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Werder Bremen

Die Tops und Flops der Saison

Vergangenes Jahr entging Werder gegen Frankfurt am letzten Spieltag haarscharf der Relegation, nervenaufreibend für Spieler, Trainer und Fans. Das sieht in dieser Saison viel entspannter aus, auch wenn nicht alles rund lief: Unsere Tops und Flops der Saison.

jubelnde und frustrierte Werderspieler [Quelle: Imago, Team2/Nordphoto]
Während es in der Rückrunde gut lief für Werder, war die Hinrunde enttäuschend. [Quelle: Imago, Team2/Nordphoto]

Das Auftaktspiel gegen die Bayern, das weltweit in 210 Länder übertragen wurde, geriet zum ersten Debakel der Saison. Mit 0:6 wurde das Team von Viktor Skripnik vom Platz gefegt.

Daumen runter [Quelle: Radio Bremen, Radio Bremen]
Vor allem die Hinrunde war eine Fortsetzung der Leidenszeit für Fans und Verantwortliche. [Quelle: Radio Bremen, Radio Bremen]

Problemkind: Defensive

Wie in den letzten vier Spielzeiten, war die wackelige Abwehr auch in diesem Jahr ein großes Problem der Grün-Weißen. Seit der Saison 2012/13 hat Werder immer mindestens 60 Gegentore gesammelt. Ein Grund für diese zweifelhafte Konstanz war vor allem das ständig wechselnde Personal in der Verteidigung: So ließ Skripnik in den ersten fünf Saisonspielen mit fünf verschiedenen Abwehrreihen in der Startelf spielen. Die Folge: Ein unsicheres, fragiles Abwehrgebilde, das sich nicht einspielen konnte, bei einem Gegentor auseinander fiel und dem zudem auch die mentale Frische fehlte. Die ständigen Wechsel im Tor forcierten diese Entwicklung.

Lewandowski trifft gegen Felix Wiedwald [Quelle: imago, Action Pictures]
Bayerns Lewandowski schießt im Auftaktspiel gegen Werder eines von 60 Gegentoren der Grün-Weißen in dieser Saison. [Quelle: imago, Action Pictures]

Verletzungsanfälligkeit

Über die gesamte Saison hatte Werder immer wieder längere Verletzungspausen von Leistungsträgern zu kompensieren. Gleich zu Beginn der Saison fehlte der Königstransfer Max Kruse mit Außenbandproblemen. Auch Claudio Pizarro, der in der Vorsaison mit 14 Treffern noch ein Garant des Klassenerhalts war, plagte sich in der aktuellen Saison immer wieder mit Muskel- und neuronalen Problemen herum, konnte in lediglich zwei Partien durchspielen. Weitere langfristige Ausfälle in dieser Saison waren Santiago García, Izet Hajrovic und natürlich Clemens Fritz, die dazu führten dass zunächst Skripnik und dann Alexander Nouri die Startelf immer wieder umbauen mussten.

Leidige Trainerdiskussion

Das Debakel von München war der Beginn einer verkorsten Hinrunde und die Fortsetzung der Leidenszeit für Fans und Verantwortliche. Sportchef Frank Baumann machte bei seiner voreiligen Jobgarantie für den damaligen Werder-Trainer Viktor Skripnik auch keinen souveränen Eindruck:

Über den Trainer gibt es definitiv keine Diskussion. Auch, wenn wir die nächsten acht Spiele nicht gewinnen. Das wird definitiv so sein. Wir haben uns für den Weg entschieden. Wir sind nach wie vor zu hundert Prozent von Viktor überzeugt.

Werder-Sportchef Frank Baumann nach dem Bayern-Spiel

Zwei Spieltage später als Tabellenletzter mit zwölf Gegentoren war dann aber auch Baumanns Geduldsfaden gerissen. Nach einem blutleeren Auftritt der Bremer in Mönchengladbach wurde Skripnik gefeuert. Doch die Trainer-Nachfolge passte zum bisherigen Saison-Verlauf: Ein Schlangestehen möglicher Interessten auf den Bankjob bei Werder gab es freilich nicht. Und jener Übungsleiter, den die Grün-Weißen haben wollten – Markus Gisdol – heuerte beim Nordrivalen Hamburger SV an.

Alexander Nouri wurde zunächst als Interimslösung präsentiert und flößte den Werder-Profis Selbstbewusstsein und System ein.

Daumen hoch [Quelle: Radio Bremen, Radio Bremen]
Ein Saisonfinale ohne Zittern und eine Serie, die an glorreiche Zeiten erinnert. [Quelle: Radio Bremen, Radio Bremen]

Mit Nouri Richtung Europa

Die Winterpause nutzten Alexander Nouri und sein Trainerteam, um die Fitness der Spieler auf Vordermann zu bringen und den einzelnen Mannschaftsteilen das Spielsystem nahezubringen. Die anfänglichen Rückrunden-Niederlagen gegen Branchenprimus Bayern, Augsburg und Mönchengladbach waren zwar ärgerlich, ließen aber auf Besseres hoffen. Das folgte dann auch in sagenhaften elf Spielen ohne Niederlage und der Wandlung vom Abstiegskandidaten zum Europa League-Aspiranten.

Nouris Team zeigte spielerische Variabilität, defensive Ordnung und offensiven Spielwitz gepaart mit mannschaftlicher Geschlossenheit und großem Selbstvertrauen. Dass man diesen Trainer an der Weser halten muss, war auch Frank Baumann klar, der Nouris Vertrag bis 2019 verlängerte.

Ich bin sicher, dass der Weg mit Werder noch nicht zu Ende ist.

Alexander Nouri

Werder Bremen [Quelle: Radio Bremen, Lutz Hambach]
Nouri, Bruns und Feldhoff (v.r.) sind seit Oktober 2016 für Werders Profis verantwortlich. [Quelle: Radio Bremen, Lutz Hambach]

Leistungsträger im Team

Nach der katastrophalen Saison 2015/16 hatte Frank Baumann mit seinen Transfers in der Sommerpause für so etwas wie Aufbruchstimmung gesorgt. Besonders die Verpflichtungen von Rückkehrer Max Kruse und dem umworbenen Olympia-Top-Torjäger und Silbermedaillengewinner Serge Gnabry hatten die Werder Fans entzückt. In der Hinrunde war es Gnabry, der von sich Reden machte, in der Rückrunde lief Max Kruse zu alter Form auf. Unterstützt wurde er in der Offensive von Fin Bartels. Auch der in der Winterpause verpflichtete Däne Thomas Delaney avancierte schnell zum Leistungsträger. Mit der "WiedWall" hatte Werder außerdem wieder einen sicheren Rückhalt, der den Grün-Weißen wichtige Punkte im Abstiegskampf sicherte.

Mentalität der Mannschaft

Trainer Alexander Nouri hat es geschafft eine Mannschaft zu formen, in der Eigensinn und Egoismus hinten angestellt werden. Die mannschaftliche Geschlossenheit steht im Vordergrund. Die Spieler vertrauen einander und unterstützen sich gegenseitig auf dem Platz. Bei Rückständen vertrauten die Bremer in ihre Stärken und schafften über ihre flexible Ausrichtung und eine hohe Laufbereitschaft nicht selten den Umschwung.

Als Team sind wir eine Einheit.

Zlatko Junuzovic

Zum Team gehören dabei aber nicht nur die elf Spieler, die in der Anfangsformation stehen, sondern der gesamte Kader. Jeder Spieler spürt das Vertrauen vom Trainer, eine Einsatzchance zu bekommen. Wenn Stammspieler nach Verletzungen noch nicht wieder hundertprozentig fit sind, werden sie ersetzt. Wenn Spieler in einer Partie angeschlagen sind, werden sie ausgetauscht. Die Ersatzspieler bekommen so das Gefühl, zum Team zu gehören und zahlen das mit guten Leistungen zurück.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 19. Mai 2017, 15:00 Uhr

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