäters erkennen lassen, lässt der Film offen“, so die Begründung der Jury unter Leitung des Vorsitzenden, Kirchenpräsident Dr. Dr. h. c. Volker Jung. 

„Wir freuen uns und gratulieren Alexander Smoltczyk, Grit Lederer und Maurice Weiss. Sie haben einen Film erarbeitet, der mit einer außergewöhnlichen Perspektive tiefe Einblicke in die französische und europäische Gesellschaft gibt“, sagte Thomas von Bötticher, Leiter Fernsehen bei Radio Bremen.  

„Endstation Bataclan“

In der Radio Bremen/ARTE-Dokumentation „Endstation Bataclan“ geht es um den Bus Nummer 148, einem sehr gewöhnlichem Banlieue-Bus. Auch Samy Amimour war ein sehr gewöhnlicher Busfahrer. Bis zu dem Tag, als er im Konzerthaus Bataclan fast 90 Menschen hinrichtete, am 13. November 2015. Wie wurde aus dem Busfahrer der Linie 148 ein Massenmörder? Alexander Smoltczyk, mehrfach ausgezeichneter Reporter des „Spiegel“, hat mit „Endstation Bataclan" einen formal wie inhaltlich außergewöhnlichen Dokumentarfilm gedreht, bei dem der Terrorist Samy Amimour selbst nur als blinder Passagier mitfährt, als Schatten, der oft auf die Gespräche der Fahrgäste fällt. Denn um sie geht es, die Menschen entlang der Linie 148, die Bewohner der nördlichen Banlieue von Paris.

Das Rätsel Samy Amimour, des Busfahrers und Attentäters, kann der Film nicht lösen und er will es auch nicht. Aber er zeigt jene Banlieue, aus der Amimour kam. Er zeigt sie in allen ihren Widersprüchen, und beweist doch in jeder seiner 82 Minuten, wie reich diese Welt jenseits des Boulevard Périphérique ist und wie ärmlich die Existenz eines Attentäters.

Die Dokumentation „Endstation Bataclan. Vom Busfahrer zum Attentäter“ ist eine Produktion der Medea Film Factory in Zusammenarbeit mit ARTE im Auftrag von Radio Bremen (Redaktion Mechtild Lehning), gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film-und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH. Ausgestrahlt wurde sie am 8. November 2016, zum Jahrestag der Anschläge von Paris. 

Robert Geisendörfer Preis

Mit dem Robert GeisendörferPreis werden jährlich in der Kategorie „Allgemeine Programme“ zwei Fernseh- und zwei Hörfunkproduktionen ausgezeichnet. In der Kategorie „Kinderprogramme“ werden ebenfalls zwei Preise vergeben. Der Kinderfernsehpreis wird von der Wolfgang und Gerda Mann Stiftung – Medien für Kinder und der Evangelischen Akademie Tutzing gestiftet. An dem Wettbewerb beteiligen sich öffentlich-rechtliche und private Rundfunkveranstalter. Ausgezeichnet werden Sendungen aus allen Programmsparten, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander von Einzelnen, Gruppen, Völkern und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen. Darüber hinaus vergibt die Jury „Allgemeine Programme“ einen Sonderpreis für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen. Die Preise sind insgesamt mit 30.000 Euro dotiert, der Sonderpreis ist undotiert. weitere Informationen unter: www.geisendoerfer-preis.de

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